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Praxis

Richtig planen im Winter!

Nicht zu lang und nicht zu schwer, Erstbefahrungen vermeiden und vorab gut informieren – Tipps für die Paddeltouren-Planung im Winter.

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Jede Paddeltour beginnt auf dem Trockenen – mit der richtigen Planung. Im Winter, bei schnell wechselnden Wind- und Wetterverhältnissen, gilt das umso mehr. Dazu gehört es zunächst, das Gewässer zu kennen, Infos über Wetter und Wasserstände zu sammeln – von Erstbefahrungen sollte man in der kalten Jahreszeit tunlichst Abstand nehmen. Wichtig sind möglichst aktuelle Infos, denn die Gegebenheiten auf einem Gewässer können sich gerade jetzt zügig ändern. So verändert Hochwasser einen Fluss schnell, die Fließgeschwindigkeit steigt, Ufer sind unter Umständen durch angespülte Bäume kaum noch zu erreichen, unter kleine Brücken/Stege passt man möglicherweise nicht mehr durch. Und auch NACH einem Hochwasser schwimmen oft vermehrt Bäume im Fluss. Ganz zu schweigen davon, dass sich jeder Fluss im Lauf der Jahreszeiten verändert und sich durchaus vom gemütlichen Wander-Wasserweg zur Herausforderung wandeln kann.

Vorab gründlich recherchieren!

Zudem muss man natürlich die Gefahrenstellen kennen (beispielsweise Wehre, überhängende oder umgestürzte Bäume, Pfosten, Metallstangen oder Brückenüberreste im Fluss, Stromschnellen, Wasserfälle etc.) und sich mit den Warnsignalen vor Ort vertraut machen, beispielsweise mit Sturmsignalen und Schifffahrtszeichen. Eine gute Recherchequelle bieten hier die im Handel erhältlichen Kanu-Reiseführer, Flussführer und Flussbeschreibungen (eine große Auswahl gibt es hier: www.thomas-kettler-verlag.de und/oder www.kanu-verlag.de/home/verlag/gewaesserfuehrer.xhtml), die App Canua und Gewässerkarten, verbunden mit tagesaktuellen Informationen aus dem Internet wie Online-Pegelmeldungen oder Wettervorhersagen. Im Zweifel klärt auch ein Anruf bei einem ortsansässigen Bootsverleih, Kanuschule, Verein o.ä. die Lage. Bei unsicheren Wetterverhältnissen, besonders bei drohendem Gewitter oder Sturm gilt: an Land bleiben!

Sich nicht übernehmen!

Bei der Planung nicht vergessen: Es wird früh dunkel – Strecke also nicht zu lang veranschlagen. Zumal die Temperaturen nachts schnell fallen und manche Gewässer dann ganz oder teilweise zufrieren können. Und am besten ein, zwei Stellen auf der Route einplanen, an denen man die Tour bei unvorhergesehenen Ereignissen unkompliziert abbrechen kann (und von denen man ebenso unkompliziert zum Fahrzeug zurück kommt). Unerwartete Hindernisse oder Strömungen, ein spontaner Wetterumschlag, die Gefahr, es bis zur Dunkelheit nicht bis zum geplanten Ausstieg zu schaffen, oder wenn man schlicht und ergreifend so stark friert, dass das Ganze keinen Spaß mehr macht – gerade im Winter gibt es viele Gründe, dem Wasser vorzeitig den Rücken zuzukehren. Die Erfahrung zeigt, dass im Winter eine Tourenlänge von einer bis drei Stunden meist ausreichend ist – danach kriecht die Kälte oft auch durch die dicksten Klamotten-Schichten.

Und noch etwas ist wichtig: Vor der Tour sollte man einem Angehörigen oder einer anderen Vertrauensperson folgende Informationen geben: welches Gewässer steht auf dem Plan, wo liegen Ein- und Ausstieg, für wann ist die Rückkehr geplant. Ebenfalls sollten die Handynummern bekannt sein.

Noch mehr Tipps für die Tourenplanung im Winter gibt es im aktuellen KANU Magazin, derzeit im Handel und hier zu haben: https://shop.jahr-tsv.de/kanu/1989146?itemId=1989146&utm_campaign=einzelhefte-heftuebersicht&utm_source=KANU&utm_medium=Site-Homepageeinbindung&onwewe=0601&productId=70521270

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