Das Hochwasser hat sich verzogen, ein guter Mittelwasserstand war garantiert und Postkartenwetter sorgte für optimale Lichtverhältnisse beim Dicke-Backen-Contest am Wehr von Egg. Vier Tage lang gab's bei den Bregi-Days Gelegenheit zum Ausrüstung-Testen, Paddeln, Freunde treffen. Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Kurse sowie Workshops rund um's Paddeln rundeten das Programm ab.
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Sommer, Sonne, Paddlersause: Bregi-Days 2010
»Super Wetter, alte Bekannte, Wasser auf allen Abschnitten der Bregenzer: Ein Spitzen-Event!« Es schien die Sonne in den gut gelaunten Gesichtern der Paddler, die am Wochenende zum Wasserablass in den Bregenzer Wald gepilgert waren. Bedingt durch die sintflutartigen Regenfälle in der Nacht auf Donnerstag kamen Alle auf ihre Kosten. Big Water auf der Standard-Strecke von Egg bis Lingenau am Donnerstagnachmittag, dazu ablaufendes Hochwasser auf allen Frühjahrsbächen im Allgäu und Bregenzer Wald. An den Folgetagen ließen hochsommerliche Temperaturen den Schnee in hohen Lagen schmelzen und füllten die obere Bregi von Hopfreben bis Mellau mit einem schönen mittleren Wasserstand. Der Kraftwerksablass der Vorarlberger Kraftwerke (VKW) sorgte nicht nur für Wasser auf der Normalstrecke ab Andelsbuch, sondern auch für Überwasser am Wehr in Reuthe. So nutzten zahlreiche Paddler die Gelegenheit die sonst trockene Schwarzenberg-Schlucht zu befahren.
Am Kraftwerk Andelsbuch, gleich unterhalb des Fischteichs Tanna, stieg die zweite Hälfte des Paddlervolkes in die Boote. Am Steilwehr leiten die VKW normalerweise das karge Restwasser zum Kraftwerk Alberschwende aus, der Fluss liegt auf der Folgestrecke vollständig trocken. Während der Ablasszeiten machten die VKW das Einlassschott dicht und so war ab Freitag nicht nur genug Wasser für die Strecke bis Lingenau im Bach, sondern auch Idealpegel für den Boof-Workshop der Kanuschule Versam.
Am Testival-Gelände in Egg war für die meisten Paddler Halbzeit, eine weitläufige Kiesbank oberhalb des Wehres umrahmte die perfekte Brotzeit. Wer den Dicke-Backen-Contest gemeistert hatte, war bereit für die etwas verblocktere Strecke bis Lingenau. Alte Klassiker wie das »Egger Eck« oder der »Professorfelsen« ließen den Adrenalinspiegel fortgeschrittener Wildwassernovizen steigen. Wer ganz sicher gehen wollte, konnte die Strecke auf einer Führungsfahrt mit den Schulungsexperten der Tiroler Kajakschule »Source to Sea« oder Outdoordirekt erleben.
Dicke Backen?! Große Augen!
Zum Auftakt der Bregi-Days an Fronleichnam hieß es erstmal »große Augen« statt »dicke Backen«. Die Bregenzer Ache präsentierte sich den ankommenden Paddlerscharen im pompösen Feiertagsgewand: üppig gefüllt und kakaobraun rauschte der sonst nahezu trockene Fluss um 9 Uhr früh mit satten 110 Kubik über das Wehr von Egg. Hochwasser! Den Ankömmlingen am Testival-Gelände drängte sich die Frage auf, ob sie nicht doch irgendwo am Weg zum falschen Bach abgebogen waren. Ötz, Sambesi, Colorado: Die Vergleiche mit bekannten Wuchtbrummern waren zahlreich und durchaus berechtigt.
Die meisten Paddler beschränkten sich angesichts des Hochwassers aufs Staunen und Beobachten. Dann, am Vormittag, der erste Lichtblick: Nach der morgendlichen Höchstmarke ging der Pegel in den Sinkflug über - in rasantem Tempo. 87 Kubik, 58 Kubik, 46 Kubik – die mit Argusaugen beobachtete Durchflussanzeige am Testival-Gelände kletterte konstant nach unten. Ab Mittag lockte die zugegeben recht braune Brühe doch eine stattliche Zahl an Wuchtwasser-Fans zum wilden Ritt. Bis zum späten Nachmittag hatte die Bregi bereits satte 70 Kubik eingebüßt. Als am Abend Olaf Obsommer im High5-Camp zum gemütlichen Filmabend lud, war man sich bereits sicher, dass am Freitag optimale Bedingungen herrschen würden.
Sonne satt, Stimmung super - Freitagmorgen waren die Bedingungen im Bregenzer Wald perfekt. Verwunderung herrschte nur darüber, wo denn all das Wasser hin verschwunden war. Es kam wieder, keine Sorge! Freitag und Samstag spendierten die Vorarlberger Wasserkraftwerke für je vier Stunden zusätzlich Wasser, so dass von 10 bis 14 Uhr ein guter Mittelwasserstand auf der Standard-Strecke Bregenzer Ache garantiert war. Am Sonntag ergoss sich das begehrte Nass für zwei Stunden über das Steilwehr am Andelsbucher Kraftwerk.
Von den schweren Regenfällen zeugten am Freitagvormittag nur noch die letzten weißen Nebelschwaden, die malerisch aus den Berghängen aufstiegen - und die gut gefüllten Seitenbäche und Oberläufe, die sonst eher selten auf dem Paddelplan zu finden sind.
Wer es am Donnerstag nicht zum ersten Filmabend ins High5-Camp geschafft hatte, dem bot sich am Freitagabend im Hotel Sonne in Mellau eine zweite Chance. Zur Aufführung kamen der Obsommer-Streifen »Into the unknown« und als Highlight der mehrfach preisgekrönte Extrem-Kajak-Porno »Dream Result« von Rush Sturges. Sie glauben gar nicht, wie unglaublich ein 56 Meter hoher Wasserfall auf einer 2 x 3 Meter großen Leinwand in HD aussieht. Im Vorfeld des Films fand zudem ab 17 Uhr eine kleine Kajak-Expo auf 175 qm vor dem Hotel statt.
Nachdem sich der gut gefüllte Vortragssaal des Hotels geleert hatte, teilte sich die Paddlerschar. Während am idyllischen Zeltplatz am Fischteich Tanna vor allem Familien und Gemütspaddler dem Freiluftleben frönten, erkoren die Feierwilligen das High5-Camp zur Party-Location. Die Kajakautos standen entlang des Weges bis zur Brücke, am Lagerfeuer fanden man sich zum Paddler-Talk ein.
KANU Bregi-Days 2010: Tag 1 from 1596 Media on Vimeo.
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