Sambesi: Wildwasser in AfrikaSeekajak Island
5 Touren für Anspruchsvolle

Wildnis und Wildwasser

Kanutouren können anspruchsvoll sein: Sei es, weil sie paddlerisch schwierig sind, oder weil sie Survivalfähigkeiten in abgeschiedener Natur erfordern. Oder beides. Hier ein paar Herausforderungen in Finnland, Schweden, Kanada und Alaska – und ein Klassiker in Süddeutschland.

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Kanada: 640 km auf Nome Creek, Beaver Creek und Yukon River

Ein echtes Abenteuer und nichts für Einsteiger ist die als schwer eingestufte Tour, die hauptsächlich auf dem Beaver Creek absolviert wird. Wer nur den Oberlauf befahren möchte, sollte 9 bis 12 Tage einplanen, diejenigen, die den ganzen Fluss bewältigen möchten, müssen mit 17 bis 24 Tagen rechnen. Schwer ist die Tour nicht in erster Linie aufgrund der benötigten Paddeltechnik, sondern vor allem durch die Länge und die Zivilisationsferne, denn man bewegt sich mitten durch die Wildnis Kanadas. Der Verlauf der Tour ist als WW I oder WW II eingestuft, kann nach Regenfällen aber in die Kategorie WW III aufsteigen (WW = Wildwasser). Diese Tour ist eine echte Herausforderung für die Ausdauer und man ist gut beraten, sich mental und physisch darauf vorzubereiten. Eine ausführliche Reportage über eine Expedition auf dem Beaver Creek in Alaska erscheint in KANU 3/2019 (im Handel ab 14. Juni 2019).

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Alaska: Canoeing Alatna River

Man muss ja nicht gleich zu solch langen Abenteuern wie Freya Hoffmeister aufbrechen; auch kürzere Touren haben durchaus ihren Reiz. So zum Beispiel die vielleicht nicht schwierigste, aber dafür wohl eine der außergewöhnlichsten Kanutouren, die man unternehmen kann, nämlich auf dem Alatna River in Alaska. Vorgeschlagen werden zwei unterschiedlich lange Touren. Man kann entweder 231 Kilometer mit dem Start auf dem Takahula Lake oder 256 Kilometer mit dem Startpunkt auf dem Circle Lake in Angriff nehmen. Ziel ist entweder der Helpmejack Lake (in fünf Tagen zu erreichen) oder Allakaket, bis dort braucht man vom Circle Lake etwa zehn bis zwölf Tage. Der Wildwassergrad bewegt sich zwischen WW I und WW II, ist also als leicht einzustufen. Außergewöhnlich ist diese Kanutour vor allem dadurch, dass man sich durch ein fast menschenleeres Gebiet bewegt und höchstens Bieber, Bären oder Wölfe zu Gesicht bekommt. Um sich zu versorgen, kann man unterwegs beispielsweise Lachse fangen. Der Transport der Ausrüstung ist nur vor Beginn der Tour vom Landeplatz zum Startpunkt über eine Strecke von maximal einem Kilometer notwendig. Ist man erst auf dem Fluss, ist ein Umtragen nicht mehr nötig.

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Finnland: kurz aber anspruchsvoll auf dem Kitkajoki und Kitka River

Für geübte Paddler hält Finnland eine ganz besonders anspruchsvolle Strecke bereit – eine Tour von nur 33 Kilometer Länge, die es aber vom Schwierigkeitsgrad her in sich hat. Als unkonventionell kann man diese Tour vor allem deshalb bezeichnen, weil sie bezüglich des Wildwassers die Kategorien WW I bis WW VI auf einer sehr kurzen Strecke vereint. Eine Besonderheit der Tour besteht zudem darin, dass man kurz vor dem Ziel auf den Oulankajoki River wechselt, auf dem man dann auf einer Länge von zwei Kilometern stromaufwärts paddeln muss, was je nach Fließgeschwindigkeit ziemlich anstrengend sein kann. Definitiv nur für erfahrene Kanuten.

Schweden: Wildnis am Nittälven

Für freiheitsliebende Paddler hält Schwedens Landschaft viele außergewöhnliche Kanutouren bereit, beispielsweise eine Fahrt auf dem ruhigen und dennoch spannenden Flusslauf des Nittälven. Über die insgesamt 53 Kilometer lange Strecke verteilen sich drei kurze Passagen, an denen man das Kanu durch Umtragen über Land bewegen muss. Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist als mittelschwer eingestuft. Ihr Reiz entsteht vor allem dadurch, dass sie durch extrem dünn besiedelte Naturschutzgebiete führt. Soll die Tour verlängert werden, besteht die Möglichkeit, die Erkundung der Seen Ljusnarn und Salbosjön einzubauen.

Deutschland: auf der Loisach bis zur Isar Mündung

Wer gerne in Deutschland bleiben möchte, der kann sich nach Bayern begeben und sich an der mittelschweren Kanutour von Loisach nach Wolfratshausen versuchen, wo es im Übrigen einiges zu sehen gibt. Die Route erstreckt sich über 77 Kilometer und hat ein durchschnittliches Gefälle. Während der Tour muss das Kanu insgesamt drei Mal Umtragen werden, allerdings nur über eine Gesamtstrecke von 300 Metern. Ist man in Wolfratshausen angekommen, hat man die Möglichkeit, auf der Isar bis in die Landeshauptstadt München hineinzupaddeln. Über diese Strecke gibt es zahlreiche Veröffentlichungen – wer diese im Rucksack dabei hat, ist auf alle Eckpunke der Strecke gut vorbereitet. Eine Reportage über eine Wintertour auf Loisach und Isar finden Sie in KANU 1/2019.

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