Polnische Schönheit
Reise

Auf den Flüssen Europas

Seit März sind die beiden Freunde Daniel Egger und Pirmin Dlugosch unterwegs auf ihrem Trip »Just our backyard«. Doch zunächst einmal: Was meinen sie überhaupt mit dem Titel des Projekts?

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Update vom 22. März 2017: Alpen & Korsika

Wir beide sind seit vielen Jahren regelmäßig mit unseren Kajaks in der Weltgeschichte unterwegs. Egal ob Südamerika, Amerika, Indien, Mittelamerika, Afrika oder der skandinavische Raum - gemeinsam haben wir ein großes Flusskonto. Unsere Vorstellung für das aktuelle Projekt basiert diesmal jedoch auf einem anderen Gedanken: Wir möchten Europa erkunden!

Das Internet und sämtliche Kajakforen sind überfüllt mit Berichten aus fernen Ländern mit bildschönen Wasserfällen, endlosen Slides und glasklarem blauen Wasser. So denkt man sich immer: „Mensch, da muss ich unbedingt auch einmal hinfliegen.“ Doch um genau diese Art von Flüssen befahren zu können, müsste man sich lediglich nur ein paar Stunden in sein Auto setzen und die Flüsse unserer Heimat erkunden. Genau das ist es, was uns auf den Gedanken gebracht hat, drei Monate den besten Wasserständen quer durch Europa zu folgen.

Es muss nicht weit weg sein

Lange Rede kurzer Sinn: unser erster Stop nachdem wir unsere Reise in Daniels Heimat (Schladming) beginnen, ist der wohl schönste Bach im Tiroler Land, die Brandenburger Ache. Am Vorabend bereits angereist, treffen wir einige Paddler im Kramsacher Bootshaus und bei ein bis zwei Bier wird der morgige Tag besprochen.

Am nächsten Morgen befinden sich circa 15 bis 20 Paddler am Einstieg der Kaiserklamm. Dies ist der oberste Abschnitt der Brandenburger Ache. Anschließend wird gemeinsam bei Traumpegel und Kaiserwetter die „Brandy“ befahren. Glücklich und zufrieden über den gelungenen Auftakt entscheiden wir uns einen weiteren Klassiker, diesmal im Salzburger Land, zu machen.

Gen Süden

Die Saalach bzw. Loferschlucht ist ebenso ein Wildwasser der Extraklasse. Kontinuierlich steil und ausreichend wasserführend gräbt sich die Saalach durch die Loferschlucht und bietet mit ihren schönen Boulder einen Spielplatz für Erwachsene. Ein besseres Warmup für unseren Trip konnten wir uns nicht wünschen. Das aktuelle Wetter lässt uns nicht lange überlegen und wir entscheiden uns noch am selben Nachmittag die Zelte in Lofer abzubauen und den Weg weiter südlich einzuschlagen.

Der nächste Stop ist Korsika. Korsika zählt definitiv zu den bekannteren Wildwasserzielen vieler Paddler im europäischen Raum. Ehrlich gesagt, ist dies auch kein großes Wunder. Mit dieser Fülle an befahrbaren Wildflüssen auf engstem Raum und meist warmen Wetter bietet Korsika für jede Paddlerklasse traumhafte Bedingungen.

Bereits am nächsten Tag befinden wir uns auf der Fähre von Livorno nach Bastia. Vier Stunden später sind wir dann schon auf dem Weg zu unserem ersten Stopp auf Korsika: Camp Ernella.

Das Camp Ernella ist für uns die perfekte Ausgangsbasis, um die meisten Flüsse im Umkreis paddeln zu können. Wir beide waren bereits einmal zuvor auf Korsika, allerdings haben wir noch einige Flüsse auf unserer To-Do-Liste, welche wir unbedingt abhaken möchten. Klangvolle Flussnamen wie Travo, Vecchio, Golo oder Taravo wecken unsere besondere Aufmerksamkeit. So werden am nächsten Morgen hochmotiviert um 9 Uhr die Boote geladen und der erste Flussabschnitt auf Korsika gepaddelt.

Eine Insel mit Potential

Der Mittlere Vecchio sticht durch seine wunderschöne Schlucht mit vielen, vielen Bouldersteinen und dem komplett klarem Wasser hervor. In den folgenden zehn Tagen auf Korsika können wir dank der Mithilfe von Bernhard Steidl, Besitzer und Gründer der Kajakschule Source to Sea, viele Bäche im Umkreis paddeln. Was uns jedes Mal wieder beeindruckt, ist die Vielseitigkeit dieser Insel. Egal ob Grundgesteinsrutschen und wundervolle, sowie anspruchsvollere Stellen, wie etwa die Pröllerstufe auf dem Travo oder endlos erscheinende Abschnitte durch den feinsten Bouldergarden am Taravo - diese Insel hat Potential ohne Ende.

Nach zehn Tagen auf der Insel und acht Tagen Kajakfahren ist es Zeit für uns das Wetter im Rest von Europa zu checken. -16 Grad Celsius in den Pyrenäen hören sich weniger wasserreich an. Massiver Regen gepaart mit kuscheligen 12 Grad Celsius im Tessin und Piemont lassen unsere Herzen jedoch höher schlagen. Also geht es ab auf die Fähre und weiter auf die Reise durch unsere wunderschöne Heimat.

Fortsetzung folgt...

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