Seekajak Workshop I
Workshop

Besser stechpaddeln!

Die Canadier-Fahrschule mit dem Stechpaddel-Guru Falk Bruder.

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Manch sportlich ambitionierter Paddler verpönt Canadier hinter vorgehaltener Hand als träge Lastesel. Dabei lassen sich die offenen Kanus sehr präzise und effizient bewegen – wenn die Besatzung die richtige Technik beherrscht. In unserem zweiteiligen Workshop erklärt Stechpaddel-Guru Falk Bruder die Grundlagen des Canadierfahrens. 

Um im Zweiercanadier alle wichtige­n Fahrmanöver durchführen und das Boot sicher steuern zu können, sollte man auf jeder Sitzposition drei unterschiedlich­e Paddelschläge beherrschen: Für den hinten sitzenden Steuermann sind das der Grund- oder Treibschlag, der Steuerschlag und der Bogenschlag. Der Vordermann sollte ebenfalls den Grund- oder Treibschlag beherrschen, braucht aber zusätzlich den Ziehschlag und den Über­gegriffenen Ziehschlag.

Während die Paddelschläge vorne meist der Einleitung und Durchführung einer Drehung diene­n, werden die Schläge des Hintermanns auch für Kurskorrekturen beim Geradeausfahren verwendet. Darüber hinaus gibt es für den erfahrene­n Canadierfahrer unzählige Paddelschläge und Schlagkombinationen, die oftmals die Effektivität erhöhen, manchmal aber auch nur selten ausgeführten Fahrmanövern dienen. Im Solocanadier vereint man die Position des Bugpaddlers mit der des Heckpaddlers in einer Person, also muss man auch die Schläge von beide­n kennen und können. Im Großcanadier arbeite­n »Avant« vorne und »Gouvernail« hinten miteinander am Kurs des Boots, alle anderen Paddler sind die »Maschine« und einzig für den Vortrieb verantwortlich.

Timing matters: die Schlagphasen
Ein Paddelschlag gliedert sich in vier Phasen. Ersten­s: die Eintauchphase. Danach folgt die Verankerung des Paddelblatts im Wasser, der sogenannte Catch. Daran schließt sich die Kraftphase an, die mit dem Ausheben des Paddel­s ende­t und letztlich die Rückholbewegung ein­leitet, die das Paddel wieder zum Startpunkt zurückführ­t und das nächste Eintauchen und Verankern möglich macht. Je runder, harmo­nischer und fließender sich diese vier Phasen aneinanderreihe­n, desto kraftsparender, effek­tiver und schöner wird die Paddelei.

Einen optimalen, sauberen Paddelschlag erkenn­t man am gänzlich fehlenden Spritzen beim Eintauchen, an einer kaum sichtbaren Verwirbelung des Wassers in der Kraftphase und am möglichst leise und ungehinderten Heraus­führen des Paddelblatts aus dem Wasser. Je wenige­r es spritzt, gurgelt, schwallt und platscht, desto effektiver war der Paddelschlag.

Die vollständige Fahrschule mit folgenden Inhalten gibt’s in unserem Shop als PDF zum Download ...

  • die wichtigsten Paddelschläge erklärt in Bildern
  • wie paddelt man möglichst effizient?
  • wie erwischt man im Canadier jedes Kehrwasser?
  • was tun bei Gegenwind?
  • wie setzt man gezielt die Kante ein?

KANU-Autor

Steckbrief
Falk Bruder

Schon seit 20 Jahren ist Falk Bruder (48) der KANU-Stechpaddel-Beauftragte. Egal ob TID, Internationale Elbefahrt oder Wildnistour in Alaska – Falk ist stets kniend und mit dem Stechpaddel unterwegs.

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Erschienen in Heft 07/2015
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