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Leipziger Allerlei

Acht Tagestouren rund um Leipzig

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Wer an Leipzig denkt, der denkt an Völkerschlachtdenkmal, an Gewandhaus und die friedliche Revolution – aber nicht an ein Kanuparadies, das bundesweit seinesgleichen sucht. KANU-Autor Falk Bruder, eigentlich Schwabe, doch der Liebe halber nach Leipzig gezogen, hat sein Herz dort nicht nur an Madam, sondern auch an die unzähligen Wasserflächen verloren.

Die Vision von der Wasserstadt Leipzig und der Anbindung der Stadt an die Weltmeere ist ein Traum, der schon über 200 Jahre in den Köpfen der Stadtväter herumspukt. Nach den ersten Planungen durch Friedrich August I. zu Beginn des 19. Jahrhunderts rekrutierte der Industrielle Karl Heine ab 1856 die ersten Arbeiter-scharen. Sein Werk ist der heute nach ihm benannte Karl-Heine-Kanal, der 2,6 Kilometer von der Weißen Elster aus durch die Stadtteile Plagwitz und Lindenau führt und seit 1898 kurz vor dem Lindenauer Hafen endet. Dieser Hafen (in dem noch nie ein Schiff angelegt hat ...) und das zweite wichtige Teilstück, der Saale-Elster-Kanal, wurden zum Ende der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts geschaffen. Leider kam der Vollendung der Zweite Weltkrieg dazwischen. Die tatkräftigen Männer wurden anderweitig verheizt und so fehlen seither die Verbindungen vom Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen, von diesem zum Saale-Elster-Kanal und in Sachsen-Anhalt dessen letztes Teilstück mit der Anbindung an die Saale. 

KANU-Autor

Steckbrief
Falk Bruder

Schon seit 20 Jahren ist Falk Bruder (48) der KANU-Stechpaddel-Beauftragte. Egal ob TID, Internationale Elbefahrt oder Wildnistour in Alaska – Falk ist stets kniend und mit dem Stechpaddel unterwegs.

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Nach der Wende wurde für den Großraum Leipzig ein wassertouristisches Nutzungskonzept erarbeitet. Dem Konzept zufolge sollen nicht nur aus ehemaligen Tagebaugruben neue Seen im Süden und Norden von Leipzig entstehen und diese untereinander und mit den Fließgewässern der Stadt verbunden werden, sondern endlich soll auch die Saale an das Gewässernetz angeschlossen werden. Momentan fehlen aber für einig-e der Lücken noch die nötigen Investoren und so bleibt die Vision auch weiterhin ein Traum. Vorerst!

Doch von diesem Status quo sollten sich Paddler keinesfalls abhalten lassen, denn in den letzten zwanzig Jahren sind schon viele Anstrengungen unternommen worden und viele Bausteine des Gewässernetzes von Leipzig lassen sich schon länger problemlos mit dem Kanu entdecken. Im Juli 2011 wurde der offizielle »Kurs 1« eingeweiht, der jetzt eine hindernisfreie Befahrung auf dem Wasserweg vom Stadthafen nahe des Zentrums bis zum Cospudener See im Süden von Leipzig erlaubt. Mit einmal Umtragen lässt sich dieser »Kurs 1« mit dem »Kurs 1a« verbinden und ermöglicht so eine 21 Kilometer lange Rundtour, die zu den besten Dingen zählt, die man an einem Paddeltag in Deutschland machen kann.

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Erschienen in Heft 01/2012
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