Und die Tour geht weiter: Nach Norwegen und den Alpen sind David Ernst und Florian Petry nun auf den Flüssen des Himalayas zugange. Mit dem Modi Khola erweisen die beiden einem echten Klassiker des Landes ihre Ehre.
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Touren
Boundless (3): Upper Modi
Der Upper Modi (auch bekannt als Modi Khola; Khola bedeutet Bach oder Fluss) ist ein Klassiker unter Nepals Flüssen. Er entspringt am Fuße der Annapurna, dem zehnthöchsten Berg der Welt.
Es ist Montagabend und wir sitzen auf der Terrasse unserer Unterkunft in Lumle. Lumle ist ein kleines Dorf in der Nähe von Pokhara in Nepal. Es ist unser Startpunkt für den morgigen Hike zum oberen Einstieg des Upper Modi. Während wir auf unser Essen warten - Dhalbhat, Nepals Nationalgericht - stürmt ein Haufen junger Nepali den gemütlichen Ort. Sofort sind wir umringt und eingeladen, mit den Jungs ihr Klassentreffen zu feiern. Eine Flasche Vodka und eine Flasche Whisky später sind die Nepali betrunken und wir leicht angeheitert. Es wird gesungen und viel gelacht. Als sich die Fete nach und nach auflöst, hauen auch wir uns aufs Ohr.
Am nächsten Morgen sind wir bereits um sieben Uhr mit unseren Trägern unterwegs zur New Bridge, dem Einstieg. Dort wollen wir campen und einen weiteren Tag später zusammen mit unseren amerikanischen Freunden Laura und Gareth nach Nayapul paddeln, um von dort mit dem Bus zurück nach Pokhara zu fahren. Der Trail ist anfangs sehr gut zu gehen, doch nach und nach wird es steiler und enger. Über Treppen geht es rauf und runter, abenteuerliche Hängebrücken queren tiefe Abgründe. Normalerweise folgt man dem Fluss auf der anderen Talseite. Dort verläuft auch der ABC-Trek, der Trek zum Annapurna Base Camp. Wir hatten jedoch einen Tip von Charlie, dem netten Besitzer des Ganesh Kayakshops in Pokhara bekommen, dass man auf dem Trek von Lumle kein Permit benötigt - so können wir unser Permit für andere Trips benutzen.
Unsere Träger haben mit den schweren Booten ihre Mühen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie gut die gefühlten 1,50 Meter großen, 55 Kilo und nur mit Flip-Flops ausgestatteten Nepali die Kajaks auf ihrem Kopf balancieren konnten. In Landruk machen wir Mittagspause. Von hier gibt es einen Trail zur anderen Flussseite und dem alternativen Einstieg an der Old Bridge. Doch wir wollen weiter zur New Bridge. Dann hören wir laute Rufe. Flo meint jemanden »David!« schreien zu hören. Dann sehen wir eine Person den Trail von der New Bridge nach Landruk hochrennen. Wir holen schnell das Zoomobjektiv aus der Tasche und erkennen Laura. Wenig später ist sie auch schon bei uns. Völlig außer Atem erzählt sie uns, dass ihre Träger streiken und nicht weiter als bis zur Old Bridge laufen würden. Wir entscheiden uns dennoch, bis zur New Bridge zu laufen um dort morgens zu starten. Ab der Old Bridge würden wir unsere Fahrt zusammen mit den Amis fortsetzen.
Am nächsten Morgen haben wir einen unglaublichen Ausblick auf das Annapurna-Massiv, das bereits in der Morgensonne scheint, während wir noch in der Dämmerung liegen. Wir packen zusammen, frühstücken und dann geht's auch schon aufs Wasser. Sogleich legt der Fluss in atemberaubendem Tempo los. Was vom Trail noch machbar aussieht, ist nahe an der Grenze der Befahrbarkeit. Wir haben immer noch einen hohen Wasserstand. Es geht kontinuierlich von einem Rapid in den nächsten und Kehrwasser sind rar. Die ein oder andere Stelle umtragen wir. Safety first! Nach 2,5 Stunden sind wir an der Old Bridge angekommen. Ein Junge winkt mit einem Zettel in der Hand. Er hat eine Notiz von Laura und Gareth. Die beiden sind vor zehn Minuten hier gestartet, wollen aber viel filmen und werden deshalb eher langsam unterwegs sein.
Nur zwei Stellen später haben wir die beiden eingeholt. Ab der Old Bridge ist der Modi eine Stufe leichter. Zu viert geht es jetzt entspannt auf Wildwasser 4+ Richtung Nayapul. Nach einem weiteren Drittel wird es nochmals leichter und nach guten sechs Stunden sind wir in Nayapul angekommen. Wir haben uns gerade umgezogen und verhandeln mit ein paar Taxifahrern, als ein Local Bus vorbeikommt. Für umgerechnet zwei Euro pro Person nimmt er uns samt Booten mit nach Pokhara. Die zweistündige Busfahrt verbringen wir auf dem Dach. Das ist in Nepal ganz normal und heute haben wir eine super Aussicht auf den Sonnenuntergang mit dem Annapurna Massiv im Hintergrund. »Namaste!«
Mehr auf die Augen gibt's auf dem Blog der beiden Weltenbummler. Über den Versuch einer Komplettbefahrung des Modi Khola berichtete KANU in den Heften 1/2011 und 2/2011 (nachbestellbar unter 01805/354050-2613).


























