Weltenbummler Ron Fischer meldet sich aus Bali, äääh Nepal, wo er sechs Tage solo auf dem unbekannten »Buri Kandaki« unterwegs war. Der »super, mega Trip« war Rons letztes nepalesisches Abenteuer bevor er nun in Südostasien vorerst Sonne, Strand und Meer genießt.
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Die Abenteuer des Don Ron (4): Buri Kandaki
Meine letzte Mission in Nepal ist geschafft. Ich war die letzten sechs Tage auf dem Buri Kandaki, einem ziemlich unbekannten Fluss in Nepal, unterwegs. Zwei Tage Anreise per Bus und Jeep, dann zwei Tage hochlaufen und drei Tage runterpaddeln. Jetzt sitze ich in Kathmandu und kann auf einen traumhaften Solo-Trip zurück blicken und auf eine insgesamt geniale Zeit in Nepal. Morgen geht mein Flieger nach Bali... (Eigentlich bin ich jetzt schon in Bali, gerade von der frühmorgendlichen Surfsession zurück und sitze bei 30 Grad unter einem Strohdach am Pool. :))
Am 29. November bin ich von Pokhara aus in Richtung Buri Kandaki aufgebrochen. Der Fluss entspringt am Manaslu, einem der 14 höchsten Berge der Welt. Mir war an diesem Tag ziemlich übel und eigentlich war ich nicht sonderlich motiviert etwas zu unternehmen, doch ich musste raus aus der Stadt und wieder aufs Wasser! Unterwegs hatte der Bus eine Panne. Bald konnte ich auf den nächsten umsteigen – der mich dann aber am falschen Ort wieder rausgelassen hat. So nahm ich noch zwei weitere Busse bis für diesen Tag endlich Endstation war und ich ein Hotel zum Schlafen fand.
Am nächsten Morgen ging es weiter mit einem Bus bis nach Arughat. Zum ersten Mal konnte ihr hier den Fluss sehen. Nach einigem Warten nahm mich ein geländegängiger Lkw mit ins nächste Dorf. Dort hieß es wieder umsteigen auf einen Jeep und weiter bis Soti Kola ans Ende der Straße. Die folgende Nacht im »Hotel«, oder wie man das auch immer nennen mag, konnte ich kaum schlafen. Betrunkene Locals lärmten die ganze Nacht, was endlos mühsam war. Totzdem. Am nächsten Morgen war ich endlich wieder richtig gesund und bereit für den zweitägigen Hike hoch zum Einstieg.
Der Hotel-Chef besorgte mir einen Träger – diesmal einen richtigen Träger! Es war unglaublich wie der Typ in seinen Sandalen das Tal hoch gelaufen ist. Am ersten Tag setzte er das Kajak genau fünf mal für einen kurze Pause ab, den Rest ist er gelaufen, schnell gelaufen! Man muss sich das mal vorstellen: der Träger war ungefähr 1,50 Meter klein, das Boot 2,50 Meter lang. Er trägt es mit Hilfe eines Riemen um den Kopf den ganzen Tag den Berg hinauf. In Sandalen....
Auch wenn der Fluss anfangs tief in einer Schlucht floss, konnte ich des öfteren einen Blick darauf werfen. Von oben sah es - wie schon am Arun - schwer aus, aber fahrbar. Die nächste Nacht verbrachte ich in Mochakhola, einem kleinen Bergdorf umgeben von traumhafter Landschaft. Es gibt dort mehrere super Unterkünfte mit genialer Küche. Im Oktober kommen auf dem üblichen Trek zum Manaslu-Basecamp täglich scheinbar bis zu 150 Touristen vorbei – die westlichen Küche ist man hier also gewohnt. Jetzt war ich jedoch der einzige Gast und wurde mit meinem Kajak ziemlich komisch angeschaut. Letztes Jahr seien drei Paddler hier vorbei gekommen. Davor mehrere Jahre »niemand mit so komischen 'Dungas'« (Dunga = Einbaum auf Nepali).
Mein Träger und ich liefen noch einen halben Tag weiter hoch bis Dovan und ich schaute noch um die nächste Talkurve. Das Gefälle nahm nun stark zu. Bei diesem Wasserstand war der Fluss dort oben kaum mehr fahrbar. Ich bezahlte meinem Träger die abgemachten 20 Euro für die zwei Tage. Ihr hättet seine Augen sehen sollen! Normalerweise erhält ein Träger die Hälfte – und trägt dann bis zu 60 Kilo! Auf Grund ihrer Dimension sind Kajaks schwierig zu tragen für die kleinen Leute. Auf den steilen Pfaden ist das teilweise auch sehr gefährlich, darum verlangen sie dafür mehr Lohn.
Zu erwähnen ist noch die Landschaft: Das Tal des Buri Kandaki ist unglaublich schön. Beide Uferseiten sind extrem steil und hoch, so dass man die weißen Gipfel nur selten sehen kann. Trotzdem ist das schlicht die schönste Gegend, die ich in Nepal gesehen habe!
Ich verabschiedete mich von meinem Träger und paddelte los. Auch diesmal habe ich die Power des Buri Kandakis unterschätzt. Was vom Ufer wie WW 4 aussah, war WW 5. Das meiste war jedoch im vierten bis fünften Grad und traumhaftes Wildwasser. Zweimal habe ich kurz umtragen und war nach ein paar Stunden zurück in Mochakhola. Hier verbrachte ich nochmals die Nacht und paddelte am nächsten Morgen weiter. Das Wildwasser war genauso gut wie am Vortag. Nur einen riesigen Erdrutsch musste ich mühsam umtragen, was mich eine Stunde gekostet hat. Es folgten ein paar kurze, unfahrbare Abschnitte und dann war ich zurück in Soti Kola. Von hier erwartete ich bis hinunter zur Trishuli-Mündung eigentlich fast nur Flachwasser. Zu meiner Überraschung folgten weitere 20 Kilometer traumhaftes WW 3-4. Eine Nacht verbrachte ich noch am Fluss, machte Feuer, kochte Fertignudeln und schlief unter den Sternen.
Nach weiteren 30 Kilometern war ich in Fishling, wo schon die »Himalayan Whitewater Challenge« am Laufen war. Vor zwei Jahren habe ich hier gewonnen. Diesmal kam ich zu spät um noch daran teilzunehmen. Ich genoss ein paar Stunden vom Event und nahm dann den Bus zurück nach Kathmandu.
Alles in allem ein mega, super Trip, den ich eigentlich gerne mit jemandem geteilt hätte. Doch wenn meine lieben Freunde früher heimfliegen... Selbst schuld :)!
Mein Nepal-Trip ist damit nun zu Ende, nach Hause geht's aber noch lange nicht. Ab übermorgen bin ich in Bali für eine Woche zum Surfen, dann eine Woche Kajak fahren auf Java und schließlich weiter nach Patagonien...
Hebed Sorg!
Ron
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