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Stöckchen ziehen

So finden Sie das richtige Doppelpaddel!

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Am Stock ziehen müssen wir alle, denn ohne Paddel kein Vortrieb. Doch weil die Wahl des richtigen Modells derart komplex ist, gerät sie viel zu oft zum zufälligen »Stöckchenziehen«. Damit Ihnen das nicht passiert, klärt KANU die wichtigsten Fragen – von A wie asymmetrische Blattform bis Z wie zentraler Zugaufbau.

Neulich rief mich ein alter Studienfreund an. Damals hatten wir zusammen an der Sporthochschule einen Kanukurs belegt, jetzt wollte er sich endlich eine eigene Ausrüstung kaufen. Er habe sich schon informiert, wolle sich aber bei mir noch mal rückversichern. Was dann kam, war eine nahezu komplette Marktübersicht der aktuellen Wildwasserboote. Haarklein konnt­e mir mein Kumpel, dessen Paddelerfahrung sich bislang auf zwei Semesterwochenstunden am Fühlinger See und eine Woche Soca beschränkt, erklären, wieso dieser Rocker und jenes Unterschiffdesign für ihn ideal seien. Beim einen Boot fand er die Farbkombination besonders ansprechend, über das andere habe er gelesen, dass das Handling beim Tragen nicht so optimal sei. Ach ja, auch über den Unterschied von rotiertem und geblasenem PE habe er sich informiert, für ge­legentliche Einsätze auf maximal WW III spiele das aber wohl doch keine entscheidende Rolle. Ich war baff und gratulierte ihm zu seiner vorbild­lichen Recherche. Dann fragte ich ihn, welches Paddel er ins Auge gefasst hätte. »Paddel? Ach, da schau ich mal. Bei mir um die Ecke gibt’s einen kleinen Verein, vielleicht bekomme ich da was günstiges Gebrauchtes.«

Auf der einen Seite war ich erschrocken über so viel Unbedarftheit, auf der anderen Seite froh, doch noch kompetente Hilfe geben zu können. Denn das Paddel als verlängerter Arm des Kanuten hat genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie die Auswahl des richtigen Boots. Es wurde ein längeres Gespräch …

Am langen Hebel
Apropos lang: Die richtige Länge des Paddels ist der erste und entscheidende Schritt zum ungetrübten Paddelspaß. Leider hilft hier keine einfach­e Formel, zu viele individuelle Faktoren wie Kraft, Paddelstil (steil oder flach) und Einsatzzweck spielen eine Rolle. 

Zumindest da ist die Sache bei meinem Ex-Kommilitonen vergleichsweise easy. Im Wild­wasser paddelt man »steil«, selbst wenn die Flusstopografie anfängertauglich flach ist. Um bei Zieh- und Steuerschlägen das Blatt nicht zu tief eintauchen oder die Arme extrem hoch halten zu müssen, werden Wildwasserpaddel vergleichsweise kurz gefahren. Richtwert ist hier eine Länge von 200 Zentimetern, plus/minus fünf Zenti­meter je nach Körpergröße und Kraft. Im Spielboot braucht es eine noch kompaktere Haltung, dazu spielt auch der Druckaufbau keine so entscheidende Rolle, denn den übernimmt zum Großteil das Wasser. Freestylepaddel sind daher selten länge­r als 196 Zentimeter.

Schwerer in seiner Kaufentscheidung hat es dagegen der Seekajak- oder Tourenpaddler. Oft setzt schon das anzutreibende Boot eine entsprechende Paddeltechnik (steil oder flach) voraus, dazu kommen Länge und Art der Tour, äußere Bedingungen wie Wind und natürlich die persönliche Konstitution. Zudem hängt der Druck, den man am Paddel spürt, nicht nur von dessen Länge, sondern auch von der Blattgröße ab.

Die vollständige Kaufberatung mit folgenden Inhalten gibt’s in unserem Shop als PDF zum Download ...

  • Wie finde ich das richtige Paddel?
  • Welches Paddel für welche Paddeltechnik?
  • Was gibt es für Teilungen?
  • Welches Material passt zu mir?
  • Vorstellung aller gängigen Doppelpaddeltypen und Marken

Steckbrief

Philip Baues
KANU-Redakteur

Philip saß mit neun Jahren zum ersten Mal allein im Boot – für die nächsten 13 Jahre tobte er sich in den Torstangen beim Kanuslalom aus, bevor er ins steile Lager der Wildwasserpaddler wechselte. Seit 2011 arbeitet der Sportwissenschaftler als Redakteur beim KANU-Magazin.

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Erschienen in Heft 06/2015
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