Selten war die Auswahl an Testkajaks unterschiedlicher als in diesem Jahr. Und einige Modelle sehen aus, als ob das Rad der Zeit ein Jahrzehnt zurückgedreht wurde. Was steckt in den Retro-Kajaks? Hier der Kajaktest Wildwasser aus Heft 2/2010.
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Test & Technik
Alles retro, oder was? – 6 Wildwasserkajaks im Test
Einhundertdreißig Zentimeter! Das sind etwa fünf Fußlängen oder zwei Schritte. Eine Kleinigkeit, aber im Bootsdesign von Wildwasserkajaks sind 130 Zentimeter Welten. 130 Zentimeter trennen die Kurzboote Eskimo Lupo und Jackson Kayak Hero vom Schlachtschiff Dagger Green Boat. Und dabei handelt es sich nicht um Kajaks aus unterschiedlichen Generationen. Hier der moderne Stummel, dort das unzeitgemäße Langschiff. Nein, es handelt sich bei allen Kajaks um die frischesten, neuesten und vielleicht auch interessantesten Modelle, die es momentan im Kanushop um die Ecke zu kaufen gibt. Nagelneue Wildwasserkajaks mit einem Größenunterschied von 130 Zentimetern, wann gab es so was zuletzt? Man muss weit zurückblicken und findet sich schnell in der Ära von Taifun und Topolino wieder.
Comeback in der Taifun-Klasse
Dass die Kajaks in ihrer Bauart und ihrem Stil so stark voneinander abweichen, kann als ein Glücksfall gelten, auch wenn es dadurch praktisch unmöglich ist, die betreffenden Modelle miteinander zu vergleichen. Nachdem die Kajakindustrie zu Zeiten des Spielbootbooms die Entwicklung von reinen Wildwasserkajaks erst vernachlässigte und dann mit gleicher Intensität eine Ära der Dickschiffe einläutete, kann man sich nun wieder über eine größere Auswahl an unterschiedlichsten Modellen freuen. Allein die sechs getesteten Kajaks decken ein Spektrum ab, wie es im Wildwasserbereich kaum größer sein könnte. Der Dagger Axiom und auch der Eskimo Lupo stehen für spaßbetontes Paddeln: Surfen, Unterschneiden, spritziges Vergnügen. Merkmale, die in der jüngsten Vergangenheit beim Revival der Bongoboote etwas zu kurz kamen. Kajaks wie der Prijon Pure, Pyranha Burn und Jackson Hero drängeln sich in die bereits gut gefüllte Sparte der Brot-und-Butter-Kajaks. Und dann gibt es noch das Dagger Green Boat, das vorgibt, ein Rennkajak zu sein, aber gerade für Kombipaddler, die sowohl auf Wildwasser als auch auf Wald- und Wiesenbächen unterwegs sind, sehr interessant sein dürfte. Eine Klasse, in der es lange kein zeitgemäßes Kajak mehr gab.
Ein Boot für alle Fälle
Ebenso erfreulich wie die große Auswahl an unterschiedlichen Modellen ist die Tatsache, dass viele davon in unterschiedlichen Größen angeboten werden und damit auch unterschiedlichste Paddleranatomien abdecken. Egal ob groß oder klein, ob leicht oder schwer, wer mit einem Axiom, Burn oder Hero liebäugelt, scheitert nicht etwa an deren unpassenden Maßen. Den Axiom gibt es in vier Größen, ebenso den Hero, der Burn kommt immerhin in drei Größen. Und sogar bei Prijon, wo aufgrund höherer Formkosten bisher vor dem Bau verschieden großer Modelle eines Typs zurückgeschreckt wurde, hat man vom Pure bereits zwei weitere Größen in der Pipeline.
Auch bei den Innenausbauten gibt es Erfreuliches: Prijon hat Schenkelstützen und Prallplatte überarbeitet und ein sehr überzeugendes System entwickelt. Jackson glänzt mit großer Bedienungsfreundlichkeit und innovativen Ideen, während Dagger und Pyranha auf Altbewährtes setzen können, sich damit aber nicht verstecken müssen.




























