Fantastische Landschaften, grandiose Bäche mit Grundgestein, aber auch Highway-Kilometer ohne Ende und eine Hubschrauberbergung aufgrund einer schwer verletzten Schulter. Den Jungs in Kalifornien wird nichts geschenkt im wilden Westen. In Teil 2 der Blog-Serie plaudert Matthias Karl aka. Matt Karli aus dem Nähkästchen.
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Going West (2): Carnage am Consumnes River
»Hey Flo, wie weit ist es noch bis zum Upper Middle Cosumnes?« – »Kein Stress, nur fünf Stunden auf'm 49iger Richtung Norden, danach noch zehn Meilen Schotterpiste bis zum Einstieg ...« Wer in Kalifornien zum Paddeln unterwegs sein will muss sich auf viele lange Autofahrten einstellen. Diese können aber wie im Flug vergehen, wenn man statt Kilometer zu zählen einfach nur die sagenhafte Landschaft um die Highways genießt.
Unsere erste Mehrtagestour müssen wir leider unfreiwillig erleben, da sich Flo am Upper Middle Cosumnes eine Schultereckgelenkssprengung zuzieht. Wir haben keine andere Wahl, als die Nacht am Lagerfeuer auszuharren. Eingewickelt in kuschlige Rettungsdecken, mit nur einem Schokoriegel als Proviant, sind wir heilfroh, als sich am nächsten Morgen der Rettungshelikopter mit tösendem Lärm seinen Weg durch die Schlucht bahnt und Flo nach einem sagenhaften Landemanöver erlöst. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten mit unterschiedlichen Resultaten und der nicht besser werdenden Verletzung meines tapferen Mitstreiters, muss er leider das Handtuch werfen und entscheidet sich zusammen mit Pirmin nach Hause zu fliegen.
Glücklicherweise ergibt sich just in diesen Tagen ein neuer Kontakt zu zwei österreichischen Paddlern, Alex und Christoph, mit welchen wir die nächsten zwei Wochen verbringen. Die Schneemassen auf den Berggipfeln neigen sich langsam dem Ende zu und so kommen wir in den Genuss einen kalifornischen Klassiker nach dem anderen abzuhaken. Der für uns wohl beeindruckendste Fluss ist der Dinkey Creek. Nach gut drei Stunden Shuttle über Dirtroads erreichen wir endlich den Einstieg. Am nächsten Morgen wartet eine etwa einstündige Wanderung über rutschige Granitplatten und durch übelstes Gestrüpp hinab zum Fluss auf uns. Jede Sekunde der Plackerei zahlt sich aus! In atemberaubender Landschaft schlängelt sich dieser Bach durch solides Grundgestein, wie man es sich nicht besser hätte erträumen können. Nach zwei Tagen exquisitem Wildwasser müssen wir dummerweise feststellen, dass wir unsere Autoschlüssel am Einstieg vergessen haben. Aus Fehlern lernt man - wir zahlen 60 Dollar Lehrgeld und borgen uns den Wagen eines freundlichen Raftguides, um an den Einstieg zu gelangen.
Nach solchen Erlebnissen gibt es nichts Besseres als ein saftiges Rib-Eye-Steak, gegrillt über dem Lagerfeuer, und dazu leckeren kalifornischen Wein – ein Festschmaus. Der gigantisch klare Sternenhimmel macht Lust, dieses Naturschauspiel mit Langzeitbelichtungen auf Fotos einzufangen. Leider sind wir so erschöpft, dass uns währenddessen die Augen zufallen und wir erst wieder unter der glühenden Sonne erwachen.
Zwar werden wir von den typischen kalifornischen Wildtieren, wie z. B. Bären und Klapperschlangen, verschont, dafür suchen uns regelrechte Mücken- und sogar Marienkäferplagen heim, wie wir es bisher noch nicht erlebt hatten. Auch die sogenannte Poison Oak ließ uns spüren, was sie kann. Der Kontakt mit den öligen Blättern dieses Gewächses führt nach ein paar Tagen zu äußerst unangenehmen Hautausschlägen mit Juckreiz, die noch dazu wochenlang anhalten.
Eine andere kalifornische Perle, der Upper Cherry Creek, bleibt uns leider aus Zeitgründen verwehrt, denn wir müssen gen Norden reisen, um zwei weitere Freunde am Flughafen in Vancouver, British Columbia einzupacken.
To be continued ...
Unser Dank fuer die Unterstützung des Trips geht an den AKC, Hilleberg, Langer, Kober-Moll, Mammut, Nookie und Ophion.





































