NRS_bills_bag
nortik scubi 1

Alles Gute!

2020 wurde das nortik scubi 1 zehn Jahre alt. Eine Hommage an einen Evergreen – nach vielen Jahren der Benutzung.

 

 

Anzeige

»Eigentlich ist das scubi 1 aus einem Biergarten-Gespräch heraus entstanden, erinnert sich Out-Trade-Chef Steffen Sator: »Bei einem gemütlichen Glas Gerstensaft haben wir im Jahr 2010 darüber philosophiert, was dem Faltboot-Markt fehlt.«

Vieles von dem, was damals den Markt dominierte, war den Out-Trade-Gründern zu teuer oder verfügte über keine guten Fahreigenschaften. Ergo: »Wir wollten einfach ein leicht aufzubauendes, bezahlbares Boot herstellen,  angesiedelt im Freizeitbereich.« Gesagt, getan: Das handliche, freizeitorientierte scubi 1 stieß in eine Marktlücke. In den Jahren danach folgten Zweisitzer, Dreisitzer und die tourentaugloichen XL-Modelle. Bis heute gehört die scubi-Familie zu den Kassenschlagern bei Out-Trade. Mit diesen Modellen etablierten die Reiseboot-Spezialisten aus Ulm die sogenannten »Hybridboote« auf dem deutschen Markt, eine Melange aus Luft- und Faltboottechnik. Das Erfolgsrezept: hoher Luftanteil, geringes Gewicht, wenig Gestänge – was den Aufbau zum Kinderspiel macht und das Packmaß gering hält, gleichzeitig aber eine gewisse Steifigkeit mit sich bringt. Mittlerweile umfasst die Hybridflotte bei Out-Trade stolze fünf Modelle. Das scubi 1 ist das kleinste davon und das preiswerteste. Die Corona-Pandemie des Jahres 2020 hat den Erfolg dieser Bootsklasse weiter gesteigert. Viele Leute konnten nicht wie geplant verreisen und suchten nach Alternativen, nach einfachen, bezahlbaren Mikro-Abenteuern für zuhause – und dafür sind Hybridboote wie geschaffen.

Anzeige

Der Aufbau: Ein Kinderspiel

Wer eine gemütliche Runde von ein paar Stunden auf dem See drehen möchte, der will beim Aufbauen nicht in Schweiß geraten. Das scubi 1 erfüllt diesen Wunsch: Mit ein bisschen Übung ist das Boot in weniger als zehn Minuten startklar. Einfach die Steven mit den Kielstangen verbinden, die Luftschläuche mittels Klettverschluss an den Steven befestigen (darauf achten, dass sie richtig liegen – Laschen für die Spanten nach innen, Aufpump-Schläche nach hinten), das Ganze hinein in die Bootshaut und mittels eines kleinen Splints fixieren. Nun noch die vier Halbspanten und den Sitz hinein und aufpumpen, das war’s auch schon. Wer das Boot nun erstmals anhebt, um es zum Wasser zu tragen, dem entfährt möglicherweise ein erleichterter Stoßseufzer – mit neun Kilogramm ist das scubi 1 ein echtes Fliegengewicht. Wenn man über 1,90 Meter groß ist, wird es allerdings eng in diesem kompakten Boot – dann sollte man zu den geräumigeren Vertretern der scubi-flotte greifen.

Auf dem Wasser

Das scubi 1 gilt als Freizeitboot und ist auch so gedacht. Dennoch sollte man sein Fahrverhalten nicht unterschätzen. Das nur 320 Zentimeter lange Boot verfügt über genügend Tiefgang und Wasserlinie, um es mühelos geradeaus halten zu können. Geschwindigkeitsrekorde wird man mit dem scubi 1 nicht brechen – aber es ist, auch durch die schlanken Steven, flott und leichtläufig genug, um mit einem gemütlich dahinziehenden Wanderpaddler in einem Festboot-Tourenkajak mithalten zu können, ohne in Schweiß zu geraten.

Konzipiert ist das scubi 1 für vergnügliche Feierabendrunden von ein paar Stunden Dauer oder für Tagestouren – was nicht heißen soll, dass nicht mehr geht. Wenn der Mitpaddler in seinem Boot das Gepäck aufnimmt (oder es anderweitig transportiert werden kann), dann kann man mit dem scubi 1 auch Mehrtagestouren angehen. Den Attersee und den Ammersee in jeweils drei Tagen umrunden zum Beispiel, so wie wir das getan haben.

So richtig wohl fühlt sich das scubi 1 auf friedlichen Seen und ruhig dahin fließenden Flüssen. Ein bisschen spritzig darf es auch werden, kein Problem. Was es nicht so mag, auch wenn Bootshaut und Kielstreifen sehr robust sind: verblockte Stellen oder flache Passagen, in denen es über scharfkantige Steine oder tückisch ins Wasser ragende Äste hinweg schrammt. Hier kann die Bootshaut schonmal Schaden nehmen – was aber mit dem im Liefer-umfang enthaltenen Reparaturset leicht zu flicken ist. Außerdem: Solch ruppiger »Feindkontakt« behagt wohl den wenigsten Booten, die nicht aus PE gebaut sind.

Wer dank des scubi 1 Appetit auf mehr bekommen hat, wird sich wahrscheinlich irgendwann bei den scubi 1 XL- oder 2 XL-Modellen wiederfinden. Da gibt es dann noch weitere Möglichkeiten wie Besegelungen, Drop Stitch-Einlegeböden, Steueranlagen und vieles mehr.

Fazit:  Das scubi 1 passt in eine Packtasche mit den Ausmaßen von 88x18x37 Zentimetern – etwa so umfangreich wie eine größere Sporttasche. Das bringt man sogar noch in einem voll beladenen Fiat Panda unter oder auf dem Fahrrad-Gepäckträger. Wer mit Bus und Bahn zum Paddeln fahren möchte, klemmt sich die Tasche einfach unter den Arm oder auf den Rücken, und beim Check In am Flughafen wandert das Ganze ohne Zirkus aufs Gepäckband. Dazu der schnelle Aufbau und das angenehme Fahrverhalten – das alles führt dazu, dass wir das scubi 1 seit mehreren Jahren fast ständig dabei haben. Oft auch dann, wenn wir eigentlich gar nicht zum Paddeln fahren. Könnte ja sein, dass man irgendwie auf‘s Wasser kommt.

Anzeige

Technische Daten

Länge: 320 cm | Breite: 75 cm

Sitzplätze: 1 | Gewicht: 9 kg

Zuladung: 110 kg

Packmaß: 88 x 18 x 37 cm

Material Haut: PVC/PU

Material Gestänge: Aluminium

Aufbauzeit: ca. 10 min

Farben: rot/schwarz, blau/schwarz, orange/schwarz

Preis: 649,- Euro

Infos: faltboot.de

Lieferumfang

Bootshaut, Gestänge, Luftschläuche, Packtasche mit Rucksackfunktion, Spritzdecke, Sitz, Luftpumpe, installierter Kielstreifen, D-Ringe auf Deck, Deckbeleinung, Reparaturset