Das Lehrteam des »Verbandes Deutsche Kanu- und Outdoorschulung« (kurz VDKS) kennt sich bestens aus mit Kanten, Stützen und Eskimotieren. Für KANU testeten und bewerteten die Schulungsprofis neun Einsteigerkajaks mit der Lizenz fürs Wildwasser. Vom günstigen Oldtimer bis hin zur Luxusklasse.
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Test & Technik
Neun Kajaks für Einsteiger

Für Einsteiger, die erste Erfahrungen im Wildwasser machen möchten, eignen sich vor allem Kajaks in der Längenklasse zwischen 240 und 280 cm. Sie bieten einen gelungenen Mix aus gutem Geradeauslauf und ausreichender Wendigkeit für erste Paddelschläge in Fließgewässern und leichtem Wildwasser. Nicht ganz so drehfreudig wie ein Freestylekajak aber doch agiler als ein Langstreckenkajak, weisen unsere Einsteigerkajaks genau die Fahreigenschaften auf, die zum leichten Erlernen der wichtigsten Grundtechniken im Wildwasser gehören: das Geradeaus- und Kehrwasserfahren.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Ist ein sicherer Notausstieg möglich?
Wer mit dem Wildwasserpaddeln beginnt, muss sich darauf einstellen, das Boot öfters unfreiwillig zu verlassen, bis die Eskimorolle perfekt funktioniert. Und das kann dauern! Dazu ist es entscheidend, dass man, ohne mit dem Hintern den Sitz zu verlassen, beide Knie anwinkeln und das Cockpit ohne Verwindungen verlassen kann. Dies sollte man unbedingt vor dem Kauf testen. Zu einem guten Notausstieg tragen Lukengröße und Süllrandhöhe bei. Einbauten wie Mittelkeile können den Ausstieg erschweren.
Können Sie das Boot tragen?
Wildwasseranfänger sind zu Beginn häufig auch dazu gezwungen, ihr Boot zu tragen. Wenn die Schwierigkeiten auf dem Fluss unterschätzt wurden, heißt es Boote schultern oder schleppen. Deshalb gilt es, nach leichten Kajaks Ausschau zu halten und sich die Tragegriffe genau auf Komfort und Haltbarkeit anzusehen.
Lassen sich Karabiner einhängen?
Wichtig ist auch, dass man in die Griffe Karabiner leicht einhaken kann, wenn mal ein abgeschwommenes Boot geborgen werden muss.
Genügt Ihnen der Komfort?
Kaufentscheidend sind auch Komfort und Platzangebot des Cockpits. Kajakfahren ist eine zeitintensive Sportart, also muss man auch über Stunden hinweg ohne Schmerzen oder eingeschlafene Füße im Kajak sitzen können. Damit man mit ordentlichem Schuhwerk ins Kajak passt, ist auf ordentlich Fußraum zu achten.
Für guten Halt im Kajak – und der ist entscheidend für den Erfolg im Wildwasser – sollten Sitzposition, Schenkelstützen, Rückengurt und Fußstütze für jeweils unterschiedliche Körpergrößen und -formen im Kajak serienmäßig und individuell einstellbar sein, will man den perfekten Halt nicht erst mit viel Eigenarbeit erreichen.
Besonderes Augenmerk gilt der Fußstütze, die leicht verstellbar sein sollte, damit man hin und wieder von einer engen Einstellung mit viel Halt zu einer bequemen wechseln kann. Vorsicht ist geboten, wenn bei kleinster Einstellung (für Paddler mit kurzen Beinen) zwischen Fußstütze und Kajakrumpf so viel Zwischenraum entsteht, dass man mit den Füßen hindurchrutschen kann.
Nicht selten haben dagegen Langbeinige das Problem, dass Fußstützen trotz vorhandenem Lochraster gar nicht weit genug nach vorne geschoben werden können. Leider haben nur wenige Hersteller für diese Probleme eine Lösung parat. Dann hilft nur »Selbst ist der Paddler«.
So finden Sie die richtige Breite heraus
Hat man schließlich ein bequemes Kajak gefunden, das den eigenen Ansprüchen und dem Geldbeutel entspricht, sollte man noch eine letzte Überlegung anstellen. Genügt das Kajak auch übernächstes Jahr noch den Ansprüchen?
Wer mit großen Ambitionen den Sport beginnt und sich ständig steigern und weiterentwickeln möchte, muss damit rechnen, dass ein reines Einsteigerkajak mit seinen schlichten Fahreigenschaften zwar den Geldbeutel schont und schnell erste Lernerfolge verspricht, aber nach zwei, drei Jahren den höheren Meriten des Wildwassersports vielleicht im Wege steht.
Die richtige Breite:
Andererseits gibt es dann auch wieder neue Anfänger, die sich vielleicht über ein gebrauchtes Einsteigerkajak freuen. Auch Händler nehmen Boote in Zahlung, wenn man bei ihnen ein neues Kajak zur Ladentür rausträgt.
Kajaks unter 60 cm Breite bleiben primär Kindern und Jugendlichen vorbehalten. Kajaks zwischen 60 und 63 cm (wie etwa Eskimo Kendo oder Lettmann Thunderbird) eignen sich bestens für leichte und kleinere Paddler, die Standardbreite von 65 cm (wie Dagger GTX oder Perception Supersonic) ist ideal für durchschnittlich gebaute Kajakfahrer, während Schwergewichte die richtig breiten Schiffe vorziehen (Pyranha G3).
Die Wahl der richtigen Breite ist ein Kompromiss aus Anfangsstabilität und daraus resultierender sicherer Wasserlage (breites Kajak) sowie moderater Kippeligkeit (schmales Kajak), die das Aufkanten, aber auch das Eskimotieren entscheidend vereinfacht.














