Gemütlicher Kleinfluss, der seinen Weg vom Lande in die Großstadt findet. Unterwegs mehrere Wehre und ehemalige Schleusen, die fast alle über Bootsschleppen leicht zu umtragen sind.
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Touren
Alster - Natur und Kultur rund um Hamburg
Jede Menge Alster-Wasser
Meine Erinnerungen an unsere letzte Alster-Tour sind nicht unbedingt die besten. Für den Beginn einer schönen Geschichte über den wohl schönsten Fluss in der Umgebung der schönsten Stadt Deutschlands sind sie aber vielleicht genau richtig. Es war im September 2003, als wir die Alster von ganz weit oben beginnen wollten. Eine Komplett-Befahrung, wie sie sich für einen Hamburger Paddler einmal im Jahr gehört. So standen wir kurz nach Sonnenaufgang an der Brücke bei Naherfurt. Knapp 14 Kilometer ist die Alster hier alt, rund 40 liegen noch vor ihr, bis sie das wird, was die meisten Auswärtigen als Alster kennen: Außen- und Binnenalster, zwei Stadtseen, die das Bild Hamburgs prägen. Zu dritt standen wir vor dem Bach, der verkrautet war wie ein Feld voll Grünkohl und in dem man allemal ein Fußbad hätte nehmen können. Der Traumsommer hatte den Traumfluss über die Wochen systematisch verdursten lassen.
Wir können auch anders
Im Auto ging es weiter flussab zur nächsten möglichen Einsatzstelle in Kayhude. Wieder nichts. Wir stoppten in Sandfeld und Rade, die Alster präsentierte sich noch immer als Rinnsal. Erst in Wulksfelde sah es ganz gut aus und nach nochmaligem Versetzen der Autos und einem verspäteten Frühstück am Ufer kamen wir gegen 12 Uhr aufs Wasser – und stolze 20 Meter weit. Hinter der nächsten Biegung ließ uns die erste von vielen Sandbänken gehörig auflaufen. Bis wir irgendwann richtig paddeln konnten mussten wir kilometerlang immer wieder aussteigen und treideln. Erst das letzte Stück am Nachmittag zur Mellingburger Schleuse flutschte ganz wunderbar.
Die schönste Art, die Alster zu erleben
Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wie schön die Alster wirklich sein kann, sollte ich aber wohl besser von feuchten Sommern berichten, in denen der Fluss mehr als genug Wasser hatte.
Wenn Sie einen solchen Sommer erwischen, und dann mal ein Wochenende mit gutem Wetter – ja, auch sowas gibt es hier im Norden – dann erleben Sie auf der Alster die wohl schönste Art, sich an die Großstadt Hamburg ranzumachen. Von hinten, sozusagen. Denn während alle anderen Leute auf dem Landweg kommen, nähern Sie sich der Innenstadt inmitten eines grünen Kanals. In ihn verweben sich nach dem Start zwischen Feldern und Wiesen nach und nach wunderschöne Bauernhäuser und Villen und dann, am Ende eines langen Tages, öffnet sich vor dem Bug plötzlich die Außenalster. Eine weite Wasserfläche, über die hunderte Segel kleiner und großer Jollen tanzen, über die sich Barkassen schieben, klassische oder auch solche mit ohne Dach, die so genannten »Alstercabrios«.
Zwischendrin wird gerudert, sportlich oder romantisch, und eben gepaddelt. Am fernen Ende des großen Sees sieht man schon ganz klein die Kennedybrücke, unter der man hinüber in die kleinere Binnenalster gelangt. Hier locken Eisdielen und Restaurants zum spontanen Landgang. Dahinter erhebt sich die »Skyline« der Hansestadt mit dem Michel, der berühmtesten alle Kirchen Hamburgs und dem 112 Meter hohen
Tourinfo: Von Wulksfelde bis in den Hafen
Länge: 40 km.
Beste Zeit: Ganzjährig. Im Sommer natürlich am Schönsten (Einkehren vom Wasser aus möglich). Wenn es sehr lange trocken war, kann Wassermangel eine Tour allerdings vereiteln.
Pegel: Kein relevanter bekannt.
Ausstieg: Am besten am südlichen Ende der Außenalster, an beiden Uferseiten. Dort kommt man an mehreren Stegen gut aus dem Wasser. Parkplätze in Wassernähe sind leider oft rar. Je näher man dem Rathaus kommt, desto schwieriger wird es.
Gefahren: Auf der Außen- und Binnenalster sowie im Hafen Achtung auf Barkassen und größere Schiffe. Vorausschauend paddeln kann Schlimmeres verhindern. Im Hafen oft sehr hoher Seegang. Dort in jedem Fall mit Schwimmweste paddeln.
Übernachtung: Jugendherberge am Stintfang, Alfred-Wegener-Weg 5, 20459 Hamburg, Tel. 040/313488.
Nächster Kanuverleih: Bootshaus Marienhof, Tel. 040/6066677. Kanuverleih Dornheim, Tel. 040/2794184.
Geführte Touren: Auf der kompletten Strecke keine. Jedoch bietet Globetrotter Ausrüstung von Mai bis September an jedem Mittwochabend begleitete Schnuppertouren durch die Alsterkanäle Hamburgs an, Boote und Ausrüstung werden gestellt. Beginn: 18.30 Uhr. Kosten: 18 €. Infos unter Tel. 040/291223, www.globetrotter.de.
Alternativen: Museen, Bummeln, Baden gehen, Stadtrundfahrten, Kneipen, lecker Essen etc. In Hamburg wird es einem nie langweilig.
Literatur: »Kanuwandern in Nord- und Westdeutschland«, DKV-Führer, Gerlach, Nejedly, BLV Verlag.
»Die Alster – Gewässerkarte mit vielen Tipps und Infos«, herausgegeben von Globetrotter-Ausrüstungen in Hamburg, 5 €.
Infos: Hamburg Tourismus GmbH, Steinstraße 7, 20095 Hamburg, Tel. 040/30051300, www.hamburg-tourism.de.





