Sportliche Events auf der Kanalinsel Jersey23. Internationale Elbefahrt: Dritter Bericht
Szene

Eine abwechslungsreiche Woche

Besonders die längste Etappe mit 64 Kilometern war eine Herausforderung

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Auch die zweite Hälfte der ersten Woche war für die Elbefahrer abwechslungsreich:

Mal ruhig, mal herausfordernd, mal mit Sonne, mal mit Regen, mal imposante Stadtufer (Dresden, Meißen, Torgau...), mal fast unberührte Natur, und auf der längsten Etappe mit 64 Elbkilometern zwischen Riesa und Prettin stellte sich den Paddlern eine steife Brise entgegen. Gleichbleibend war aber die herzliche Gastfreundschaft und die reichhaltige Versorgung, die den Elbefahrern an jedem Etappenort zu Teil wurde.

Coswig in Sachsen bot unter anderem einen Shuttleservice zum nächsten Supermarkt und für Kulturinteressierte einen Besuch der Villa Teresa an. In Riesa sorgte die Marinekameradschaft für ausreichend Kaltgetränke und Grillspezialitäten. Manch einer fand sogar einen trockenen Schlafplatz in der großen Bootshalle. In Prettin betraten die Kanuten das erste Mal das sächsisch-anhaltinische Ufer und auch hier wurde für alles gesorgt.

Nach der windigen Lang-Etappe bot die Elbe auf der Strecke bis Wittenberg ein komplett gegensätzliches Bild. Ruhig schillernd lag das lange Band des Flusses vor dem Bug. Bei Windstille konnte man den Rufen der zahlreichen Vögel lauschen und eine leichte Bewölkung verhinderte, dass die Sonne zu sehr brannte.

Darüberhinaus erlaubte die etwa 4 km/h Eigenströmung des Stroms ein leichtes Vorwärtskommen. Selbst die, die sich lange Strecken treiben ließen, erreichten Wittenberg rechtzeitig zur Kaffeezeit und freuten sich über den leckeren Kuchen aus dem Holzbackofen.

Lutherstadt Wittenberg begeht dieses Jahr aufwändige Feiern zu 500 Jahre Reformation, das Konterfei von Martin Luther ist allgegenwärtig und streckenweise nimmt alles schon fast groteske Züge an: Luther im Che-Guevara-Stil auf einem T-Shirt mit der Aufschrift „Viva la Reformation“, Lutherbier und Luther-Burger zum Sonderpreis im großen Hotel der Stadt.

Für die Elbefahrer hat der ausrichtende Verein, die WSG Wittenberg, am wohlverdienten Ruhetag ein buntes und interessantes Kulturprogramm gestrickt: mit Luther als Aufhänger, aber nicht als alleiniges Thema.

Die Internationale Elbefahrt entstand nach der Wiedervereinigung aus mehreren Teilfahrten auf beiden Seiten der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Nach einer fünfjährigen Pause ab 2008 wurde sie 2014 mit der 20. Ausgabe wiederbelebt und lockt seither jedes Jahr bis zu 100 Teilnehmer auf den weitgehend naturbelassenen Strom quer durch Deutschland. Hauptaugenmerk ist nicht nur das Paddeln, sondern auch die Kultur und das Leben am Fluss. Die meisten Etappenorte bieten dazu ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Alle Infos: www.internationale-elbefahrt.de