Schnee im Übermaß sorgt für einen verspäteten Saisonstart im Westen der USA. Während die Sickline-Crew vor wenigen Wochen noch mit durch Schneemassen blockierte Straßen zu kämpfen hatte, treffen David Ernst und Tomass Marnics am South Merced River perfekte Bedingungen an.
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David in den Staaten (5): South Merced River
Donnerstag, der 19. Mai, 14 Uhr: Tomass Marnics und ich bepacken unsere Kajaks mit Schlafsack, Isomatte, ufertauglicher Bekleidung und Essen für zwei Tage. Wir befinden uns im Yosemite National Park am South Merced River. Der South Merced ist einer der ersten schweren Multiday-Trips der Saison in Kalifornien. Seit ungefähr einem Monat habe ich mein Auslandssemester in Nordkalifornien beendet und bin seitdem mit meinem Truck an der amerikanischen Westküste unterwegs. Tomass habe ich vor etwa zwei Wochen aufgegabelt und gemeinsam versuchen wir, so viele Bäche wie möglich zu paddeln. Die Saison in Kalifornien hält dieses Jahr etwas später Einzug als normal, da es im Winter sehr viel geschneit hat. Ein dicker Snowpack in den Bergen macht die Zufahrt zu vielen Creeks mühsam und wird noch eine ganze Weile für reichlich Schmelzwasser sorgen.
Gemütlich geht es los, doch die ersten Rapids lassen nicht lange auf sich warten. Einmal müssen wir umtragen, da ein Baum die Durchfahrt versperrt. Die Schwierigkeiten steigern sich nach und nach, aber die meisten Sachen können wir ohne zu scouten befahren. Für mich ist es der erste Trip auf diesem Fluss. Tomass war den South Merced bereits letztes Jahr gepaddelt, hatte aber am zweiten Tag zu viel Wasser. Die letzte Stelle vor dem Camp, genannt »Superslide«, ist der Höhepunkt des ersten Tages. Insgesamt sechs einzelne Stellen sind hier aneinander gereiht. Tomass umträgt während ich mich für eine Befahrung bereit mache. Besonders die fünfte Stelle hat es in sich. Hier geht es mit viel Speed in eine dicke Walze und in der Mitte ist ein Fels in der Größe eines Mercedes Sprinter. Zu weit rechts schieße ich aus drei Metern Höhe ins Grünwasser. Meine Befahrung ist erfolgreich und ein guter Abschluss für den ersten Tag.
Am Lagerplatz angekommen starten wir ein Feuer. Das ist in Kalifornien relativ einfach. Einfach ein bisschen trockenes Kleinholz aus dem Umkreis einsammeln, Feuerzeug ranhalten und schon lodert es vor sich hin. Zum Essen gibt es Nudelsuppe und am Feuer gegrillte Würstchen. Unter atemberaubendem Sternenhimmel verbringen wir die Nacht.
Am nächsten Morgen wird das Feuer wieder in Gang gebracht um das Frühstück zubreiten zu können. Bald darauf sitzen wir im Boot und kommen rasch in die Gänge. Die ersten Stromschnellen geben einen deutlichen Vorgeschmack auf das, was nun kommt. Rutschen und Stufen mit kräftigen Walzen. Tomass und ich genießen diesen Teil, viel zu schnell öffnet sich die Schlucht und das Wildwasser wird einen Tick leichter. Die letzten sieben Meilen, des insgesamt 23 Meilen langen Abschnitts sind Wildwasser III-IV. Nach 6,5 Stunden Paddeln sind wir am Ausstieg angelangt. Hier legen wir uns für zwei weitere Stunden in die Sonne bis unser Shuttlefahrer kommt. Wie so oft an den Flüssen Kaliforniens beschließen wir den gelungenen Trip mit einem leckeren Barbecue.
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Über David
David absolviert zur Zeit ein Auslandssemester in Arcata, California, U.S. Neben dem Studium macht er die Bäche der Region unsicher. Zusammen mit Florian Petry produziert David unter dem Label 1596Media Filme (»CORSICA whitewaterguide«) und filmt auf Kajakveranstaltungen. Mehr dazu gibt es auf 1596Media.com. Unterstützt wird David von Kober, °hf, Bliss-Stick und denk.com.































