Von Bains-de-Guitera bis zur ersten Straßenbrücke steigert sich der Taravo kontinuierlich bis zu einem ersten großen Paukenschlag: die kurze, aber sportliche Gorge Rouge beginnt mit kniffligen, kleinen Stufen und endet mit einem verzwickten und schwierig zu erkundenden Katarakt genau vor dem hohen Bogen der Straßenbrücke.
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Oberer Taravo
Die richtige Linie prägt man sich am besten bereits vor der Fahrt von der Straße aus ein. Aber Vorsicht: Aus der Wasserperspektive ist der ruppige Katarakt mal wieder unübersichtlicher und schwieriger zu begutachten als gedacht. Wer diese Herausforderung scheut, steigt vor dem Katarakt an einem Pegelrohr aus und umträgt weiträumig – oder startet die Etappe erst nach der Straßenbrücke der D 757. Der Mittelteil des Taravo ist deutlich leichter und lässt Zeit und Muße, den wunderbar dichten korsischen Wald, alte Brückenruinen und überwucherte Relikte einer längst vergangenen Epoche zu bewundern. Auch eine Pause am Ufer sollte man sich nicht verkneifen. Aber gut aufpassen: nicht vom märchenhaften Ambiente einlullen lassen und den Ruhepuls schnell wieder hochfahren. Denn das schönste und schwierigste Wildwasser dieses Abschnitts (keine Bange, alles gut umtragbar) hat sich der Taravo für den Schluss aufbewahrt.
Charakter: für korsische Verhältnisse recht lange Etappe mit schwierigem Beginn in der kurzen »Gorge Rouge«, gefolgt von einigen entspannten WW-Kilometern. Gerade wenn die erste Langeweile aufkommt, nimmt der Taravo wieder Fahrt für ein furioses Finale auf.
Beste Zeit: April bis Anfang Mai, je nach Schneelage oder Regenfällen. Wenn viele korsische Flüsse bereits trocken sind, gibt’s am Taravo oft noch ausreichend Wasser.
Schwierigkeiten: 11 Kilometer WW 3-5
Gefahren: Der steile Schlusskatarakt der kurzen »Gorge Rouge« ist schwieriger, als es von der Straßenbrücke den Anschein hat.
Einstieg: Bains-de-Guitera (GPS 41°54’0.21”N, 9° 5’49.50”O) oder Brücke D 757 (GPS 41°53’10.71”N, 9°5’23.42”O)
Ausstieg: Brücke D 26 unterhalb Olivese (GPS 41° 50‘45.89“N, 9° 2‘2.01“O)
Shuttle: 15 km Landstraße.
Pegel: rechtsufrig, zwei Minuten Fußweg flussauf von der Brücke D 757. Idealwasser bei 130 bis 160 cm.
Alternativen: Wandern und Biken in den Bergen, Baden und Surfen am Mittelmeer, Baguette und korsische Wildschwein-Salami; oder Paddeln am Rizzanese gleich ein Tal weiter südlich.
Besonderheiten: In Bains-de-Guitera am Einstieg gibt es sehr rustikale heiße Quellen mit schwefelhaltigem Thermalwasser.
Übernachtung: In direkter Flussnähe gibt es praktisch keine Campingplätze. Wildes Camping ist verboten und wird von den Einheimischen überhaupt nicht toleriert. Zahlreiche schöne Zeltplätze gibt es an der Küste, z. B. Camping Chez Antoine in Olmeto Plage.
Infos: www.kajak.at, www.eauxvives.org (französische Kajakdatenbank), Google Maps mit Street View, Wildwasserparadies Korsika von Josef Haas (informativ und unterhaltsam, modernes Antiquariat), DKV-Auslandsführer Band 3 Südfrankreich, Korsika, ISBN 3937743073, 19,95 €. Eine gänzlich andere Herangehensweise verfolgt der Multimedia-Führer »Corsica - Whitewaterguide« von David Ernst und Florian Petry. Sie beschreiben insgesamt 23 Flussabschnitte Korsikas in bewegten Bildern und beinahe Kurve für Kurve. Und auch wenn der beschriebene Abschnitt nicht vorkommt, so lohnt die Anschaffung allein zur Einstimmung. Zu bestellen für 19,90 € im Onlineshop von Kajak.at.





