Zahlreiche Legenden ranken sich um die Lechschluchten, die zu Beginn des alpinen Kajakfahrens als Meisterprüfung schlechthin galten. Die jahreszeitliche Sperrung einer Teilstrecke ab Mitte August und die Entdeckung weniger mühsamer Flüsse haben jedoch dazu geführt, dass die Lechschluchten ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Was schade ist, denn wenn Wasser und Wetter stimmen, bietet der Lech Weltklasse-WW in beeindruckender Kulisse.
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Touren
Kurzinfo: Lechschluchten
- Lage: im Westen Östereichs an der Grenze von Vorarlberg zu Tirol.
- Charakter: kniffliger Technikbach in formidabler Großschlucht mit kleinem Zeitfenster für eine Befahrung.
- Schwierigkeit: WW V. Diverse Zwangspassagen und das nur schwer einsehbare Turmzimmer sind zusätzlicher Pfeffer.
- Infos: Die Literatur bietet wenig Informatives zum Thema Lechschluchten. Auf www.kajak.at wird man dagegen fündig.
Vom Nobelskiort ins T-T-Turmzimmer
Charakter
Der Lech bietet technisch anspruchsvolles Wildwasser in einer beeindruckenden Großschlucht. Durch den klammartigen Charakter ergeben sich vor allem in der unteren Teilstrecke Zwangspassagen, die bei Unkenntnis der Strecke ordentlich an der Psyche zehren.
Beste Zeit
Nach Ablauf der Hochschmelze (ca. Anfang Juni) bis zum 15. August. Je nach Temperatur und Regenhäufigkeit halten sich eventuelle Lawinen leider oft über den 15. August hinaus. Im Idealfall informiert man sich in den gängigen Onlineforen, ob und wo Lawinenreste zu einer Einschränkung führen oder passt Paddler vor Ort ab, die gerade aus der Schlucht klettern.
Etappen
Lech bis Warth, 7 km WW V, 2 x V+. Am besten steigt man an einer Brücke am Ortsausgang von Lech ein. Als Ausstieg bietet sich ein kleiner Holzsteg bei Warth an. Diesen erreichen Shuttle-Hasen, wenn sie am Ortseingang von Warth (von Lech kommend) zu einem Bauernhof fahren und von dort über einen Weg zum Fluss laufen. Bitte nicht am Bauernhof parken. Wer noch weiter will, kann einen Kilometer weiter an der Krumbachmündung aussteigen. An beiden Ausstiegen schultert man das Boot ca. 20 Minuten. Warth bis vor die Burgstallbrücke, 6,5 km WW IV-V. Einstieg? Siehe Ausstieg vorherige Etappe. Der Ausstieg befindet sich ca. 100 Meter oberhalb der ersten Straßenbrücke über den Lech unterhalb Warth. Linksufrig führt ein recht steiler, je nach Wetter rutschiger Pfad in ca. 20 Minuten hinauf zur Straße. Wohl dem, der diesen bei Regenwetter als Erster nimmt.
Gefahren
Besonders nach schneereichen Wintern ist mit Lawinenresten zu rechnen. Häufig »verstopft« ist die erste Klamm des oberen Abschnitts und die Klamm unterhalb der Galerie zwischen Warth und der Ausstiegsbrücke. Vom unteren Ende der Galerie kann man flussauf auch eine Zwangspassage sehen, die öfter mit Holz verlegt ist. Hindernisse dieser Art können natürlich auch an anderen Stellen auftreten. Sperrung Laut Tiroler Fischereigesetz ist ein Teil der unteren Schlucht zwischen Krumbach und dem sogenannten Tiefen Tal auf 800 Meter Aufzuchtgewässer und darf zwischen dem 15. August und dem 31. März nicht befahren werden. Eine Umgehung dieser Strecke ist aufgrund der Steilheit des Geländes leider nicht möglich, so dass der gesamte untere Abschnitt somit tabu ist.
Pegel
Für eine Erstfahrt sollte der Pegel in Steeg nicht mehr als 2,80 m anzeigen. Der Pegel hat sich vor zwei Jahren durch Geschiebe verändert und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Die Wassermenge darf von der Straße aus ruhig etwas kümmerlich wirken.





