23. Internationale Elbefahrt: Zweiter Bericht23. Internationale Elbefahrt: Erster Bericht
Szene

Durch das stille Tal der Mittelelbe

Coswig lockt mit viel Kultur - Flott geht es an Magdeburg vorbei

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Nach dem Ruhetag in der Lutherstadt Wittenberg geht es für die zweite Elbefahrtwoche frisch erholt aufs Wasser.

Die erste Etappe nach Coswig gehört zu den kürzesten der Gesamtstrecke, nur 23 Kilometer sind zu bewältigen. Das erlaubt auch einen erneuten morgendlichen Besuch der Attraktionen in der Stadt, einen mittäglichen Start und trotzdem ist man zur Kaffeezeit am Ziel. Allerdings starten die Meisten doch zur gewohnten Zeit zwischen acht und neun Uhr und die schnellsten erreichen das Ziel dann schon gegen elf Uhr.

Was tun in Coswig? Zeltaufbau, Mittagsschlaf, Einkaufsbummel? Am frühen Nachmittag bekommen Kulturinteressierte ein Konzert in der Coswiger Kirche und der Künstler ist so erfreut über den regen Zuspruch, dass er danach noch durch die Kirche führt und die dortige Orgel in allen Einzelheiten erklärt.

Nach Coswig fließt die Elbe dann in das Biosphärenreservat Mittelelbe und die Natur gewinnt immer mehr die Oberhand. Noch kurz durchschneidet das lärmende Band der Autobahn das stille Tal, aber schnell hört man wieder das Rauschen der Blätter und die Rufe der zahlreichen Vogelarten. Der Wörlitzer Park und die Bauhausstadt Dessau wird links liegen gelassen und beim Köthener Kanuclub in Aken findet der Elbepaddler erneut herzliche Aufnahme.

Auch die Folgeetappe nach Magdeburg stellt mit lauen Winden, wechselnder Bewölkung und trockenem Wetter keine große Herausforderung. Allerdings erschwert der niedrige Wasserstand das Erreichen des Kanu-Klubs Börde in der Alten Elbe. Dieser Seitenarm ist fast komplett versandet, ein Ausbaggern kommt durch das schadstoffbelastete Erdreich und die dort entstandenen Biotope nicht in Frage.

Die Mitglieder des KK Börde packen mit an und gemeinsam wird auch dieses Hindernis bewältigt. Immerhin fließen jetzt die Hochwassergelder und der Kanuverein kann endlich das alte Bootshaus sanieren. Ein Bootshaus allerdings, das fast auf dem Trockenen liegt...

Entlang der Stadtkulisse der Landeshauptstadt geht es flott dahin, denn der berüchtigte Domfelsen engt die Elbe hier stark ein. Erst unterhalb kommt sie wieder soweit zur Ruhe, dass man einen Blick auf den Dom, das Hundertwasserhaus und die Festung erhaschen kann. Die große Trogbrücke des Mittellandkanals überspannt die Elbe bei Hohenwarte, danach finden sich zahlreiche Sandbuhnen für eine kleine Pause, bis das Bootshaus und Ziel in Rogätz in Sicht kommt. Für die Nacht sind starke Gewitter vorhergesagt, aber das Elbefahrercamp bleibt auch dieses Mal verschont.

Der Folgetag nach Tangermünde führt dann entlang der zahlreichen Deich- und Buhnenbaustellen. Hier werden letzte Hochwasserschäden von 2013 beseitigt. Tangermünde selbst lädt mit seiner malerischen Kulisse hoch auf der Endmoräne gelegen zum zweiten Ruhetag dieser Drei-Wochen-Fahrt ein.

Die Internationale Elbefahrt entstand nach der Wiedervereinigung aus mehreren Teilfahrten auf beiden Seiten der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Nach einer fünfjährigen Pause ab 2008 wurde sie 2014 mit der 20. Ausgabe wiederbelebt und lockt seither jedes Jahr bis zu 100 Teilnehmer auf den weitgehend naturbelassenen Strom quer durch Deutschland. Hauptaugenmerk ist nicht nur das Paddeln, sondern auch die Kultur und das Leben am Fluss. Die meisten Etappenorte bieten dazu ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Alle Infos: www.internationale-elbefahrt.de