Kolumbien: karibische Strände, südamerikanisches Flair, Kaffee, Urwald, Drogen und FARC-Rebellen - aber paddeln!? Ron Fischer, Severin Häberling und Kees van Kupiters begaben sich diesen Winter auf eine Wildwasser-Forschungsreise in das kontrastreiche Land im Norden Südamerikas.
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Die Abenteuer des Don Ron: Paddeln in Kolumbien & Chile
Einen Monat lang waren wir in Kolumbien unterwegs. Einerseits um Land und Leute kennen zu lernen, andererseits um einige der Wildwasser-Klassiker des Landes (zumindest für kolumbianische Verhältnisse) zu befahren. Zusätzlich wollten wir unbedingt möglichst viele neue Flüsse entdecken. Kolumbien verfügt über ein riesiges Potienzial an traumhaftem Wildwasser. Leider ist es in den meisten Fällen nicht ganz einfach zu den Flüssen zu gelangen. Gelingt es doch, steigt man häufig trotzdem nicht ein, weil die Region von FARC-Rebellen und Coca-Bauern regiert wird. Das Risiko verschleppt zu werden wollten wir nicht eingehen.
Nichtsdestotrotz gelangen uns einige traumhafte Erstbefahrungen. Highlight war der Rio Juanambu mit seinen 25 Kilometern WW 3-4 und mehreren 5er-Stellen und meine 60 Kilometer lange Solo-Erstbefahrung vom Rio Suarez (WW 4-5). Nebst dem wunderschönen Land, dem angenehmen Klima und den hervorragenden Flüssen haben uns die Menschen am meisten beeindruckt: die Leute sind überall freundlich und immer gut gelaunt, auf der Strasse spielt Musik und alle sind draußen und feiern.
Nächster Stopp: Chile
Der zweite Schauplatz von Don Rons südamerikanischem Wildwasser-Abenteuer war Chile. Sechs Wochen verbrachte der Schweizer gemeinsam mit Julian Mihé, Daniel Herzig, Severin Häberling und Sebastian Striebel im Wildwasserparadies.
Vor uns lagen sechs Wochen Zeit, viele Klassiker und einige ungewöhnliche Flüsse. Unser erster Stop war der Rio Claro mit seinen unzähligen Wasserfällen, die den meisten dank den Bildern von Jens Klatt schon bekannt sein dürften. Weiter ging es ins Mekka der Sturzfluss Liebhaber: Pucon. 20 Meter und höher sind hier die Wasserfälle, die von den Cracks regelmässig befahren werden. Der »El Marimann« auf dem Trancura, der unser erstes paddlerische Highlight war, gehört allerdings nicht zum Standardrepertoire der meisten Paddler. Im Anschluss folgte der Rio Fuy und der Gol Gol.
Am Salto Alerces konnten wir alle Stellen befahren - allerdings nicht ganz ohne Verluste: Etwas Blut aus der Nase, ein paar gebrochene Paddel und vier Schwimmer waren der Zoll für die Hochwasser-Runs. Auch auf dem schönsten Fluss der Welt, dem Futaleufu, genossen wir außergewöhnlich hohe Wasserstände.
Weiter im Süden wartete nun der Rio Baker auf uns. Wie schon bei meinem letzten Chile-Trip vor zwei Jahren war der Baker gigantisch! Mit unglaublich viel Wasser zwängt er sich durch tiefe, enge Schluchten und baut dabei einiges an Gefälle ab. Die Wellen und Walzen explodieren und bilden jede Sekunde eine ander Linie die zu fahren sein sollte. Noch ein Stück weiter südlich fließt der Rio Bravo, der vor uns erst von zwei Teams befahren wurde. Leider fanden wir zu viel Wasser vor und konnten nur den »Surprise Canyon befahren«. Doch die Landschaft dort unten, weit im Süden Patagoniens, ist so unglaublich schön, dass sich die vielen Autokilometer auf Schotterpisten in jedem Fall gelohnt haben. Auf dem Rückweg stoppten wir noch einmal am Rio Baker. Diesmal paddelten wir alle drei Schluchten an einem Tag, inklusive des »Salto de Nef« im Hauptwasser. Dies hatte vor uns erst Kajaklegende Arnd Schäftlein bei seiner Erstbefahrung vor 15 Jahren geschafft. Unsere Zweitbefahrung wird uns immer als einer der schönsten Paddeltage in Erinnerung bleiben.
Patagonia Sin Represas!
Ob WW3-Genießer, Wasserfall-Junkie, Wuchtwasser-Hero oder Expeditionist - in Chile ist ein Wildwasser-Paradies das für jeden etwas zu bieten hat. Auf dem Rio Maipo durch Weinberge und karges, trockenes Gebirge paddeln oder am Rio Bravo weit weg von jeglicher Zivilisation inmitten traumhafter LandschaftWind, Regen oder Sonnenschein erleben - ich habe mich in Patagonien verliebt. In den kommenden Jahren werde ich bestimmt noch mehrmals nach Chile reisen, genießen und entdecken solange es noch geht. Wer weiss wie lange wir die Natur noch so ursprünglich erleben dürfen?
Um am Weg zum Rio Baker das Thema Umweltschutz ins Rampenlicht zu rücken, ließen Ron Fischer und Co. kurzerhand die Hüllen fallen. Die (k)nackigen Tatsachen sollen darauf aufmerksam machen, dass gerade in Patagonien in den nächsten Jahren zahlreiche Flüsse für immer in den Tiefen neuer Stauseen verschwinden werden. Dazu zählt auch der wuchtige Rio Baker. Mehr Infos auf www.patagoniasinrepresas.cl.






