Schneetreiben, Nieselregen, Kälte und schneidender Wind. Nichts wie weg aus Deutschland, dachte sich eine Gruppe paddelmotivierter Augsburger und buchte ratzfatz die Fähre nach Korsika. Nach zwei Wochen Frühling, Wanderlust und einer satten Portion Paddeln sind die Jungs um Michel Sedlmaier und Markus Hummel seit wenigen Tagen zurück und haben eine erste Osterprognose im Gepäck.
Bereichsnavigation
- Sie sind hier:
- »Startseite
- »Touren
- »Reisereportagen
- »Paddeln im Februar: Winterflucht Korsika
Inhaltsbereich
Touren
Paddeln im Februar: Winterflucht Korsika
Sonnenschein, Temperaturen bis 14 °C und Wasserstände, wie man sie nur selten vorfindet. Der Januar hatte die Paddler in Deutschland angenehm überrascht, Frühlingsgefühle und damit die Lust aufs Paddeln geweckt. Leider währte die Freude nicht allzu lange, schon Anfang Februar hatten wir uns wieder im nasskalten Winteralltag wiedergefunden.
Schnell stand fest, wir müssen dem »Grau in Grau« entfliehen, um unsere Winterzeit im Süden Europas zu verkürzen. Uganda und ähnliche Reiseziele fielen aus Budgetgründen flach, Portugal und Galizien haben wir vor zwei Jahren schon erkundet, außerdem berichtete Jonas Grünewald von Minuspegeln in der Region. Wieso eigentlich nicht Korsika? Schon mehrmals hatten wir von guten Wasserständen im Spätwinter gehört, die Temperaturen sollen im Schnitt um die Zehn-Grad-Marke pendeln und Tourismus existiert auf der Insel zu dieser Jahreszeit kaum.
Ein schlagkräftiges Team war schnell gefunden: Thomas Funke, welcher die Idee hatte, und Christoph Erber, beide passionierte Slalomfahrer, außerdem Michel Sedlmeier, Organisator des AKC-Filmfestivals, und Markus Hummel, meine Wenigkeit. Gesagt getan, am 11. Februar fuhren wir – beladen mit vier Booten und einem Fahrrad als Shuttlegefährt – auf die Fähre. Auf der Insel angekommen entschieden wir uns unser Basecamp auf dem Camping »Ernella« an den Ufern des Tavignano aufzuschlagen. Eigentlich haben die Campingplätze zu dieser Jahreszeit noch alle geschlossen, doch machte Camp-Chef Milu eine Ausnahme und öffnete nur für uns seine Tore. Von dem perfekt gelegenen Basislager aus machten wir uns auf den Weg um Flüsse wie Vecchio, Tavignano, Travo, Restonica und einige mehr zu erkunden.
Leider wurde schnell klar, dass auch Korsika dieses Jahr nicht gerade mit Schnee gesegnet war und die Wasserstände dementsprechend niedrig waren. Zum Glück war für die nächsten Tage Regen angekündigt. Um uns ein genaues Bild von der Schneelage zu verschaffen und die Zeit bis zum erwarteten Regen sinnvoll zu nutzen, entschlossen wir uns die ersten Tage wandern zu gehen. Die Wanderrouten waren rasch festgelegt und beide Zielpunkte lagen knapp um 2000 Meter Meereshöhe. Unsere Ausgangspunkte waren das Restonica- und Abatescotal. Beim Aufstieg mussten wir erkennen, dass uns Schnee nur in den oberen Lagen den Weg erschweren würde. Auf geschätzten 1700 Meter Höhe wurden wir schließlich fündig und beim Erreichen unserer Tagesziele fanden wir doch tatsächlich eine geschlossene Schneedecke von sage und schreibe sechs Zentimetern vor. Thomas' Hoffnung auf Wasser an Ostern sank gewaltig.
Doch wir sind jetzt auf Korsika und Ostern ist ein anderes Kapitel. Der Wettergott ließ uns zum Glück nicht im Stich und somit konnten wir, zwar bei niedrigen Pegeln aber Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von bis zu 14°C, Befahrungen in der Tavignanoschlucht, dem mittleren Vecchio und dem Travo verbuchen. Ende der ersten Woche stieß Hannes zu unserer Gruppe und wir machten uns auf den Weg zur Westseite. Er war schon mehrmals im Februar auf Korsika gewesen und kannte somit auch die perfekten Zeltplätze auf der Insel. Auf kaum befahrenen Passstraßen und an einsamen Sandstränden zu campieren, lässt den heimischen Alltagsstress über Nacht vergessen.
Die Wasserstände auf dieser Seite der Insel waren ähnlich: niedrig, aber gut fahrbar. Sehr zufrieden mit der spätwinterlichen Ausbeute freuten wir uns über tolle, frühlingshafte Runs auf Codi, Rizzanese und Taravo. Schneller als uns lieb war neigte sich unser Urlaub dem Ende zu und wir wurden sozusagen von Andi und Schorsch abgelöst, welche derzeit noch mit Hannes auf der Insel unterwegs sind. Während der Fahrt zurück zur Fähre zeichnete ein Hoffnungsschimmer kleines Lächeln in Thomas' Gesicht. Bei der Überquerung eines 1900 Meter hohen Passes waren die Temperaturen auf unter 0°C gefallen und starker Schneefall setzte ein.
Wir, die Ostern keine Zeit haben nach Korsika zu fahren, stimmten uns mit dem unverhofften Schneefall auf die Kälte Süddeutschlands ein. Für Thomas bedeutete das Wachsen des Snowpacks Hoffnung auf die – bislang nicht absehbaren – guten Pegel im Osterurlaub. Wir sind gespannt auf die Schneeberichte der anderen Drei, die noch gut eine Woche auf der Insel verbringen. In jedem Fall bleiben noch sieben Woche für Frau Holle Osterpaddlern die Ferien mit ihren Federn zu versüßen.













































