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Test & Technik

Die glorreichen Neu(e)n - 9 Wildwasserkajaks im Test

Sechs Alpinkajaks, ein Creeker, ein Funcruiser und ein Spezialist traten auf der Slalomstrecke in Markkleeberg zum KANU-Test an – mit beeindruckenden Ergebnissen. Alle Kajaks überzeugten und es hagelte Bestnoten.

Markkleeberg, windig, Dauerregen, 6 Grad. Die Spritzdecke hält! Während auf den Wildflüssen der Alpen noch Eiszeit herrscht, brummen auf Deutschlands modernster künstlicher Wildwasseranlage bereits die Turbinen. Sekunde um Sekunde rauschen 15 Kubikmeter schäumendes Wildwasser in einem weit geschwungenen Bogen Richtung Markkleeberger See. Der See ist im Sommer Freizeitattraktion mit Sandstrand und Badespaß. Heute, an einem unterkühlten Spätwintertag, ist er wie leer gefegt. Schaumkronen zieren die weite Wasserfläche. Aber sei es drum: Wer Wildwasserkajaks noch vor Beginn der Paddel­saison testen möchte, darf in Wetterangelegenheiten nicht zimperlich sein.

Wildwasserkajaks im Kanutest.
Runde um Runde spulten die Tester auf dem 270 Meter langen Kanal ab und erfuhren die Feinheiten jedes Kajaks mit dem »Popometer«.
Foto: Jens Klatt

Der künstliche Kanal in Markkleeberg, konzipiert im Rahmen der (gescheiterten) Olympiabewerbung Leipzigs, ist üblicherweise Trainingsstätte für Nachwuchstalente und Spitzensportler des Kanuslaloms, aber auch ideales Testlabor für einen Praxis-Check von Wildwasserkajaks: schnelle, scharfe Strömungen, gespickt mit Wellen und Walzen, garniert mit kleinen Stufen und Rückläufen. Und an bissigen Kehrwassern mangelt es auf dem Slalomkanal natürlich ebenfalls nicht. Boofen, Surfen, Traversieren, Kehrwasser fahren, Sprints – die ganze Palette an Wildwassertechniken und -taktiken kann auf dem Betonkanal unter stets gleichbleibenden Bedingungen abgefragt werden. Paddeln im Kanupark Mark­kleeberg ist ideales Probefahren unter »klinischen« Testbedingungen. Keine Pegelschwankungen, kein Zeitverlust beim Shutteln, Boots­tausch in Sekunden­schnelle, identische Strecke. Und so drehten die Tester Runde für Runde auf dem U-förmigen Wildwasserkanal. Ein Fließband am End­e der Strecke beförderte die Paddler vom Zielbecken zurück an den Start. Nach der Fahrt war vor der Fahrt. So kame­n die Testfahrer innerhalb kurze­r Zeit immerhin auf fünf Kilometer Wildwasserstrecke und gut 100 Höhen­meter Gefälle.

Wildwasserkajaks im Kanutest.
Die Strecke in Markleeberg zählt zu den modernsten der Welt. Wie Legosteine können die bunten Steckenpoller versetzt werden, um die Schwierigkeiten zu variieren.
Foto: Jens Klatt

Das Ergebnis des Tests ist erfreulich. Alle Kajaks konnten auch bei unterschiedlichen persönlichen Vorlieben und Fahrstilen der Testpaddler voll überzeugen. Es gab keine Ausfälle zu verzeichnen. Ganz im Gegenteil, einige Kajaks kassierten noch nie vergebene Bestnoten. Sieben Kajaks im Test sind hochvolumige Alpinkajaks mit ausgewogenen Fahr­eigenschaften, konzipiert für ein breites Wildwasserspektrum und damit auch für einen großen Kunden­kreis. Egal ob leichtes Wildwasser wie auf der Isar, gemütliches Cruisen auf Soca und Co. oder steile Wildwasserperlen im Tessin oder auf Korsika, diese Alpinkajaks sind ein gelungener Kompromiss aus Sicherheit und Fahrspaß. Eine Kombination von Komfort und Sportlichkeit.  

 

Noch vor einigen Jahre­n gab es nur wenige dieser »Volksboote«. Den Wildwassermarkt bestimmten hochvolumige Creeke­r oder wildwassertaugliche Spielboote. Innerhalb kürzester Zeit brachte jedoch jeder namhafte Hersteller ein Alpinkajak heraus und das Gerange­l um die besten Plätze ist inzwischen sehr groß. Die Übersicht wird insofern noch schwieriger, als viele Marken ihre Kajaks in mehreren Größen anfertigen. Den Pyranha Karnali gibt es in zwei Größen (M und L), den Wavesport Diesel (60, 70 und 80) und den Dagger Mamba Creek (7.5, 8.0 und 8.5) sogar in drei Größen. Für die größte Auswahl aber sorgt die südafrikanische Kajakwerft Fluid: Der Sol­o kommt in drei Größen (S, M und L) und zusätzlich in einer Expeditions­version mit Ladeluke und Schott.

Wildwasserkajaks im Kanutest.
Neun Wildwasserkajaks im Vergleich

Für Paddler bedeutet das nicht die Qual der Wahl, sondern die große Chance, genau jenes Kaja­k zu finden, das sowohl zu den anatomischen Voraussetzungen als auch zum persönlichen Paddelstil passt. Die Designer scheinen ihre Haus­aufgaben gut gemacht zu haben, denn vom Prinzip her gleichen sich viele der Mitbewerber. Viele Ka­jaks unterscheiden sich nur noch in Nuancen voneinander. Sogar beim Gewicht sind die Dif­ferenzen beinahe unmerklich. Bei den PE-Kajak­s liegt das Standardgewicht um die 20 Kilogramm. Ausreißer sind nur der Eskimo Salto Evolution mit 19 Kilo (auch nur 1 Kilo leichter) und der Fluid Solo L, der durch seine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit mehr als 22 Kilo zu Buche schlägt.

Wildwasserkajaks im Kanutest.
Trotz sechs Grad Außentemperatur kam das KANU-Testteam ordentlich ins Schwitzen - ...
Foto: Jens Klatt

Größere Unterschiede gibt es primär bei der Ausstatt­ung. Manche Kajaks kommen eher spartanis­ch daher (Eskimo Salto Evolution, Lettman­n Granate) und vertrauen auf einen anspruchs­losen Paddelhintern oder auf Geschick beim selber Basteln. Andere Hersteller haben es geschaff­t, die Sitzanlage so komfortabel und funktionell zu gestalten, dass nur wenige Handgriffe ausreichen und man bekommt dieses wohlig vertraut­e Gefühl, wenn das Kajak perfekt auf alle Hüftbewegungen reagiert. Vorbildlich sind in dieser Hinsicht Dagger und Wavesport, aber auch Pyran­ha – und der Karnali überzeugt nicht nur mit beispielhaftem Interieur, sondern auch mit einem günstigen Preis (899 €). Zwei Sonderfälle gibt es in der Testflotte. Zum einen der Pyranha Z.one, der sich durch seine sportlich spielerische Note vom Gros abhebt. Er ist kein Alpinkajak, sondern Binde­glied zwische­n Spielboot und Wildwasserkajak – ein Funcruiser also. Der Z.one hat weniger Volumen als seine dicken Kumpels, ist spritziger und schnittiger, lässt sich auch mal unter­schneiden oder cartwheelen (wer's kann). Im schweren Wildwasser ist er sicherlich limitiert und prädestiniert für Genuss und Spaß im leichten bis mittelschweren Bereich. Damit ist er weniger Konkurrent, sondern Ergänzung zu den wildwasser­lastigen Dickschiffen.

Wildwasserkajaks im Kanutest.
...den schnellen Runden mit dem Förderband sei Dank.
Foto: Jens Klatt

Zweite Ausnahme ist die Granat­e. Sie passt zwar von der Form her in die Spart­e der volu­minösen Alpinkajaks, stellt aber wege­n ihrer Bauweise eine Ausnahme dar. Das Leichtgewicht aus Carbon/Kevlar (ab 12 Kilo) hat schon durch sein geringes Gewicht und die extrem steife Schale entscheidende Vorteil­e beim Fahrverhalten. Kehr­seite der Medaille sind der vergleichsweise hohe Preis (1895 €), eine unterdurchschnittliche Ausstattung und ein Material, das zwar eine hohe Lebens­dauer hat und gut reparabel ist, beim harten Wildwasser­einsatz aber Schade­n nehmen kann. Dies­e Punkte erschweren einen direkten Vergleich mit den PE-Boote, weswegen wir auf eine Benotun­g verzichtet haben.

 

Zu guter Letzt scheinen die Wirren am Finanzmarkt auch den Kanusport zu beinflussen. Aufgrund drastisch gefallener Wechselkurse korrigiert­e Pyranh­a seine Euro-Preise mit dem Ergebnis, dass die englischen Kajaks nicht mehr zu den teuersten Booten gehören (wie in der vergangenen Saison), sondern sich nun am unteren Ende der Preisskala wiederfinden. Und das mit unverändert hochwertiger Ausstattung. Manchmal gibt es in Krisenzeiten eben auch gute Nachrichten.

 

 

 

 

KANU bedankt sich beim Team des Kanupark Markkleeberg für den Support und den zeitgleich trainierenden Slalomfahrern, die immer schnell Platz gemacht haben, wenn die Tester um die Ecke kamen.

Alle Kandidaten im Wildwassertest 2009

Wildwasserkajaks im Kanutest.

Die glorreichen Neu(e)n - 9 Wildwasserkajaks im Test

Sechs Alpinkajaks, ein Creeker, ein Funcruiser und ein Spezialist traten auf der Slalomstrecke in Markkleeberg zum KANU-Test an – mit beeindruckenden Ergebnissen. Alle Kajaks überzeugten und es hagelte Bestnoten.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Pyranha Karnali L

Der Karnali ist ein typischer Pyranha mit großer Benutzerfreundlichkeit. Das aus­gewogene Boot zeigt kaum Schwächen, bietet Anfängern wie Experten Fahrspaß wie Reserven und ist preislich der Hammer.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Pyranha Z.One M

Der Pyranha Z.One M ist ein zeitloses Kajak mit klassischem Spielpotential und erstklassiger Ausstattung für mittelschweres Wildwasser. Ein würdiger Nachkomme des legen­dären Inazones zu einem überraschend günstigen Preis.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Dagger Mamba Creek 8.0

Der Mamba ist auf dem Weg zu einer Bootslegende und wurde für diesen mit einer Ausstattung aufgepeppt, die den Anforderungen im schweren WW noch besser gerecht wird.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Lettmann Granate

Das laminierte Edel-Kajak sieht etwas altmodisch aus, aber mehr Speed und Kontrolle gibt es derzeit in keinem anderen Wildwasserkajak – ein Boot für echte Schönfahrer, die Steine lieber umfahren als drüber zu schanzen.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Dragorossi Mad Boy

Rassiges Alpinkajak mit auf Tempo getrimmten Fahreigenschaften. Der Mad Boy kann vor allem auf wuchtigem Wildwasser die ganze Palette seiner Stärken ausspielen.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Eskimo Salto Evolution Pro

Der Salto Evolution Pro ist ein massentauglicher Alpini mit ansprechenden Fahreigenschaften, der die natürliche Selektion problemlos überleben wird und mit dem Eskimo ein echtes Ausrufezeichen auf dem Markt setzt.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Fluid Solo L

Der Fluid Solo ist ein hervorragender Creeker für alle, denen Sicherheit und Ausstattung wichtiger sind als dynamische Fahreigenschaften. Mehr Drum und Dran gibt's nirgends sonst fürs gleiche Geld.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Robson Charger

Hinter der ungewöhnlichen Form steckt ein ungewöhnliches Kajak. Trotz seiner Ausmaße hat der Robson Charger den Fahrspaß eingebaut. Darüber hinaus ist er ein kompromissloses Schwerwasserkajak.
Wildwasserkajaks im Kanutest.

Wave Sport Diesel 70

Die behutsamen Formänderungen zeigen Wirkung und machen den Diesel noch ausgeglichener. Gelungenes Feintuning eines beliebten WW-Kajaks.

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