Ausrüstung Einzeltests

Zwei flotte Falt-Flitzer

Das nortik scubi speed und das Pakboats Quest 150: ein Hybridboot und ein klassischer Falt-Tourer, beide schnell, beide spurtreu, beide sportlich, beide leicht. Die Entscheidung könnte schwerfallen. Wenn da nicht ein paar entscheidende Unterschiede wären.

Monica Brinkmann, Hersteller

Bei allen Unterschieden in Größe und Ausstattung – die Hybridboote der scubi-Flotte haben viele Merkmale gemeinsam: wenig Gestänge, hoher Luftanteil, geringes Packmaß, schneller Aufbau, leichtes Handling neben und auf dem Wasser. Im Jahr 2024 fügte nortik dieser scubi-Familie ein Boot hinzu, das ebenfalls alle diese Merkmale mitbrachte – und sich doch maßgeblich von seinen Geschwistern unterscheidet. Das scubi speed, der Name lässt es ahnen, ist deutlich mehr auf Tempo getrimmt, ist schmaler, stromlinienförmiger geschnitten und länger als die anderen Einsitzer-scubis. Wahrhaft eine Innovation, und so erhielt es auf der Fachmesse Paddle Sports Show 2024 in Straßburg auch prompt den Product of the year-Award in der Kategorie »Recreational«.
Gewissermaßen wurde das scubi speed so zu einem hausinternen »Mitbewerber« eines anderen Bootes, denn mit dem Pakboats Quest 150 verfügte Out-Trade bereits über ein Touren-Faltkajak, das mit flottem Tempo und schnittigem Bootsdesign überzeugt. Und es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: Auch das Quest 150 punktet mit geringem Gewicht und Packmaß, flottem Aufbau und auf dem Wasser mit einer guten Portion Kippstabilität und Spurtreue. Von der fast identischen Länge (455 Zentimeter beim Quest 150, 460 Zentimeter beim scubi speed) ganz zu schweigen. Beide Boote können mit und ohne Verdeck gepaddelt werden. Und, last but not least und für einen eventuellen Käufer nicht ganz unwichtig: Beide Boote kosten mit 1599,- Euro gleich viel (wobei beim Quest 150 das Verdeck inkludiert ist).

Draufsicht: das nortik scubi speed.
Seitenansicht: das nortik scubi speed.
Draufsicht: das Pakboats Quest 150.
Seitenansicht: das Pakboats Quest 150.

Im Vergleich: das scubi speed

Doch natürlich gibt es Unterschiede zwischen diesen beiden Booten – die ein potentieller Interessent kennen sollte, bevor er sich für eins der beiden Modelle entscheidet.
Das scubi speed ist, wie gesagt, in der seit Jahrzehnten bewährten Hybridtechnologie der scubi-Flotte gebaut, die einen geringen Gestängeanteil mit wenigen Einzelteilen und schnellem Aufbau mit ausreichend Steifigkeit und präzisem Fahrverhalten kombiniert. Dabei übernehmen die seitlichen Hochdruckschläuche (0,5 bar Betriebsdruck!) die Rolle des Gestänges. Zudem bürgt die Bootsform, maßgeblich geprägt durch eben diese formgebenden Luftschläuche, neben dem Tempo auch für eine hohe primäre und sekundäre Kippstabilität – das speed ist somit nicht nur ein schnelles und dynamisches, sondern auch ein einsteigerfreundliches Boot.
Das Gestänge des scubi speed besteht aus eloxiertem Aluminium. Ein robustes Material, das aber beim Einsatz auf dem Meer ab und an mit CorroFilm gepflegt werden sollte, um Salzwasserkorrosion zu verhindern.
All das macht das speed zum sportlichsten Boot der scubi-Familie. Ein wahres »Fitnessgerät« mit klarem Fokus auf Geradeauslauf und Tempo und bei Bedarf mit hervorragendem Bootskontakt durch Schenkelgurte und optionale Fußstütze. Konzipiert ist es als Tagestourer oder als Workout-Kajak – was auch bedeutet: Für längere Touren mit Übernachtungen ist es nicht unbedingt gedacht. Zwar bekommt man mit etwas gutem Willen schon Zelt und Schlafsack mit kleinem Packmaß zwischen die Hochdruckschläuche hinter dem Sitz, und die Zahnbürste passt auch noch hinein. Viel mehr aber auch nicht.

Im Vergleich: das Pakboats Quest 150

Und hier kommt der hausinterne »Konkurrent« ins Spiel. Anders als das scubi speed ist das Pakboats Quest 150 ein klassischeres Faltboot. Soll heißen: Es verfügt über etwas mehr Gestänge bei gleichzeitig schmaleren Luftschläuchen. Und das hat eine ganze Reihe Auswirkungen: Zum einen wird das Boot dadurch noch steifer/verwindungssteifer, was es vom Fahrverhalten her einem Festrumpfkajak noch ähnlicher macht. Zum zweiten ist es etwas wendiger als das scubi speed. Zum dritten dauert der Aufbau ein bisschen länger – aufgrund des innovativen Gestänges aber nur um einige wenige Minuten. Und zum vierten gibt es dadurch mehr Platz im Innenraum – wer also regelmäßig Touren mit Übernachtungen auf Campingplätzen oder in freier Natur plant, sollte sich für das Quest 150 entscheiden – in Bug und Heck lässt sich einiges an »Reise-Necessaire« unterbringen, und Gepäckleinen auf dem Verdeck sind auch vorhanden.
Erstaunlicherweise verfügt das Quest 150 dennoch über ein (noch) kleineres Packmaß – und das Gewicht liegt nur ein halbes Kilogramm über dem des scubi speed mit Verdeck: 14,1 Kilogramm (inklusive Verdeck) bei rund viereinhalb Metern Länge – wir reden von einem echten Fliegengewicht. Hier wie dort.
Durch die etwas geringere Luftmenge in den Seitenschläuchen ist das Quest 150 einen Hauch weniger kippstabil als das scubi speed. Aber kein Problem: Auch Paddel-Anfänger fühlen sich in diesem Boot auf Anhieb sicher und gut aufgehoben.
Zum Schluss noch ein paar Worte zu den verbauten Materialien. Das Alugestänge ist beim Quest 150 (gold-)eloxiert, was auch den Salzwassereinsatz unproblematisch macht. Und die Bootshaut ist aus PU (Polyurethan), ein hochwertiges Material, das bei geringem Gewicht für jede Menge Abriebsfestigkeit bürgt.

Fazit: Auf der einen Seite mit dem nortik scubi speed ein schnelles, dynamisches Hybridboot, geschaffen für Tagestouren und sportliche Workouts auf Wanderflüssen, auf Seen und an der Meeresküste, die aufgrund des schnellen Aufbaus auch mal spontan stattfinden dürfen. Auf der anderen Seite mit dem Pakboats Quest 150 ein klassischeres Falt-Tourenkajak mit dem gleichen Revier und etwas höherer Verwindungssteifigkeit, das dafür etwas weniger schnell im Aufbau ist, aber mehr Platz im Innenraum bietet – und somit eher ein Kandidat für längere oder mehrtägige Touren ist. Wie meistens bei der Entscheidungsfindung, ob es nun um Falt-Tourer, Hybridboote oder den Härtegrad der Zahnbürste für unterwegs geht: Für jeden gibt es zum Glück das Passende!

Technische Daten \
nortik scubi speed

Sitzplätze: 1
Länge: 460 cm
Breite: 68 cm
Gewicht: 12 kg (mit Verdeck 13,6 kg)
Material Haut: PVC/PU
Material Gestänge: eloxiertes Aluminium
Aufbauzeit: ca. 10 min
Packmaß: 85x55x22 cm
Farben: rot/schwarz, blau/schwarz
Preis: 1599,- Euro
Infos: www.faltboot.de

Lieferumfang: Bootshaut, Gestänge, Sitz, Packrucksack, Pumpe mit Manometer, installierter Kielstreifen, Schenkelgurte, Überdruckventile, D-Ringe, Reparaturset.

Optionales Zubehör: Drop Stitch-Einlegeboden, Verdeck, Thermal-PU- oder Neopren-Schürze, Fußstütze, Seesocke, extra hohe Lehne, Lukendeckel, Steueranlage, nortik kayak sail.

Technische Daten\
Pakboats Quest 150

Sitzplätze: 1
Länge: 455 cm
Breite: 61 cm
Gewicht: 14,1 kg (inkl. Verdeck)
Material Haut: PU
Material Gestänge: gold-eloxiertes Aluminium
Aufbauzeit: ca. 15 min
Packmaß: 75x35x25 cm
Farben: Haut schwarz, Verdeck gelb oder blau
Preis: 1599,- Euro
Infos: www.faltboot.de

Lieferumfang: Bootshaut, Gestänge, Verdeck, Sitzanlage, Süllrand, Tasche mit Schultergurten, Reparaturset, Luftpumpe, installierter Kielstreifen, Deckleine.

Optionales Zubehör: aufblasbare Fußstütze, feste (herausnehmbare) Fußstütze, Schürze, Lukendeckel.

Das nortik scubi speed im Einzeltest:
www.kanumagazin.de/ausruestung/nortik_scubi_speed/

Das Pakboats Quest 150 im Einzeltest:
www.kanumagazin.de/ausruestung/pakboats-quest-150/