DonautourPfaffenwinkel
Gefahren & Befahrungsregeln

Hinweise zum Chiemsee

In KANU 2/2020 (erhältlich ab 7. Februar) werden fünf Paddeltouren für den Winter vorgestellt, darunter ein Ausflug zur Fraueninsel im westlichen Chiemsee. Hier die Gefahren-Hinweise und Befahrungsregeln für das »Bayerische Meer«.

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Gefahren: Wie alle Voralpenseen neigt der Chiemsee zu plötzlichen Wetterumschwüngen. Kräftige Winde bis hin zur Sturmstärke mit starkem Wellengang und Gewitter können hier zügig aufziehen – mit über 30 Gewittertagen pro Jahr gehört das bayerische Voralpenland zu den gewitterreichsten Gebieten Deutschlands. Bei unsicheren Wetterverhältnissen sind große Querungen also mit Vorsicht zu genießen (und das gilt im Winter noch mehr, denn Kenterungen können jetzt lebensgefährlich werden). Generell ist der südwestliche, im Artikel beschriebene Seeteil mit seinen Inseln und tief eigeschnittenen Buchten etwas geschützter als die große, offene Wasserfläche im Osten und Norden.
Am Chiemsee gibt es ein Sturmwarnsystem aus Ufermasten mit Blinklichtern (in Betrieb von Anfang April bis Ende Oktober täglich 7 bis 22 Uhr). Orangefarbene Blitze warnen vor starkem Wind und Wellenbildung. Dabei wird unterschieden zwischen Starkwindwarnung (erwartete Windstärken von sechs bis acht Beaufort/25 bis 33 Knoten, 40maliges Blinken in der Minute) und Sturmwarnung (erwartete Windstärken von acht Beaufort/34 Knoten und mehr, 90maliges Blinken in der Minute). Aber egal, ob Starkwind- oder Sturmwarnung: Bei einsetzenden Warnblitzen ist das Wasser schnellstmöglich zu verlassen!
Ausführliche Infos zu Wind und Wetter auf dem Chiemsee: http://www.chiemsee-segeln.de/windwetter.htm. Unwetterwarnungen gibt es hier: www.unwetterzentrale.de.
Eine weitere Gefahrenquelle auf dem Chiemsee ist die besonders in der Hochsaison intensive Seeschifffahrt. Achtung also auf die dicken Pötte, die haben immer Vorfahrt. Besonders gut aufpassen sollte man in der Nähe der Anlegestellen und im Nadelöhr zwischen der Halbinsel Urfahrn und Herrenchiemsee. Wer hier queren will, tut das am besten zügig.
Und noch etwas, auch wenn das Bier auf der Fraueninsel noch so gut schmeckt: Vorsicht mit dem Alkohol – erstens begibt man sich nach dem Biergarten noch aufs Wasser, und zweitens gilt auch hier, genauso wie am Steuer eines Autos, die Promillegrenze von 0,5.

Befahrungsregeln/Sperrgebiete: Gesperrt sind der Zufluss der Tiroler Ache mitsamt dem Achedelta im Südosten des Sees (Naturschutzgebiet, markiert durch weiße Bojen). Tabu ist auch der Abfluss der Alz zwischen 1. Januar und 30. Juni. In einigen ufernahen Bereichen gilt ein ganzjähriges Befahrungsverbot – hier sollte man dringend die Beschilderung beachten. Grundsätzlich sollte man ausreichenden Abstand zum Ufer und vor allem zu den Schilfgürteln einhalten – und das nicht nur in den durch Bojen markierten Ruhezonen für Vögel, Fische und Schilfbestand. Leider sind diese Bojen etwas spärlich verlegt. Im Winter gilt dieses »Abstands-Gebot« in verstärktem Maß: Es sollte vermieden werden, Tiere zu Fluchtbewegungen zu veranlassen – jetzt, in der kalten Jahreszeit, benötigen diese ihre Energie zum Überleben.

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