Der Strom kommt: Was bei den Fahrrädern geklappt hat, soll nun auch an die Boote. Antriebshilfe mit Akku und – anders als bei den E-Bikes – mit Direketversorgung von grünem Strom dank Solarzellen. Tested on Tour 6/2011
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Test & Technik
Solarantrieb für Klepper & Co.
Faltboote sind Wasserfahrzeuge mit großer Tradition. Einerseits sind sie so robust, dass man mit ihnen den Atlantik überqueren kann. Andererseits leicht zerlegbar und so auch im Flugzeug transportierbar. Faltboote sind auch das Hobby von Ingenieur Hans Ramsperger. An der Cote d'Azur und am Comer See paddelt er seit fast 20 Jahren. Manchmal gab es Gegenwind und es wurde mühsam. »Da kam mir die Idee, das mit dem Solarantrieb zu machen«, sagt der schwäbische Tüftler, der an diesem sonnigen Samstag mit beiden Beinen im Wasser steht und die Funktionsweise des Antriebs erklärt. Zentrales Element sind dabei die beiden Solarmodule mit je zwölf Volt und 30 Watt Leistung, die an einer Zentralachse am Heck des Bootes angebracht sind. Sie lassen sich vom Fahrersitz aus der Sonneneinstrahlung nachführen und der Energieertrag kann so um zehn bis 15 Prozent erhöht werden. Damit wird ein Akku geladen oder das Boot direkt angetrieben. Diesen Antrieb besorgt ein speziell entwickelter Motor der Firma MEB in Freudenstadt. »Die Schiffsschraube aus Carbon haben wir speziell berechnet«, erzählt Ramsperger. Jetzt schwingt sich Ramsperger ins Boot und führt vor, was Solarzellen, Batterie und Motor zu leisten vermögen. Per Knopfdruck schaltet der Schwabe hinauf in den fünften Gang und das Faltboot nimmt deutlich Fahrt auf. Am weitesten kommt man mit dem Spargang, der Fahrstufe eins. 40 Kilometer beträgt die Reichweite bei einer Fahrzeit von zehn Stunden, fünf Stunden Sonneneinstrahlung vorausgesetzt. Mit »Vollgas« in Fahrstufe fünf erreicht das Boot stolze 8,5 Kilometer pro Stunde und hat so bei obigen Bedingungen eine Reichweite von elf Kilometern. Motor und Ruder bilden dabei eine Einheit, die im flachen Wasser per Leine hochgezogen werden kann. Ansonsten wird das Kajak ganz herkömmlich per Seilzug mit den Füßen gesteuert.
Die Bedienung des Solarantriebs ist denkbar einfach – per Knopfdruck wird entlang der fünf Gänge hinauf- und hinabgeschaltet. Eine digitale Anzeige informiert über den aktuellen Stromverbrauch und die Akkuspannung. Die Antriebseinheit ist ebenso wie das Faltboot zerlegbar und kann in einer Aluminiumkiste transportiert werden, das Gewicht beträgt rund 15 Kilogramm. Treibt das Solarmodul nicht gerade das Boot an, kann man damit Handy oder GPS aufladen.
FAZIT: Ökologisch korrekter E-Antrieb zum Nachrüsten. Besonders geeignet für ältere Paddler, die damit ihren Aktionsradius beträchtlich erweitern, um auch weiterhin mit der Vereinsjugend auf Tour gehen zu können.
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