Ron Fischer tourt diesen Winter einmal um die Welt. Erster Stopp ist Nepal, wo er mit Lukas Wielatt, Thomas Rogenmoser, Simon Hirter und Ruedi Raschle am Barun River ein Kajakabenteuer der besonderen Art erleben möchte. In zweiten Teil des Nepal-Blogs berichtet Ron von der unkonventionellen Anreise zum Arun. Aus Mangel an Flugverkehr machen sich die Jungs kurzerhand per Boot auf den Weg ...
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Touren
Die Abenteuer des Don Ron (2): Zum Arun
1977 hatte sich das erste Mal ein Team von vier Amerikanern und einem Nepalesen am Arun versucht. Schon nach wenigen Meter war das Raft geflippt. Alle schafften es schwimmend ans Ufer zurück, zwei von ihnen jedoch auf der falschen Flussseite, wo sie eine Nacht ohne Feuer, Schlafsack und trockene Kleider verbringen mussten. Am nächsten Morgen sprangen sie in die kalten Fluten und schwammen flussabwärts zum anderen Ufer. Von dort konnten sie zurück ins nächste Dorf laufen, über mehrere Tage und nur in Unterwäsche! 1988 versuchten zwei Frauen den Arun mit dem Kajak zu befahren. Auch sie verloren schon nach wenigen Kilometer die Boote und alles Material und mussten ebenfalls zu Fuß zurück. Es gibt noch viele weitere Räubergeschichten über Befahrungen des Arun, obwohl über die Jahre erst wenige Teams versucht haben den Fluss zu bezwingen.
Die einen schrecken vor einer Befahrung des Arun aufgrund solchen Räuberpistolen zurück, die anderen wollen umso mehr selbst herausfinden, wie der Fluss wirklich ist.
Seit Lukas und ich vor zwei Jahren in Nepal waren, stand der Arun weit oben auf unserer To-do-Liste. Auch was wir über den Barun hörten, einen seiner Zuflüsse, klang interessant und natürlich reizte uns der Arun oberhalb des normalen Einstiegs.
Viele Flüsse in Nepal verlaufen weitab der Straße und sind nur zu Fuß oder per Flugzeug zu erreichen. Um zum Arun zu kommen fliegt man am besten nach Tumblingtar, mietet dort einen Jeep, der einen bis ans Straßenende bringt und geht dann zu Fuß einen Tag bis zum normalen Einstieg. Der diesjährige Monsun hatte die Landebahn in Tumblingtar stark beschädigt und keine Airline flog Anfang November dort hin. Option Nr. 2 bedeutete, den ganzen Weg in den Osten mit dem Bus zu machen, was jedoch mindestens zwei Tage beanspruchen würde und nicht gerade komfortabel wäre. Diejenigen die schon einmal in Nepal mit dem Lokalbus gefahren sind, verstehen was ich meine. So entschieden wir uns für Option Nr. 3: in den Osten zu paddeln!
Zum Aufwärmen paddelten wir den Bothe Kosi, vier Busstunden von Kathmandu entfernt. Am Ausstieg nahmen wir den Bus weiter nach Charikot und von dort einen Jeep nach Singothi zum Einstieg des Tamba Kosi. Zwei Tage Traumwildwasser führten uns zum »Lehrer«. Vor zwei Jahren waren wir schon hier gepaddelt und als wir in einem Dorf nach einer Unterkunft fragten, lud uns der Lehrer vom Ort zu sich nach Hause ein. Er lebt mit seiner Familie, Großeltern und der Familie des Bruder wunderschön inmitten von Reisfeldern. Auf seinem Hof leben Büffel, Kühe, Ziegen, Hühner, Katzen und ein Hund. Alles ist sehr gepflegt, der Boden wird jeden Tag gewischt und so ist sein Zuhause nicht ganz nepaltypisch. Als wir dieses Jahr wieder zu ihm nach Hause kamen, traute er zuerst seinen Augen nicht. Die ganze Familie konnte sich bestens an Lukas und mich erinnern und freute sich einfach riesig, dass wir wieder kamen. Es gab wieder »Dahl Baht« zu essen(Reis mit Linsen essen Napalis jeden Tag zweimal), genau wie vor zwei Jahren auf dem Boden des im Innenhofs ohne Gabel und Löffel. Es schien, als wäre die Zeit stillgestanden. Außer dass die älteste Tochter jetzt in Kathmandu studiert und alle zwei Jahre älter geworden sind, schien sich nichts verändert zu haben. Keine Touristen, keine neuen Straßen, kein Strom, immer noch der Bauer nebenan, der mit seinen Ochsen den Acker pflügt.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns ohne das Versprechen wiederzukommen, was alle etwas traurig machte. Wir paddelten weiter und nach ein paar Stunden waren wir am Zusammenfluss mit dem Sun Kosi. Der Sun Kosi stellt eine der klassischen Raftflüsse in Nepal dar. Fast täglich werden hier Touristen runtergeschippert, zehn Tage dauert ein kommerzieller Trip. Die meiste Strecke ist Flachwasser, zwischendurch gespickt mit coolen Stromschnellen. Der Fluss fließt 180 Kilometer von West nach Ost und erspart uns somit die Busfahrerei zum Arun. Die Landschaft ist wunderschön und wir fanden jeden Abend schöne Sandstrände für das Nachtlager. Nach drei Tagen gelangten wir zum Zusammenfluss mit dem Arun und somit zum Ausstieg.
In Daran gab es endlich mal wieder ein richtiges Abendessen in einem westlichen Restaurant und im Supermarkt konnten wir unsere Vorräte an Snickers und Red Bull für den Arun aufstocken. Am nächsten Morgen machten wir uns auf in Richtung Tumblingtar. Zuerst mit dem Bus, dann Jeep........ Was wir alles erlebt haben auf dem Weg zum Einstieg, auf dem Fluss und auf der Rückreise erfährt ihr im nächsten Bericht. Räuberpistolen garantiert!
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Der weitere Tourplan
Nach sechs Wochen Nepal strebt Ron einen kleinen Urlaub im sonnigen Bali, zum Surfen und Paddeln auf Java, an. Danach wird er mit einigen Kollegen in Süd-Süd-Patagonien im »Torres del Paine«-Nationalpark als erste Wildwasserpaddler überhaupt nach großen Wasserfällen und noch größeren Stromschnellen suchen.































































