Rauhe tritt die Nachfolge von Christiane Schenderlein an, die als Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium wechselt. Der 44-jährige Rauhe zählt zu den erfolgreichsten deutschen Kanuten der vergangenen Jahrzehnte: Er ist zweifacher Olympiasieger, 16-facher Weltmeister, 31-facher Europameister und Träger von über 70 deutschen Meistertiteln. Als früherer Sportsoldat ist er zudem Mitglied der Athletenkommission des Europäischen Olympischen Komitees.
»Willkommen im Team!«
Bundeskanzler Merz würdigte Rauhes sportliche Laufbahn in seiner Instagram-Ankündigung: »Es braucht Leistung und Leidenschaft für den Erfolg. Das weiß ein zweifacher Olympiasieger. Ronald Rauhe ist neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Er kennt die Kraft, die in unserem Leistungs- und Breitensport und in der ehrenamtlichen Arbeit steckt. Willkommen im Team!«
Ehre und Verantwortung
Der künftige Staatsminister selbst sagte zu seinem neuen Amt: »Es ist für mich eine große Ehre und Verantwortung, künftig als Staatsminister für Sport und Ehrenamt tätig zu sein. Als ehemaliger Spitzensportler weiß ich, was es bedeutet, das gesamte Leben einem Ziel zu widmen. Nach Monaten und Jahren harter Arbeit einen Erfolg zu erringen, auf dem Treppchen zu stehen und die Nationalhymne zu hören, ist das Größte. Diese Motivation nehme ich in mein neues Amt mit. Ich werde sie nutzen, um gemeinsam mit Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainern sowie den vielen Millionen ehrenamtlich Engagierten die Rahmenbedingungen für Sport und Ehrenamt in unserem Land weiter zu verbessern.«
»Generation Olympia«
Und Rauhe fügte hinzu: »Der Sport hat mir in meinem Leben unheimlich viel gegeben. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben, und dabei liegen mir drei Dinge ganz besonders am Herzen. Wir wollen Olympische und Paralympische Spiele wieder nach Deutschland holen, und diese Bewerbung, das kann ich Ihnen versprechen, werde ich mit voller Kraft vorantreiben. Sie ist unser Zugpferd für eine Generation Olympia, mit Kindern, die wieder Vorbilder haben, die sich wieder etwas zutrauen und sich vor allen Dingen eines erlauben dürfen, nämlich wieder groß zu träumen. Deutschland soll wieder zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt gehören. Damit aus Talent auch wieder Gold wird, werden wir die Spitzensportreform konsequent weiter vorantreiben. Denn unsere Athletinnen und Athleten brauchen Rahmenbedingungen, in denen Hochleistung auch entstehen kann, sicher und mit starken Trainerinnen und Trainern an ihrer Seite und vor allen Dingen mit Stolz, mit Stolz, unser Land zu vertreten und die deutsche Fahne zu tragen, für ein Land, in dem täglich Millionen Menschen Verantwortung in einem Ehrenamt übernehmen, in Sportvereinen, bei der Feuerwehr oder in der Nachbarschaft, meistens ohne eine große Bühne und ohne Applaus. Genau diese Menschen halten unser Land zusammen. Sie verdienen weniger Hürden, mehr Unterstützung und vor allem unsere volle Wertschätzung.«
Der neue Staatsminister wird sich beim Ehrenamt für den Abbau bürokratischer Hürden, für die Gewinnung ehrenamtlichen Nachwuchses und einen stärkeren Schutz engagierter Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Mit dem Zukunftspakt Ehrenamt sollen Anerkennung und Wertschätzung gestärkt und die Voraussetzungen für freiwilliges Engagement weiter verbessert werden.
Deutscher Kanu-Verband gratuliert
Auch der Deutsche Kanu-Verband gratuliert seinem ehemaligen Aktiven zur neuen Aufgabe. »Ich freue mich sehr, dass Ronald Rauhe diese verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt«, so DKV-Präsidentin Dajana Pefestorff. »Einen ehemaligen Kanuten und Olympiasieger in dieser Position zu wissen, ist für mich persönlich etwas Besonderes. Ronny kennt den Sport von innen, weiß, was Athletinnen und Athleten bewegt, und kennt zugleich die Bedeutung von Vereinen und Ehrenamt. Ich bin überzeugt, dass er diese Erfahrungen und seine große Leidenschaft für den Sport in sein neues Amt einbringen wird. Ich bin gespannt auf seine Impulse und freue mich auf unseren Austausch und die Zusammenarbeit. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm von Herzen viel Erfolg und eine gute Hand.«
Vom Kajak ins Kanzleramt
Rauhe, der heute in Falkensee lebt, war Zeit seiner aktiven Laufbahn auf den kurzen Distanzen zu Hause und zählte über 200 und 500 Meter zur Weltspitze. Den letzten Höhepunkt seiner sportlichen Karriere setzte er 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio: Im Vierer-Kajak über die längere Sprintstrecke sicherte er sich Gold – ein emotionaler Moment, den er unter Tränen feierte und mit dem er seine aktive Laufbahn beendete.
Infos: https://ronaldrauhe.de/, www.kanu.de, https://www.bundeskanzler.de/bk-de/aktuelles/vorstellung-staatsminister-sport-2451484