Oberpfalz/Regen
Oberpfalz

Ruhe-Reservat

Viele Feriengebiete in Deutschland stöhnten im Coronasommer 2020 unter dem starken Ansturm der Besucher. Die Oberpfalz bildet eine Ausnahme. As prominenteste Gewässer in dieser Region: der Regen. 

 

 

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Der ganzjährig befahrbare Regen entsteht aus den Quellflüssen Schwarzer und Weißer Regen, die sich direkt unterhalb des Blaibacher Stausees vereinigen. Mit einer 107 Kilometer langen Flussstrecke, die komplett als Kanu-Wanderweg ausgebaut ist, gehört der moorbraune Fluss zu den interessantesten Gewässern für eine Mehrtagesfahrt.

Flussnahe Übernachtungsmöglichkeiten, Rastplätze sowie trittsichere Ein- und Aussetzstellen mit Parkplätzen liefern auch dem weniger erfahrenen Paddler Orientierung und Infrastruktur. Zwischen Blaibach und Regensburg gibt es eine Bahnverbindung. Trotzdem hält sich der Andrang selbst in Ferienzeiten überwiegend in Grenzen. Problematisch sind allenfalls sonnige Ferien-Wochenenden.

Die Nähe zum Nationalpark Bayerischer Wald sowie zahlreiche Berggipfel und Bikemöglichkeiten sind weitere Argumente, einen näheren Blick auf diese Region zu werfen. 15 bestens beschilderte Wehre regulieren den Fluss (im Text nicht alle erwähnt), einige sind mit Bootsrutschen ausgestattet.

Einstieg in Blaibach

Die Fahrt beginnt unterhalb der Staumauer oder am beliebten Campingplatz Aquahema in Blaibach-Kreuzbach. Der Ort bekam vor wenigen Jahren ein avantgardistisches Konzerthaus und damit überregionale Aufmerksamkeit. Schon die erste Etappe sorgt für zahlreiche Höhepunkte. Miltach erreicht man nach wenigen Kilometern Fahrt. Ein Rastplatz lockt zur kurzen Pause. Das Schloss Miltach ist leider nicht mehr zu besichtigen. Auf halbem Weg nach Chamerau liegen Findlinge im Flussbett, eine moderate Stromschnelle sorgt für Abwechslung. Vor der nächsten Straßenbrücke und dem Wehr kommt die Strömung völlig zum Erliegen. Die lustige Bootsrutsche auf der linken Seite darf bei »grün« befahren werden und reizt zur Wiederholung. Direkt oberhalb bietet sich der Biergarten des Gasthofs Bäckerwirt zur deftigen Einkehr an. Chammünster liegt auf dem Weiterweg nach Cham, wo die meisten Paddler am Zeltplatz des Kanuclubs übernachten. Einen Spaziergang durchs malerische Städtchen mit dem interessanten Figurenbrunnen und dem auffälligen Bierturm sollte man keinesfalls verpassen.

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Paddeln im Naturschutzgebiet

Der Weiterweg auf dem Fluss führt durch das Naturschutzgebiet Regentalaue. Vom Aussichtsturm am Rastplatz Untertraubenbach hat man Einblicke in die Altwässer und Feuchtwiesen, und in einiger Entfernung sieht man den Gipfel des Arber. Über Pösing geht es im Anschluss entspannt weiter nach Roding (Zeltplatz). Der dritte Tag bietet weitere Höhepunkte. Nach der Wehrumtragung an der Petermühle landen wir schon bald an einer Fußgängerbrücke an, um die sehenswerte Wallfahrtskirche Heilbrünnl zu besichtigen. Und weil man schon einmal hier ist, hat man wenig Argumente gegenüber Mitpaddlern, die eine Einkehr in den benachbarten Bilderbuchbiergarten für eine zwingende Notwendigkeit halten. Doch die muss man büßen, da in der Folge strömungsbedingt viel Paddelarbeit erforderlich ist.

Spaß in der Bootsgasse

Vorbei an der Burg Regenpeilstein erreicht man die Wehranlage Wiesing-Regenmühle. Die Bootsgasse auf der rechten Flussseite macht richtig Spaß, und das einsame Tal in der Folge nach Walderbach ist besonders idyllisch. Zunächst liegt der Gasthof Imhof in abgelegener Lage am Fluss (gegenüber einer Biberinsel). Dann folgt das Naturschutzgebiet Regentalhänge, und später wird der Blick frei auf das Zisterzienserkloster Walderbach am rechten Talhang.

Flussabwärts liegt der Jugendzeltplatz Reichenbach und darüber das Kloster Reichenbach. Am Ende der Etappe erreicht man das Städtchen Nittenau mit einem Campingplatz am benachbarten Freibad. Die vorletzte Etappe auf dem Regen führt durch ein besonders malerisches Flusstal und ist bei Tagesfahrern sehr beliebt. Bei höherem Wasserstand sorgen im Bereich von Marienthal einige Granitfindlinge in der Strömung für leichte Verblockung und kleine Schwälle. Hoch über dem Tal fällt der Blick auf mehrere Schlösser und Burgen, darunter die Burgruine Stockenfels, das »Geisterschloss der Bierpanscher«, so der Name eines Festspiels im Sommer.

Endstation Regensburg

Der Kanutag endet an der Brücke beim Flussfreibad Ramspau unterhalb eines Barockschlosses mit Zwiebeltürmchen. Die Schlussetappe über Regenstauf nach Regensburg ist durch die nahe Autobahn etwas weniger naturnah und wird daher selten von Tagesfahrern frequentiert. Schöne Flussschleifen, ein weiteres Wehr mit Bootsrutsche und vor allem die Ankunft in der mittelalterlichen Universitätsstadt Regensburg sind dennoch Höhepunkte.

Etappen:

Blaibach-Cham 22 km

Cham-Roding 22 km

Roding-Nittenau 24 km

Nittenau-Ramspau 20 km

Ramspau-Regensburg 20 km.

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Und ewig lockt die Oberpfalz

Der Regen ist das bekannteste Paddelgewässer in der Oberpfalz. Doch es locken viele weitere Paddel-Attraktionen.

Lesen Sie mehr im Kanu-Magazin 02/2021:

 

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