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Touren

Donaudurchbruch

 Deutschland, Bayern

Stromauf, stromab durch den Donaudurchbruch

Der Donaudurchbruch ist ein flottes Fließgewässer mit Wirbeln, bei höherem Wasserstand für An­fänger ungeeignet, in den Sommermonaten reger Ausflugsschiffverkehr, der hohe Wellen verursacht. Oberhalb Weltenburg offene Landschaft, reizvoll zu jeder Jahreszeit.

Das Kloster Weltenburg im Donaudurchbruch.

Das Kloster Weltenburg markiert den Beginn des Donaudurchbruchs.
Foto: Michael Neumann

Meine erste Begegnung mit dem Do­nau­durchbruch bei Kelheim hatte ich ganz rückständig auf Schusters Rappen. Die Wanderung von Kelheim stromauf bis zum Kloster Weltenburg war die Lieblingstour meiner Familie. Sofern man beim Wandern von Lieblingstour sprechen kann. Hoch oben über dem Kloster veranstalteten wir ein Picknick auf dem »Adlerhorst«. Von hier glitt mein sehnsüchtiger Blick auf die Paddler tief unten, die scheinbar mühelos donauabwärts trieben, noch etwas beseelt vom Besuch des Klosterstüberl. Dank der tüchtigen Strömung brauchten sie das Paddel allenfalls für Kurs­korrekturen, ansonsten hatten sie den Blick frei auf die Felsenge vor ihnen. Uns blieb nur die Rückfahrt mit dem Ausflugsdampfer, was die Lust auf eine eigene Wasserwanderung aber noch verstärkte.

 

Wenig später lernte ich Reinhold kennen, einen altgedienten Kanadierfahrer, der den Donaudurchbruch wie seine Westentasche kannte. Gemeinsam zäumten wir das Pferd respektive den Durchbruch von hinten auf und setzten die Kanus in Kelheim zu Wasser. Trotz der ordentlichen Strömung gelang es, uns von Kehrwasser zu Kehrwasser und hinter Felsbrocken bis hinauf nach Weltenburg zu hangeln. Es war ein Herbsttag, wie er schöner nicht sein kann. Kalt, aber klar, und das Laub ein einziger Farbenrausch.

BKV-Fahrt: Zu Ehren Agnes Bernauers

Im Donaudurchbruch.

Senkrecht steigen die Felsen aus den Fluten.
Foto: Michael Neumann

 

Natürlich kamen wir nicht umhin, im Weltenburger Klosterstüberl ebenfalls einen Einkehrschwung hinzulegen und ein »Dunkles« zu verköstigen.

 

Bei untergehender Sonne fuhren wir zurück in den »Felsschlund«, wo die Kiesbänke schon im Schatten lagen und sich erste Nebelschwaden aus dem Wasser erhoben. Nur hoch oben glüht die Felsnadeln, dort, wo Falke und Bussard um die Wette kreisten.

 

Wenig später lernte ich auch die andere Variante einer Donaufahrt kennen. Bei der Agnes-Bernauer-Fahrt, die alljährlich im November vom Bayerischen Kanuverband organisiert wird, ging es zusammen mit einer Heerschar an Kanuten von Vohburg bis Kelheim. Die Fahrt erinnert an das tragische Schicksal der jungen Augsburger Bürgerstochter, die 1433 gegen den Willen des Hofes eine Ehe mit Herzog Albrecht III. einging. Nur zwei Jahre später wurde sie nach einer Intrige von Albrechts Vater in der Donau ertränkt. Wer glaubt, dass es daher bei der Fahrt todtraurig zugeht, sieht sich meist nach der ersten Kurve ge­täuscht. Um der Mitte November grassierenden Kälte Einhalt zu gebiegen, kursiert schnell der Flachmann und spätestens in Eining wird die erste Wirtschaft geentert. Wer will, kann aber auch ordentlich am Stock ziehen, damit ihm warm wird. Aber für die meisten ist die Fahrt eher sozialer Event denn sportliche Höchst­leistung.

Mittlerweile bin ich den Donaudurchbruch viele Male gefahren und kenne ihn auch im Gewand der Jahreszeiten. Gern setze ich schon in Vohburg ein, und ab und an kombiniere ich die Fahrt mit einem Appetizer auf Abens oder Paar. Immer genieße ich die Pilze und Kehrwasser, die die Fahrt auch paddeltechnisch zu einem Genuss machen. Wer will, kann sogar die Wellen der Ausflugsdampfer abreiten, die zur Hochsaison stündlich durch die Felsenge tuckern. Zu etwas müssen diese Pötte ja schließlich gut sein. Und kein einziges Mal hat es mich gejuckt, wieder die Wanderschuhe zu schnüren.

Tourinfo: Von Vohburg bis Kehlheim

 

Länge: 28 km, davon 6 km Donaudurchbruch.

 

Beste Zeit: ganzjährig, besonders schön im Herbst.

 

Pegel: bis 400 cm in Kelheim fahrbar, www.bayern.de/lfw/hnd/pegel/10053009.htm#Wasserstand.

 

Gefahren: Bundeswehr-Wasserübungsplatz bei Wackerstein (km 2438). Bei Übungen Spannseile oder Schwimmbrücken. Im Donaudurchbruch Strudel und Unterspülungen, sehr flotte Strö­mung, Schiffsverkehr ab Weltenburg.

 

Übernachtung: Campingplatz in Voh­burg, Zeltmöglichkeit bei Neustadt (nach der B 299-Brücke rechts), Wohn­mobilstellplatz am Pflegerspitz in Kelheim.

 

Gastronomie: Rastplatz und Biergarten in Eining, Kloster Weltenburg mit schönem Biergarten, geöffnet vom 15. März bis 15. November, im Sommer viel los, Infos unter www.weltenburger.de.
Nächster Kanuverleih: Christian Platz­eck, Tel. 09401/51295. Trekking- und Kanuladen, Regensburg, Tel. 0941/ 567777, www.trekking-kanu-laden.de.

 

Alternativen: Paddeln auf der Abens von Abensberg über Bad Gögging bis zur Mündung in die Donau bei Eining. Sehr windungsreicher Kleinfluss, noch mit Zweierkanadiern zu befahren (ca. 14 km). Paar ab Manching, mündet bei Vohburg in die Donau (ca. 12 km), zügige Strömung, wilde Ufer mit interessanter Fauna. Altmühl oberhalb Töging (ab Töging Kanal und Großschifffahrtsstraße). Am 29.11.2003 findet zum 18. Mal die Agnes-Bernauer-Fahrt von Vohburg bis Kelheim statt.

 

Literatur: DKV-Wanderführer für Bayern, zu bestellen für 20,35 Euro unter www.kanu.de. Wassersport-Wanderkarte Deutschland Südost (Nr. 4), Jübermann Verlag für 9,60 Euro + 1 Euro Versand, zu bestellen unter www.juebermann.de.