Paddeln gegen Plastikmüll
Reiseinfos

Wildwasser in Griechenland

Kristallklare Flüsse, schroffe Klammen, uriger Charme in den Ortschaften, leichtes bis mittelschweres Fahrwasser: Im aktuellen KANU Magazin präsentiert Autor Christian Zicke die spektakulärsten Wildwasser-Etappen Nordgriechenlands. Hier die dazu gehörigen Reiseinfos.

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Anreise/Reisen vor Ort: Zugegeben, Griechenland liegt nicht gleich ums Eck. Doch wer bereit ist, den Weg in den Südosten Europas auf sich zu nehmen, der trifft auf eine völlig einzigartige Flusslandschaft, wie es sie in Europa sonst nicht gibt. Von Nord bis Süd hält sich eine unglaubliche Vielzahl großartiger Flussabschnitte versteckt, fast immer tief eingeschnitten in die schroffe Natur.
Und seien wir mal ehrlich: Bis zum Hafen von Ancona, dem wichtigsten Fährhafen für alle, die von Zentral-Europa nach Griechenland oder in die Türkei reisen möchten, sind es von Dortmund  knapp 1300 Kilometer, also gut 250 mehr als zur Soca und 100 mehr als zur Korsika-Fähre. Und dann? Dann fängt der Urlaub direkt an – und zwar schon an Bord. Sobald mich der Einweiser auf die Fähre winkt und mit seinem Kauderwelsch aus italienisch, griechisch, englisch und deutsch einzuweisen versucht, bin ich in Urlaubsstimmung, parke geschwind ein und verschwinde zum ersten Glas griechischen Weins an Deck, wo ich mich zurücklehne und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse.

Ergo: Der entspannteste Weg ist der mit der Fähre von Ancona nach Igoumenitsa. Günstig (und mittlerweile wieder gut) ist die Fährlinie Minoan Lines (www.minion.gr). Alternativ gibt es immer wieder günstige Flüge, vor allem in der Vorsaison, nach Korfu, Thessaloniki und Athen. Die griechischen »green busses« verbinden alle wichtigen Orte und ersetzen quasi die nicht existente Eisenbahn. Auch Leihwagen gibt es in der Nebensaison ab sagenhaften 20,- Euro/Woche, eine gute Recherche vorausgesetzt.

Straßen: In den letzten Jahren wurde viel Geld in neue Straßen investiert. Die in der Reportage im Heft beschriebenen Abschnitte können allesamt über ganz normale Asphaltstraßen angefahren werden, es sei denn, es wird im Text eindeutig erwähnt. Trotzdem dauert das Autofahren in Griechenland unter Umständen lange. Den langsamen Fahrzeugen, Schafen und abgebrochenen Felsbrocken auf der Straße sowie den vielen Serpentinen sollte man mit der nötigen Gelassenheit entgegentreten. Plant man den einen oder anderen Foto- oder Kaffee-Stop ein, so wird das Reisen zum Genuss. Am meisten Freude macht ein Roadtrip im robusten Camper mit ausreichend Bodenfreiheit, doch auch mit Zelt und Pkw reist es sich gut.

Shuttle: Auch wenn das Versetzen der Fahrzeuge teils länger dauert als das Paddeln selbst, so ist es in der Regel alle Mühen wert. In der Region rund um Plaka bieten Nikos und Marina von Via Natura einen Shuttle-Service mit Bootstransport an. So kann man eine 30 Kilometer lange Paddelstrecke absolvieren und verbringt gerade einmal eine knappe Stunde am Tag im Auto, das lohnt sich.

Leihboote/Ausrüstung: Kajaks kann man leihen bei Nikos und Marina (www.via-natura.gr). Es stehen hauptsächlich Kajaks von Lettmann und Spade zur Auswahl. Kajakläden gibt es in der Region nicht, es sollte also ausreichend Ersatzausrüstung mitgebracht werden, wenn man sich keiner organisierten Tour anschließt. Auf jeden Fall sollten ein üppiges Schluchten-Erste-Hilfe-Set und ein Ersatzpaddel im Kajak mitgeführt werden. Griechische Schluchten sind oft tief und der einzige Weg führt häufig flussab.

Beste Zeit: Paddeln kann man in der Regel den ganzen Winter über, dann kann es in Nordgriechenland aber auch empfindlich kalt werden. Wir hatten allerdings auch im Februar schon über 20 Grad. Wer im Winter unterwegs ist, kann im Zweifel immer noch auf die wärmeren Paddelgebiete im Süden ausweichen. Klassische Zeit ist allerdings zwischen März und Mai, vielleicht noch bis in den Juni hinein. Dann in der Regel wieder ab November, wenn die ersten Herbststürme frisches Wasser gebracht haben.

Alternativen zum Paddeln:
Es ist nie weit bis zum Meer. Sollte es sich in den Bergen einregnen, so ist es an der Küste häufig einige Grad wärmer und sonniger. Wer einen Ausgleich zum Paddeln braucht, wird in den Bergen, vor allem in der Region rund um den Vikos-Aoos-Nationalpark und den Arachtos, viele Möglichkeiten zum Wandern finden. Auch das Mountainbiken ist in Griechenland auf dem Vormarsch, allerdings sind die meisten Trails noch ziemlich wild und abenteuerlich. Natürlich kann man sich auch jede Menge Kultur antun, viele Klöster und historische Stätten laden dazu ein. Einen Ausflug nach Ioannina, die Hauptstadt der Region Epirus, wird man nicht bereuen. Das Chaos in den griechischen Ortschaften hat seinen ganz eigenen Charme.

Geführte Reisen: Es gibt einige Anbieter, die in Griechenland geführte Touren anbieten. Autor Christian Zicke bietet zusammen mit seiner Frau Nadja schon seit 2006 Wildwasserreisen in ganz Griechenland an. Zur Wahl stehen diverse Roadtrips oder entspannte Camps am Arachtos. Hier kann auch im Hotel von Nikos und Marina genächtigt werden, was entspanntes Reisen mit leichtem Gepäck ermöglicht. Weitere Infos: www.outdoordirekt.de/griechenland

Noch mehr Griechenland: Auch in Zentral- und Südgriechenland gibt es unendliche Möglichkeiten, dem Wildwassersport zu frönen. Da der Autor in der Regel mehr Zeit in Griechenland als in Deutschland verbringt, gibt es regelmäßige Beiträge über griechische Abenteuer auch im Blog seiner Homepage:
www.outdoordirekt.de/blog

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