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Outdoor-Tipps

Tampons als Brennstoff, Flaschen als Sockentrockner

Im aktuellen KANU Magazin gibt es ein umfangreiches Outdoor-Special – unter anderem mit Tipps des unlängst verstorbenen »Sir Vival« Rüdiger Nehberg. Hier ein Auszug aus dem Special: Maximilian König und Finn Reitenbach verraten ein paar Kniffs für das Leben draußen, die nicht im Lehrbuch stehen.

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Digital Detox

Ciao Instagram, What’s App, Twitter & Co – das Abenteuer findet nicht auf dem Bildschirm, sondern vor den eigenen Augen statt! Deshalb empfiehlt es sich, das Internet für einige Zeit zu kappen. Entschleunigung und Outdoor-Feeling sind dann garantiert.

Feuerquellen

Mitbringen: Unkonventionell, aber unheimlich wirksam sind Tampons! Dieser Damenhygieneartikel sollte auf keiner Packliste fehlen, denn er garantiert trockenen Zunder bei nassen Regenschauern. Auseinander gezupft entfaltet sich ein wahres Raumwunder aus gepresster Watte. Wem das noch nicht genügt: Vermischt mir Vaseline, brennt Watte minutenlang mit zündender Flamme!
Feuerzeuge- und Steine immer in höherer Anzahl und schnell griffbereit an verschiedenen Orten aufbewahren. Geht etwas kaputt oder verloren, ist für Reserve stets gesorgt.
Aus der Natur bei Wind & Wetter: Wenn der Zunder ausgeht, unbedingt Ausschau nach Birken halten – Birkenrinde brennt immer, auch nass! An windigen Tagen empfiehlt es sich, das Feuer in einem Feuerloch, dem sogenannten Dakota Fire Hole, zu machen. Dort ist das Feuer nicht windanfällig, und man kann wunderbar einen Rost oder einen Topf über das Loch stellen, um zu kochen.

Ausrüstung abspecken

Nicht nur beim Konsum digitaler Medien gilt »weniger ist mehr«, diese Devise trifft auch auf das Thema Ausrüstung zu. Besonders in der Gruppe ist Absprechen Pflicht, denn viele Gegenstände benötigt man nicht in doppelter Anzahl. Was aber jeder dabei und innerhalb weniger Sekunden griffbereit haben sollte: Feuer, Messer und Taschenlampe. Ein Gegenstand, der von der Packliste gestrichen werden kann, ist das Kopfkissen. Beim Schlafkomfort ist Improvisation angesagt: den leeren Packsack des Schlafsacks einfach mit einer Fleecejacke oder einem Pulli füllen und fertig ist das Kopfkissen!

Must-Haves auf der Packliste:

· Panzertape ist ein Allrounder – einige Meter abgerollt und flach zusammengefaltet spart es Packmaß!
· Nalgene-Flaschen (Heißwasser geeignet) sind Alleskönner: wunderbar für das trockene Verstauen von Gegenständen geeignet oder als Wärmflasche einsetzbar!
· Ohrstöpsel für ruhige Nächte im Camp.
· Gasturbinenfeuerzeug: brennt sehr heiß, auch bei starkem Wind.
· Outdoor-Messer (zwischen acht und 13 Zentimeter Klingenlänge)
· Kopflampe für größtmögliche »Handfreiheit«

Bekleidung

Das Thema Kleidung stellt besonders Anfänger vor ein großes Rätsel – schließlich will man für alle Eventualitäten gewappnet sein. Dabei sind es besonders die Klamotten, die für ordentlich Buckelei sorgen und meist gar nicht alle getragen werden. Deshalb: Lieber auf ein bis zwei Outfits beschränken und stattdessen auf Qualität statt Quantität setzen. Optimale Funktionalität für jeden Tag bietet Merinowolle. Sie hält warm und nimmt kaum Körpergeruch auf, so dass man für einige Tage auf unnötige Wechselkleidung oder Waschgänge verzichten kann. Bei Wärme kühlt die Wolle, weil die warme Luft/Feuchtigkeit zu einer angenehmen Verdunstungskälte führt.
Wer am Ende eines abenteuerlichen Tages nasse Socken trocknen muss, dem empfiehlt sich wieder die Nalgene-Flasche: einfach mit heißem Wasser befüllen, Socke drüber streifen und morgens in einen angenehm warmen Strumpf schlüpfen.

Rucksack

Beim Thema Rucksack ist es essentiell, das individuelle Rucksackgewicht möglichst genau zu bestimmen und platzsparend zu packen. Für die optimale Bestimmung des Gewichts helfen folgende Angaben (in Prozent des Körpergewichts):
Gut trainiert = 25 Prozent
Etwas trainiert = 20 Prozent
Untrainiert = 10-15 Prozent
Wer seine Kleidung aufrollt, spart Platz und hat einen besseren Überblick!

Schlafsack

Die oberste Priorität beim Schlafsack lautet: Trockene/wasserdichte Aufbewahrung. Außerdem ein heißer Tipp: Wer seine Kleidung an kalten Tagen über Nacht mit in den Schlafsack nimmt, kann morgens direkt in die angewärmten Klamotten schlüpfen. Die Trinkflasche kann, mit heißem Wasser gefüllt, wunderbar als Wärmflasche fungieren. Schlechte Nachrichten für Ordnungsfanatiker: Der Schlafsack sollte nicht aufgerollt, sondern immer chaotisch gestopft werden – das ist besser für die Fasern & Daunen und bietet Milben keinen Raum.

Kochen

Nach einem ereignisreichen Tag in der Natur sollte zuerst immer das Lager hergerichtet werden, um nicht von Regen oder plötzlich einsetzender Dunkelheit überrascht zu werden. Erst nach getaner Arbeit empfiehlt sich die Zubereitung des Essens. Wer auf Outdoortouren nicht auf Fleisch verzichten möchte, der kann JOLA-Fleisch auf die Packliste setzen. Die Konservenromantik spricht für sich, und das aromatische Rindfleisch wertet jedes Outdoorgericht von Fleischliebhabern auf. Darüber hinaus empfiehlt es sich, immer etwas Notfall-Proviant in Form von Energieriegeln oder Bergsteigernahrung parat zu haben.

Die Autoren

Maximilian König und Finn Reitenbach haben sich getraut, wovon viele träumen: Sie sind ausgestiegen, kehrten Alltag und Job den Rücken, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Am Kornsjön-See in Schweden haben sie ein Naturparadies für Kanutouren und Wildcamping erschaffen (www.viking-republic.de).

KANU 3/2020 ist derzeit im Handel zu haben. Online kann man es hier bestellen:
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