Springe direkt zu: Hauptnavigation Inhaltsbereich Zusätzliche Informationen und Links Bereichsnavigation Servicenavigation



Inhaltsbereich

Touren

Following the Summer(4): Neuseeland Nordinsel

28. Juni 2012

David und Svetlana Krismayr folgen seit dem 27. September 2011 dem Sommer rund um die Welt. Im vierten Teil reisen sie rund über die Nordinsel Neuseelands und lassen sich von wundervollem Wildwasser und grandioser Landschaft verzaubern.

Die Nächte werden immer kälter auf Neuseelands Südinsel. Da lockt uns der Wechsel in wärmere Gefilde. Um 23 Uhr kommen wir mit der Fähre auf der Nordinsel in Neuseelands Hauptstadt an und werden sofort vom Großstadtstress begrüßt. Aber wir lassen uns nicht von Wellingtons Hektik abschrecken und verbringen einen Tag und eine Nacht hier, auch wenn das mit dem Schlafplatz nicht ganz so einfach ist. Unter freiem Himmel in einer Großstadt nächtigen? Da Dreistheit siegt, schlafen wir einfach in der Nähe des Zentrums. Am folgenden Tag besuchten wir Te Papa Tongarewa für eine museale Entdeckungsreise durch die neuseeländische Geschichte und Natur. Ein Tag Kulturschock reicht uns allerdings: Wir wollen wieder aufs Wasser!

Der rote Krater.
Foto: David Krismayr

Am Manganui-a-te-ao sind die Pegel dank des Niederschlags so hoch, dass wir sofort in die Boote springen. Der Bach ist ein reiner Genussrun: Zwölf Kilometer Wildwasser III+, fast ohne Kehrwasser. Der Regen hält an, dank ihm sollen im Tongariro National Park einige Flüsse laufen, die wir uns vorknöpfen wollen. Vor Ort dann die Enttäuschung: Doch zu wenig Wasser. Ein Lichtblick tut sich dann aber auf: Der Taiwahe-Fall hat einen angenehmen Pegel, wir können uns die knapp zehn Meter wunderbar herunterstürzen. Der Drop liegt perfekt für einen schnellen »Park ‘n Huck« – mit leichter Anfahrt, tiefem Pool und direkt an der Straße gelegen ist er ein Bilderbuchfall. Außerdem wird das Wetter schöner, weshalb wir die Tongariro bei besten Bedingungen überqueren. In der Hoffnung auf etwas mehr Wasser fahren wir zum Tongariro. Bevor wir in die Wanderstiefel steigen und die atemberaubende »Tongariro Crossing« angehen, paddeln wir den Fluss bei minimaler Ablassmenge – wieder nichts mit Wasser. Die »Tongariro Crossing« führt über einen riesigen Vulkan mit mehreren kleinen Kratern. Einer der Höhepunkte ist mit Sicherheit die Besteigung des Mt. Ngauruhoe, auch bekannt als »Mount Doom« aus Herr der Ringe. Der Weg führt ca. 200 Höhenmeter in praller Sonne über loses Vulkangestein. Oben angekommen genießen wir eine wunderbare Aussicht über die gesamte Region. Danach machen wir uns auf den Weg nach Mordor – es existiert wirklich – und können uns gut vorstellen, wie hier in epischen Schlachten Orks, Elfen und ein kleiner Hobbit kämpfen. Weitere Höhepunkte bescheren uns der »Red Crater«, die Emerald Lakes und der »Blue Lake«. Der Red Crater heißt nicht umsonst so, flammend rot grenzt er an den tiefblauen Himmel, lädt zum Eintauchen in Traumwelten ein. Das Türkis der Emerald Lakes verlockt zum Schwimmen, der Schwefelgehalt jedoch schadet der Gesundheit. Der Blue Lake liegt als der größter See am Weg der Überquerung. Nach zehn Stunden sind wir froh, den Parkplatz auf der anderen Seite zu erreichen.

Musthave: Wer in Neuseeland war, sollte auch den Kaituna im Fahrtenbuch stehen haben.
Foto: David Krismayr

Und auf zum Kaituna. Beim Wort »Kaituna« blitzen bei sämtlichen PaddlerInnen Bilder von Dschungel, Klamm und dem fünf Meter hohen Wasserfall auf, so auch bei uns. Wir sind gespannt, wie er in Wirklichkeit ist – und sind überzeugt: »Er wird allen Erwartungen gerecht werden!«. Das Wasser ist warm, die Klamm mystisch. Palmen und Moose schmücken die Felswände, der »Drop n‘ Pool«-Charakter ist angenehm und entspannt zu paddeln. Die schwierigsten Stellen sind der »Double Drop«, der uns mit einer eineinhalb Meter hohen Eingangsstufe und einer ca. 80 cm hohen Ausgangstufe herausfordert, und der Wasserfall, seines Zeichens ein genialer Boof auf einem pulsierenden Pilz, durch den die Fallhöhe zwischen drei Meter und fünf Metern variiert. Ein besonderes Zuckerl bieten uns die Rafter, die mehr oder weniger elegant den Fall hinunter purzeln. Wir verbringen hier vier Tage und drehen unzählige Runden am Kaituna, bevor wir uns um Abwechslungen bemühen. Eben diese ist gar nicht so weit entfernt: Waiora, Ragitaiki und Tarawera sind jeweils an einem Tag zu erreichen und bieten spannende Abenteuer. Als Erstes nehmen wir  die technischen Herausforderungen des Waiora an. Am Waiora treffen sich jedes Wochenende Paddler, um den Wasserablass zu genießen. Das Besondere: Der Kraftwerksbetreiber hat sich mit den Locals darauf geeinigt, jeden Sonntag im Sommer Wasser abzulassen, nur um den  Paddlern das feuchte Vergnügen zu ermöglichen. Der Fluss verlangt an einigen Stellen eine saubere Linie: Wer es nicht schafft, der geht baden. Gut für uns, dass die anderen uns zeigen, wo es langgeht.
Für anhaltende Spannung sorgt die Suche nach dem Einstieg des Rangitaikis. Die Forststraßen verlaufen ohne Beschilderungen im Kreis, im Quadrat, im Achteck: Es ist zum Verzweifeln. Nach zwei Stunden geben wir uns geschlagen und  paddeln den unteren Teil des Flusses – neun Kilometer WW III mit schönen Kehrwassern zum Spielen und Trainieren.

Model-Talent: Svetlana steht am Einsteig zum Tarawera für die Kamera stramm.
Foto: David Krismayr

Die nächste Destination führt uns ins  Tarawera-Tal, eine unserer schönsten Zeiten auf der Nordinsel. Die Flussführer-Beschreibung des Tarawera liest sich durchaus merkwürdig: »Der gesamte Fluss verschwindet im Boden; den Wasserfall nicht befahren, da der Pool in einem endlosen Loch verschwindet; achtgeben bei der Befahrung, dass keine falschen Abzweigungen genommen werden; Achtung Holzverhaue!« Mit diesen Informationen begeben wir uns mit etwas irritiert auf den Bach. Dank ausreichender Vorsicht schaffen wir es aber, auf der richtigen Linie zu bleiben und nicht in dem mysteriösen Loch zu verschwinden. Am Abend schlagen wir unser Lager am Tarawera-See auf. Die nächsten beiden Tage vergnügen wir uns mit Seekajaken und Hotpools. Um zu den heißen Quellen zu gelangen, muss man rund drei Stunden über den See paddeln. Das heiße Wasser fließt direkt aus der Felswand in den See und vermischt sich im natürlichen Pool aus Steinen mit dem kühlen Wasser des Sees. Die Schichten von warmen und kalten Wasser lassen uns ein neues Körpergefühl erfahren, der Sonnenuntergang färbt die Berge lavarot und das Barbecue schmeckte vorzüglich. Wir bauen unser Zelt direkt neben dem Pool auf, somit weckte uns die Morgensonne und wir weichen uns noch mal im Pool ein, bevor wir zurück zum Auto fahren. Der Abflug ist nicht mehr lange hin: Wir beschließen, noch ein paar Tage am Kaituna zu relaxen und zu paddeln, bevor wir Neuseeland nach unvergesslichen dreieinhalb Monaten verlassen werden. Der Kaituna ist die optimale Destination dafür: Auch nach diversen Fahrten wird er nicht langweilig.
Der Flug nach Russland wird uns über Sydney führen, wo wir noch ein bisschen australische Luft schnappen und ein Ballet im weltberühmten Opernhaus von Sydney anschauen werden.

 

Wer sich auf Davids Blog ein wenig umschauen will, findet den Link hier.

Noch mehr »Following the Summer«:

Bilder von David Krismayr vom Neuseeland-Trip aus der Reihe »Follow the Summer«.
09.05.2012

Following the Summer(3): Neuseeland

David und Svetlana Krismayr folgen seit dem 27. September 2011 dem Sommer rund um die Welt. Im vierten Teil erkunden sie die Südinsel Neuseelands, lassen sich von faszinierten Naturschauspielen verzaubern und entdecken einige der wohl schönsten Flecken der Erde.  
Bilder aus Sumatra von David Krismayr.
06.03.2012

Following the Summer: Sumatra (2)

David Krismayr und Frau Svetlana haben sich im September 2011 zur großen Weltreise – »Following the Summer«. Zunächst stand Nepal auf dem Programm, jetzt tourten die beiden durch Sumatra. Im zweiten Teil genießen sie Hula Huli und Asahan.
Bilder aus Sumatra von David Krismayr.
05.03.2012

Following the Summer: Sumatra (1)

David Krismayr und Ehefrau Svetlana haben sich im September 2011 zur großen Weltreise – »Following the Summer« – aufgemacht. Zunächst stand Nepal auf dem Programm, jetzt tourten die beiden durch Sumatra. Im ersten Teil kämpfen sie mit dem Dschungel, um den Wampuu zu befahren.