»Wooouu, Rio Baker! Wir sind wieder hier!« Nach einer Woche am Futaleufu machten sich Ron Fischer & Co. auf den Weg Richtung Süden. Ein Stopp am Michimahuida, eine Nacht in Chaiten, paddeln am Rio Ventisquiero, eine Nacht in Coihaique und schon waren die Jungs am Rio Baker – und das ganz ohne Probleme mit ihren Autos!! UNGLAUBLICH :))
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Die Abenteuer des Don Ron (7): Futa to Baker
Vor zwei Jahren brach ganz in der Nähe von Chaiten der Vulcano Chaiten aus und zerstörte offenbar das komplette Dorf. Fast alle Einwohner flüchteten und leben nun in Futaleufu, La Junta oder Puerto Montt. Der Michimahuida fließt ganz in der Nähe durch ein traumhaft abgelegenes Tal. Vor drei Jahren sind wir hier schon zwei mal gepaddelt, doch seit dem Vulkanausbruch ist anscheinend niemand mehr auf dem Bach gewesen. Wir wollten es unbedingt versuchen und herausfinden wie sich der Fluss verändert hat.
Kurz gesagt: Es hat sich gar nichts geändert! Der Fluss ist immer noch genauso genial wie früher. Es war ein mega Tag, weit weg von Zivilisation und Straße. 20 Kilometer paddelt man auf kontinuierlichem WW 3-4, von der Seite stürzen Wasserfälle in den Fluss , die Vegetation ist absolut unberührt und so ist es jeden einzelnen der zehn Kilometer Flachwasser wert, die uns am Schluss noch vom Ausstieg trennen!
Im Anschluss fuhren wir mit dem Auto nach Chaiten. Offenbar sind einige Leute wieder zurück gekehrt und bauen jetzt das Dorf wieder auf. Ein Restaurantbesitzer, den wir bereits kannten, kochte uns ein feines Essen und wir konnten sogar bei ihm zwischen den Stühlen und Tischen übernachten. Danke Marcos! Weiter ging's zum Ventisquiero. So heißt hier jeder zweite Fluss, denn Ventisquiero bedeutet einfach nur Gletscher und hier fließt jeder Bach von einem Gletscher runter. Dieser fällt jedoch superspektakulär direkt aus dem Gletscher hundert Meter runter in einen See, von wo aus wir unsere Tour starteten. Paddelfotos gibt es keine, es regnete und war kalt!
Die nächste Nacht verbrachten wir in Coihaique. In den letzten Jahren verbrachten wir jeweils bis zu einer Woche hier. Immer aufgrund von Problemen mit dem Auto. Coihaique ist eine größere Stadt und wahrscheinlich der letzte Ort auf dem Weg in den Süden, wo man noch Ersatzteile für seine Karre kriegt. Diesmal hatten wir keinen Stress, aßen Burger in der besten Burgerbude der Welt (meine Meinung :)), gingen Pool spielen und schliefen die Nacht unter der Bühne im Stadtpark. Am nächsten Morgen einkaufen, auftanken und weiter ging es Richtung Rio Baker.
Diesel statt Benzin
Die nächsten vier Tage waren wir auf dem Baker unterwegs, paddelten jeden Tag, gewöhnten uns mehr und mehr ans Wuchtwasser, aßen lecker Fleisch am Abend und hofften, dass unser Zelt nicht weggefegt wird vom Wind. Das Wetter hier unter ist einfach extrem! Die Sonne scheint und es hat 25 Grad, 15 Minuten später regnet und stürmt es, dann wieder Sonne... Für Basti und Simon war die Zeit nun zu Ende. Basti musste zurück nach Pucon um sein Kajak fertig zu bauen und Simon zurück nach Deutschland um bald zu heiraten! Förster und ich fuhren die beiden zurück nach Coihaique an den Flughafen. Anschließend querten wir die Grenze nach Argentinien um in Perito Moreno auf Anne, Maxi und Severin zu treffen. An der Tankstelle dann jedoch das Unglück: Diesel statt Benzin! Wer jetzt wirklich Schuld war, kann ich nicht sagen. In Argentinien sind alle Tankstellen bedient und ich bestellte wie immer Gasolina 95. Naja, dann war halt doch Diesel drin und wir verbrachten die nächsten vier Stunden beim Mechaniker um den Tank auszubauen und leer zu machen, Benzinfilter reinigen und alles entlüften. Wir hatten Glück, dass es in dem kleinen Kaff überhaupt einen Mechaniker gab und waren froh noch am selben Abend in Perito Moreno einzutreffen.
Von hier aus wollten wir direkt weiter in den »Torres del Peine«-Nationalpark etwa 1000 Kilometer weiter südlich. Zum Glück saßen wir noch vor den Computer als wir leider erfahren mussten, dass die Chilenen im Süden streiken, alles geschlossen ist, die Straßen durch Blockaden gesperrt sind und es nicht einmal möglich ist von der argentinischen Seite über die Grenze zu fahren. Schuld daran sind Subventions-Kürzungen für Gas im Süden! Mist, also doch zurück an den Baker und weiter Richtung Bravo, Pascua und Lago O'Higgins.
Jetzt sind wir in Cochrane, müde vom vielen Baker-Paddeln und werden wohl noch heute oder morgen Richtung Süden aufbrechen...
Drückt die Daumen für gutes Wetter dort unten – und ich drück euch die Daumen für mehr Schnee! Hasta luego!
Don Ron
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