Eine exklusive Tour auf dem Starnberger See, bei der man die gute Etikette in Anbetracht diverser Schnaps- und Weinetiketten schnell vergisst.
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Touren
Auf Ludwigs Spuren auf dem Starnberger See
Auf Ludwigs Spuren
Vor der Tour stimme man sich mit einem Glas Nymphenburger Sekt im Park von Schloss Berg ein, denn hier lag die Sommerresidenz des Märchenkönigs. Die Paddler kontrollieren gegenseitig korrekte Barttracht und Dialektfärbung. Die Boote werden korrekt beflaggt (königl. Bayerische Flaggenverordnung/Fassung v. 1856, nähere Auskünfte beim DKV-Flaggenwart /Ref. Südbayern/Abt. Seen) am Dampferanleger in Berg eingesetzt. Der Himmel muss barockblau mit weißen Cumuluswolken sein. Die Wälder hingegen leuchten herbstlich golden. Es geht direkt zur Roseninsel. Auf der Insel gedenke man der vermeintlichen Romanze zwischen Sissi und dem König, die sich hier unter den Bäumen und Lauben des kleinen Parks ergangen haben (Vorsicht, Pfauenscheiße). Erst später lernte dann Sissi den Karlheinz Böhm kennen. Günstig ist es, wenn jetzt die ersten Rosen blühen. Nun gibt es ein Glas Rheingauer Riesling (Kühltasche! Kristallgläser!) und einen Imbiss mit nicht zu dünn geschnittenem Pfauenschinken an einer Farce von Totentrompeten. Von der Roseninsel werfen wir einen tiefen Blick ins Gebirge und versuchen, die Lage der Königsschlösser Linderhof und Neuschwanstein zu erraten.
Pöbelnde Paddler
Schmähgedichte auf die Bewohner Norddeutschlands werden aufgesagt.
Ein wenig Wagner kommt jetzt gut (Götterdämmerung, Ghettoblaster nicht vergessen). Dazu passt ein Glas Rheinwein. Schon öffnen wir die nächste Flasche. In der Ferne hänge jetzt eine sommerliche Gewitterfront, die jedoch nicht näher kommen darf. Vor dem Aufbruch trinken wir schnell noch ein Gläschen König Ludwig Kräuterschnaps (Temperieren! Ballongläser!). Mit beherztem Schlag geht es zurück nach Berg. Unsere Boote laufen kühn und noch ziemlich geradeaus. Knapp südlich von Berg ragt ein Holzkreuz aus dem Wasser. Im Wald dräut ein Kirchlein. Auf den Wiesen dahinter sollte erster Schnee liegen. Hier heißt es tapfer sein, denn hier wurde der tote König aus dem Wasser geborgen.
Exzesse am Ausstieg
Wir trinken den restlichen Wein und prüfen die umstehenden Busreisenden auf ihre Königstreue. Ungenügend vorbereitete Ausflügler werden bloßgestellt. Die leeren Weinflaschen entsorgen wir einfach am Strand (vorher zerschlagen!). Danach paddeln wir zum nächsten Kiosk in Berg und holen noch mehr Wein. Nach einer Stärkung beschimpfen wir die restlichen Busreisenden.
Die Tour findet ihren Abschluss in Berg beim Fischer Lidl, dessen Vorfahr bei der Bergung der Leiche half.
Man kaufe ein bißchen Fisch und jede Menge Bier und Obstler in Vorbereitung für das nächste Wochenende mit der Oskar-Maria Graf-Tour.
Eindrucksvolle, emotional belastende und teure Tour. Zeitbedarf ca. 12 Stunden, Länge ca. 6 km.








