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Szene

Spannung bis zuletzt: Fotos & Videos zu den Teva Extreme Outdoor Games

16. Juni 2010 von Arnd Schäftlein, Übersetzung: Christoph Scheuermann

Bereits im siebten Jahr locken die Teva Extreme Outdoor Games Extrempaddler aus der ganzen Welt in die Alpen. Wie 2009 war Ivrea und das nahe Valchiusella im Piemont Schauplatz der Profi-Wettkämpfe. In den Kajak-Wettbewerben wurden dieses Jahr die Freeride-Weltmeister aus vier Läufen in den Disziplinen Downriver, Sprint-Slalom und Boater-Cross ermittelt.

Teva Extreme Outdoor Games 2010
Steile Katarakte gegen die Uhr: Einzelrennen auf der Chiusella.
Foto: Peter Lintner

Starter aus 17 Nationen fanden sich am letzten Mittwoch im malerischen Bergdorf Fondo ein, um sich für die Rennen der nächsten vier Tage einzuschreiben. Die ersten eineinhalb Tage stand Creeking der extremen Art auf dem Programm. Ort des Geschehens war der härteste Abschnitt der Chiusella, einem in den Granit eingeschnittenen Gebirgsbach 45 Minuten außerhalb von Ivrea. Donnerstagmorgen starteten die Wettbewerbe mit den Downriver-Einzelrennen. Der etwa sechs Minuten lange, natürliche Parcours erwartete die Paddler mit etwas niedrigerem Wasserstand im Vergleich zu 2009. Teva-Teamfahrer Mike Dawson aus Neuseeland verwies den Franzosen Eric Deguil auf den zweiten Platz. Der Ami Isaac Levinson, der am Vorabend die Athletengemeinde überraschte, als er mit geliehener Ausrüstung antrat, wurde Dritter. Es gelang ihm im technisch-steilen WW 4-5 der Chiusella die idealen Linien zu treffen und einige der weltbesten Paddler, einschließlich einiger Olympia-Teilnehmer und früherer Weltmeister, hinter sich zu lassen. Anne Hübner holte die Goldmedaille bei den Damen. Mit einigem Abstand folgten Martina Wegman aus den Niederlanden und die amtierende Freestyle-Juniorenweltmeisterin Nouria Newman aus Frankreich. Wie Levinson absolvierte sie am Vorabend nur eine einzige Testfahrt auf der anspruchsvollen Strecke.

 

Hohe Hürden auf dem Weg zur Krone

Teva Extreme Outdoor Games 2010
Eric Deguil nicht ganz auf Ideallinie.
Foto: Peter Lintner

Nachmittags war die Zeit reif für das »King of the Falls«-Race. Die zwanzig besten Paddler des Downriver-Rennens qualifizierten sich für den schwierigsten Streckenabschnitt, der unter anderem einen Zehn-Meter-Fall aufweist. Die perfekte Linie vom Ufer aus zu identifizieren war eine Sache. Das Boot in den Granit-Katarakten während der Einzelrennen auf Kurs zu halten, eine andere. Wieder war es Mike Dawson, der sich die Krone auf dem selektiven Abschnitt verdiente. Der zweite Platz ging an den Gesamtsieger vom letzten Jahr, Dejan Kralj aus Slowenien. Platz drei erpaddelte sich Teva-Fahrer Honza Lasko.

Freitagmorgen rangen 16 internationale Teams auf der Downriver-Strecke des Vortags um den ersten Siegertitel der Freeride-Team-Weltmeisterschaften. Viele warteten speziell auf diesen Wettbewerb, forderten doch sehr starke Teams die Vorjahressieger aus Neuseeland heraus. Schließlich konnten die Kiwis mit nur sechs Sekunden Vorsprung zur deutschen Mannschaft den Titel holen. Doch auch die deutsche Leistung war beachtlich. So betrug der Abstand zu den drittplatzierten Italienern 25 Sekunden.


Aber man sollte nicht glauben, dass die Athleten damit ihr Edelmetall im Trockenen hatten. Der für Samstag angesetzte Team-Slalom am Kanal in Ivrea konnte in einer Sekunde alles ändern. Das mit 50 Strafsekunden hart vergütete, verpasste Tor war für alle Teams eine allgegenwärtige Gefahr, stellte doch der mit frischem Regenwasser mehr als volle Parcours selbst die Besten vor eine echte Herausforderung.

Deutsches Team enttäuscht Medaillenhoffnung

Fotos der Teva Extreme Outdoor Games 2010
Zweiter Wettkampfort: die Dora Baltea in Ivrea
Foto: Arnd Schäftlein

Der Samstag erwartete die Sportler mit einem straffen Zeitplan: Rennen in drei Disziplinen – Sprint, Slalom und Team-Slalom – mussten von jedem Athleten gefahren werden. Team Deutschland zeigte sich angriffslustig. Der diesjährige Teamtitel war mit nur sechs Sekunden Abstand zu den Neuseeländern in greifbarer Nähe. Mit der hochkarätigen Besetzung durch Slalom-Weltmeister Fabian Dörfler, den Sickline-Weltmeister Thilo Schmitt und Teva-Fahrer Jakobus Stenglein schienen die Hoffnungen auf Gold berechtigt. Doch die Macht des Wassers hatte andere Pläne. Trotz ihrer Stärke und Slalom-Kompetenz verpassten die drei Spitzenfahrer zwei Tore in ihrem einzigen Run. Hundert Strafsekunden ließen jede Medaille in weiter Ferne entschwinden. Die meisten der Mannschaften hatten ihre Probleme mit der sehr schwierigen Rennstrecke. Lediglich die Slowenen zeigten mit einer fast fehlerlosen Befahrung eine solide Performance und verwiesen die Kiwis auf den zweiten Platz. Der Gesamtsieg der Teamwettbewerbe geht somit an die Jungs aus Down Under, Platz zwei holten die Slowenen, Tschechien wurde Dritter.   

Spannendes Ringen bis zum Schluss

Fotos der Teva Extreme Outdoor Games 2010
Die Sieger mit dem Urgestein der Games Francesco Salvato
Foto: Arnd Schäftlein

Der Titel des neu zu krönenden »Freeride Kayak World Champion« war bei den Herren heiß umkämpft zwischen Mike Dawson, Eric Deguil, Dejan Kralj, Thilo Schmitt, Isaac Levinson und Fabian Dörfler. Bei den Damen duellierten sich Anne Hübner und Nouria Newman. Die hochtalentierte, junge Französin gewann Slalom und Sprint, Hübner wurde Zweite. Den Sprinttitel der Herren holte sich Schmitt, der zweite Platz ging an Dörfler, Dritter wurde Dawson. Dejan Kralj sicherte sich mit einem unglaublichen, zweiten Run den Slalom-Sieg, übrigens als einziger mit einer Rennzeit von weniger als einer Minute. Johann Roozenburg wurde Zweiter, Thilo Schmitt Dritter. Nach den Sprint- und Slalom-Läufen vom Samstag waren etliche der Wettkämpfer in der Gesamtwertung nur wenige Punkte voneinander getrennt. Der Show-Down konnte beginnen!

And the winner is...

Fotos der Teva Extreme Outdoor Games 2010
Mann gegen Mann im Boater's Cross.
Foto: Arnd Schäftlein

Die Party am Samstagabend wurde ihren Erwartungen gerecht und hatte am nächsten Morgen in den Gesichtern der Starter ihre Spuren hinterlassen. Zeit für den Boater's Cross! Jeder Heat – sowohl bei den Herren, wie den Damen – war bis zum Schluss der Strecke sehr, sehr dicht gedrängt. Häufige Positionswechsel machten den Boater's Cross zum vielleicht spannendsten Wettkampf für Athleten und Zuschauer. Schließlich gelang es Anne Hübner den Gesamttitel im Kayak Freeride nach Deutschland zu holen. Das dramatische Finale der Herren konnte Eric Deguil vor Fabian Dörfler und Daniel Herzig für sich entscheiden. Mike Dawson konnte mit seiner Platzierung seinen Titel als Freeride Kayak World Champion sichern! Herzlichen Glückwunsch!


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