Acht Zweierkajaks
Vergleichstest

Mit Luft und Liebe

Acht Zweier-Schlauchkajaks  im Vergleich

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Früher waren Luftboote in erster Linie Spaßboote für Gelegenheitspaddler. Doch der stete Erfindergeist der Kanubranche hat den Ventilbombern in den letzten Jahren eine gehörige Portion Performance verpasst – ohne dass die Grundtugenden leichter Aufbau und sichere Fahreigenschaften über Bord geworfen wurden.

Sie schmunzeln? Wieso eigentlich? Schlauchboot-Kapitäne (und Kapitäninne­n) sind nicht diejenigen, die sich kein »richtiges« Boot leiste­n könnten oder zu Hause keinen Platz haben, ein starres Boot zu lagern. Soga­r im Fuhrpark von passionierten Paddelnarren mit einem Stall voller Festboote findet sich oft ein Aufblasbares, damit sie keine Gelegenheit auslassen müssen, um aufs Wasser zu kommen – die wahre Bedeutung des Begriffs »Gelegenheitspaddler«. Denn kein anderer Reiseboottyp ist leichter zu transportieren und schneller einsatzbereit als ein Schlauchboot. Ein freie­r Nachmittag genügt, um kurz entschlossen zum nächstbesten See zu fahren und ein paar Runden zu drehen, bei Bedarf auch mit Fahrrad, Bus oder Bahn, ohne Sonntagsstau und Parkplatznot.

Ein zusammengelegtes Luftboot ist zwar nicht ganz so leicht wie eine Luft­gitarre, aber auf jeden Fall kompakt und leicht genug, um damit einen auto­freien Paddeltag zu inszenieren. Beispiel Isar: per Bayerischer Oberlandbahn von MUC-Hauptbahnhof nach Lenggries, 600 Meter zu Fuß zum Fluss, Boot auf­blasen. Über Bad Tölz geschmeidig bis Wolfratshausen paddeln (33 Kilometer), Boot trocknen, Luft ablassen und verpacken, dann: ab in den Biergarten nebenan. Später (oder viel später) 20 Minuten gehend zum Bahnhof Wolfratshausen und mit der letzten S-Bahn zurück nach München bummeln. So kann’s gehen.

Diese Vorgehensweise ist auf unzählige andere Paddelziele übertragbar und mit minimalem logistischem Aufwand verbunden. So kann man direkt von der Ausbootstelle die Heimreise antreten und muss nicht erst umständlich (mithilfe eines am Ausstieg deponierten Fahrrads oder zweiten Autos) zum Einstieg zurück, um das dort zurückgelassene Auto zu holen. Zum Transport eines (abgelassenen) Schlauchkajaks zum Paddelziel der Träume ist nicht zwingend ein Automobil nötig (zumindest keines mit Dachträger). Ein verpacktes Schlauchboot lässt sich per Bahn oder auf dem Fahrrad­gepäckträger zum nächsten See karren und geht sogar als normales Gepäckstück im Flieger mit in den Karibikurlaub, damit man dort nicht ganz ohne Boot dasteht und seine kostbare Zeit in einer Strandbar mit Bacardi-Trinken totschlagen muss. Auch der Solofahrer, der mit dem Auto zum Startpunkt seiner Flussfahrt anreist, profitiert von der leichten Transportabilität seines Schlauchboots. Er muss es nicht am Zielpunkt unbewacht zurücklassen (wie ein Festboot), sondern kann es gleich im Rucksack mitnehmen, wenn er sich aufmacht, sein am Einstieg geparktes Auto zu holen. 

Den vollständigen Test mit folgenden Inhalten gibt’s in unserem Shop als PDF zum Download ... 

Boote im Test:

  • Advanced Elements Advanced Frame Convertible – Das Arschgeweihboot
  • BIC Nomad HP3 – Die aufblasbare Planierraupe
  • Wet Elements Samoa – Public Viewing
  • Aqua Design Seawaver – Das Feierabend-Raft
  • Gumotex Seawave – Aufblas-Seekajak mit Überrollbügeln
  • Grabner Riverstar – Edelkarosse mit Nehmerqualitäten
  • Nortik SCUBI 2 – Das Schlauboot

Dazu: umfangreiches Hintergrundwissen rund um das Thema »Luftboote«.

Steckbrief

Norbert Erdmann
KANU-Autor

Norbert Erdmann paddelt alles, was kein Leck hat. Als KANU-Cheftester ist er Experte für Technik-Fragen und kennt sich auf dem Kanumarkt aus, wie kein Zweiter. 

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Erschienen in Heft 05/2014
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