Die Outdoortrophy Mitte August im österreichischen Lingenau an der Bregenzer Ache zählt zu den härtesten Teambewerben der Welt. Paddler Thomas Funke war dieses Jahr als Teilnehmer und zweifacher Team-Kapitän dreifach im Einsatz.
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Szene
Unter Strom: Outdoortrophy 2010
Der Entschluss an der Outdoorthophy 2010 teilzunehmen fällt beim Dolomitenmann 2009. Nach kurzem Gespräch mit Paragleiter Jakob Herrmann steht fest: Wir sind auch bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft in Lingenau ein Team. Helmut Schiessel, Ausnahme-Athlet und Weltmeister im Berglauf, können wir in den nächsten Monaten als Bergläufer rekrutieren. Zu einem großen Drama entwickelt sich hingegen die Suche nach dem vierten Mann: Aufgrund zeitgleicher internationaler Bike-Wettkämpfe ist es schwierig einen verflixt schnellen Biker nach Vorarlberg zu locken. Anders ist das bei den Amateuren. Hier können wir erstmals ein Team an den Start bringen, das fast nur aus Augsburgern besteht: die »Kober Zombies«, die nur beim Fliegen auf die Künste eines Vorarlbergers vertrauten. Als Namen gebenden Sponsor für unser Profi-Team können wir unterdessen ein Wolfurter Autohaus begeistern. Als »Landrover Team Hörburger« machen wir unseren Platz auf der Startliste dingfest.
Die Outdoortrophy im Vorarlberger Lingenau versteht sich selbst als inoffizielle Weltmeisterschaft im Outdoorsport. Welt- und Europameister, Damen und Herren, Profis und Amateure, Topathleten aus zehn Nationen sind hier am Start. Fast 150 Sportler insgesamt. Der Staffelwettkampf mit den Sportarten Berglauf, Paragleiten, Wildwasser-Kajak und Mountainbike zählt zu den härtesten der Welt. Das weiß auch der Wettergott zu würdigen und sorgt am Wettkampf-Wochenende um den 14. August für optimale Wasser- und Windbedingungen.
Dann die Hiobsbotschaft: Beim Abgeben der Startunterlagen in Lingenau klingelt mein Handy. Unser Profi-Biker ist beim Auskundschaften der Strecke zu Sturz gekommen und fällt für das Rennen aus. Am Vorabend des Wettkampfes glüht das Mobilfunknetz. Eine Stunde lang, dann ist dank der Hilfe von Hannes Metzler, einem direkten Konkurrenten, ein Ersatzmann gefunden: Simon Scheiber aus Sölden kann kurzfristig einspringen.
Der Wettkampf
Den Renntag lassen beide Teams gemütlich beim Frühstück in der Ferienwohnung anlaufen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Start ins Dorfzentrum von Egg. Eine kurze Besprechung und ein Treffen mit dem Sponsor später ist es endlich soweit: Mit dem Startschuss fällt eine Last von meinen Schultern. Die Bergläufer sind auf der Strecke, alle anderen sind da, alle sind gesund und alle sind hungrig auf den Wettkampf! Während mein Bergläufer Helmut auf der zwölf Kilometer langen Etappe 1.100 Höhenmeter bewältigt, bleibt mir als Kajakfahrer noch etwas Zeit zur Vorbereitung. »Das könnte ein guter Tag werden«, denke ich wenig später, als ich mich mit Basti Lexa von den Kober-Zombies auf dem Weg nach Andelsbuch mache.
Eine SMS aus dem Landrover-Team-Shuttle lässt die Motivation in die Höhe schnellen: »Heli ist vorne dabei!«, schreibt meine Freundin Sylvia. Kurz darauf kreist bereits Jakob als Zweitplatzierter und schnellster Paragleiter des Tages über unseren Köpfen. Auf den Fersen des Tschechen Tomas Slovak sprinte ich zur Start-Rampe. Boot rauf, Spritzdecke zu - aber richtig (!), Rampe runter und los geht die Hatz. Die Strecke habe ich bereits bei den Bregi-Days Anfang Juni erkundet. Damals war Hochwasser, jetzt ist das Wasser seicht! Elf Tore und eine Eskimorolle erwarten mich während meines 33-minütigen Sprints. Nur keine Fehler machen und eine gute Linie treffen! Bis kurz vor dem Ziel läuft es gut, dann kostet mich eine kleine Unachtsamkeit etwa 20 Fahrsekunden. Trotzdem schicke ich Biker Simon an zweiter Stelle ins Rennen. Hinter mir hat sich das Feld wieder zusammengeschoben. Österreichs Kajak-Staatsmeister Gerhard Schmid übergibt mit Tagesbestzeit als Dritter an seinen Mountainbiker, Seriensieger Hannes Pallhuber.
Im Kampf gegen die internationalen Top-Biker hat unser Ersatzmann Simon eine schwierige Aufgabe zu lösen: Schlammige Bedingungen auf der ihm unbekannten Strecke machen es dem Tiroler nicht einfach, sich gegen seine Verfolger zu behaupten. Heli, Jakob und ich beschränken uns unterdessen gespannt aufs Warten. Diese letzte Schlacht schlägt Simon für uns – und er kämpft! Mit dem 5. Endrang sind wir voll zufrieden. Den absoluten Triumph kann eine andere Nation verbuchen: Platz 1 (Opavanet/Tilak) und 2 (Speed8) bei den Profis gehen erstmals nach Tschechien. Auch die Zombies kämpfen hart in ihrer stark besetzten Klasse. Das junge Team wird mit Platz 6 bei den Amateuren belohnt. Der Sieg geht hier an das Vorarlberger Team »KFZ Geiger«.
Nach kurzzeitigem Verschnaufen und einem gemeinsamen Abendessen geht es zur Siegerehrung. Erst hier am Party-Gelände von HIGH5 wird mir so richtig bewusst, was wir geschafft haben: Zwei Teams und zwei Betreuerinnen am Start, beide Teams erfolgreich! Die Party kann kommen – und sie kommt: Die Big-Band »Die dicken Kinder« spielt bei der »outdoornight« fett auf. Das Tanzbein schwingt – bis in die frühen Morgenstunden...
Weitere Informationen und Ergebnisse auf www.outdoortrophy.com.
Danke an unsere Sponsoren Landrover Hörburger und Kober, die uns das alles ermöglicht haben!
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