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Szene

Slalom-WM: Triumph im Team, Enttäuschung im Einzel

13. September 2010 von Marianne Stenglein, DKV, Judith Prechtl

Ein vierter Rang durch Jennifer Bongardt (Köln) ist das beste Einzel-Ergebnis der deutschen Slalom-Kanuten bei der Weltmeisterschaft in Tacen. Durchweg stark präsentierte sich das schwarz-rot-goldene Team hingegen in den Mannschafts-Bewerben. Alle vier Teams paddelten aufs Podest, die K1-Herren schmückten sich am Sonntag sogar mit der Goldmedaille.

Deutschlands goldene Herren: Hannes Aigner, Alex Grimm und Fabian Dörfler.
Foto: Marianne Stenglein

16 deutsche Slalom-Kanuten kämpften vergangene Woche in Tacen, nahe der slowenischen Hauptstadt Ljublijana, um die Weltmeistertitel. Zwei Tage vor den ersten Titelentscheidungen sorgte zunächst die Sava für Spannung: Durch den hohen Wasserstand fielen die für Donnerstag geplanten Vorläufe zunächst buchstäblich ins Wasser. 24 Stunden später strahlte die Sonne vom Himmel und Alexander Grimm, Fabian Dörfler und Hannes Aigner hatten sich, wie bereits am Mittwoch Jasmin Schornberg, Jennifer Bongardt und Melanie Pfeifer, gesammelt für die K1-Halbfinali qualifiziert.


Die erste Entscheidung fiel am Samstag bei den C2-Herren. Die Magdeburger Kai und Kevin Müller und die Schkopauer Robert Behling/Thomas Becker sowie die Leipziger David Schröder/Frank Henze patzten leider alle drei im Halbfinale und konnten dem Finale der besten Zehn nur von der Zuschauertribüne aus zusehen. Den Sieg holten sich die dreimaligen Olympiasieger Pavel und Peter Hochschorner aus der Slowakei vor Fabian Lefevre und Denis Gargaud Chanut (FRA) und David Florence und Richard Hounslow (GBR).

Strahlendes Damen-Trio: Jennifer Bongardt, Melanie Pfeifer und Jasmin Schornberg mit ihren deutschen Fans.
Foto: Marianne Stenglein

Die deutschen Damen hatten hervorragendes Potential, aber irgendwie lief es nicht nach Wunsch. Im Einzel-Wettbewerb schlitterte Jennifer Bongardt, die nach ihrer Schulterverletzung vor ca. acht Jahren immer noch Respekt für die schwere Strecke in Tacen empfand, nur knapp an den Medaillenrängen vorbei. Eine Torstangen-Berührung im Finale kostete die Kölnerin die Bronzemedaille. Mit einem Rückstand von 1,19 Sekunden erreichte sie als Viertplatzierte das beste deutsche Einzelergebnis. Titelverteidigerin Jasmin Schornberg vom Kanu-Ring Hamm fuhr unter ihrem Können und landete im Finale auf Rang zehn. Zweimal 50 Strafsekunden, das war einfach zu viel, es sollte nicht ihr Rennen sein. Die Verunsicherung war auch deutlich bei Melanie Pfeifer zu spüren: Die Augsburgerin patzte und handelte sich sechs Strafsekunden ein, die den Einzug in das Finale der Top 10 verhinderten.

Silber im C1-Teamwettbewerb: Franz Anton, Sideris Tasiadis und Jan Benzien.
Foto: Marianne Stenglein

Triumphieren konnte als neugebackene Weltmeisterin Corinna Kühnle aus Österreich, zweite wurde Jana Dukatova aus der Slowakei und auf den dritten Platz fuhr die zweite Österreicherin Violetta Oblinger-Peters.Nach diesem Dämpfer zogen Bongardt, Pfeifer und Schornberg frohen Mutes im Teamwettbewerb der K1-Damen kräftig am Stock. Belohnt wurden die deutschen Mädels dafür mit dem Vize-Weltmeistertitel. Bei der Siegerehrung strahlten sie um die Wette und genossen die Zeremonie vor einer begeisterten Zuschauermenge in Tacen. Es siegten die K1-Damen der Tschechischen Republik und ganz zur Freude der Ausrichter wurden die slowenischen Damen Drittplatzierte.


Nachdem in den Teambewerben aus zeitlichen Gründen nur jeweils ein Lauf zu bestreiten war, galt im Anschluss für die C2-Herren auch entweder: »hopp oder topp«. Nach dem Vize-WM-Titel im Vorjahr holten David Schröder/Frank Henze vom LKC Leipzig, Robert Behling/Thomas Becker vom MSV Buna Schkopau und Kai Müller/Kevin Müller vom KCF Magdeburg in Tacen Bronze. Der Sieg ging an das französische Team mit den Einzelweltmeistern Lefevre/Gargaud Chanut. Vize-Weltmeister wurde die Tschechische Republik.

Am Ende Gold!

Hannes Aigner bei der Slalom-WM 2010 in Tacen.
Hannes Aigner wurde als 23. bester Deutscher im K1. Im Team holte sich der Augsburger Gold.
Foto: Marianne Stenglein

Der Sonntag begann zunächst mit einem missglückten Einzel-Halbfinale für die deutschen K1-Herren: Hannes Aigner (23.), Alexander Grimm (35.) und Fabian Dörfler (36.) schieden im Halbfinale aus. Zum Weltmeister krönte sich Daniele Molmenti aus Italien, der mit dem schwierigen Wildwasser der Sava am besten zurecht kam. Platz zwei ging an Vavrinec Hradilek (CZE) vor Jure Meglic (SLO).


Das Sieg und Niederlage nah beieinander liegen können, zeigte das Augsburger K1-Trio im Anschluss beim gemeinsamen Auftritt im Teambewerb. Hier legten die drei einen fehlerfreien Lauf hin und holten sich den Mannschafts-WM-Titel vor Frankreich und Italien. Im Teambewerb der Canadier-Einer holten sich Sideris Tasiadis (Augsburg), Jan Benzien und Franz Anton (beide Leipzig) den Vizeweltmeistertitel hinter den favorisierten Slowaken. Bronze ging an das Team der Tschechischen Republik. C1-Weltmeister wurde Doppel-Olympiasieger Tony Estanguet (FRA). Jan Benzien und Sideris Tasiadis belegten die Plätze acht und zehn.


Erstmals wurde in Tacen eine Weltmeisterin im C1 gekrönt. Den Titel holte sich die Slowakin Jana Dukatova vor den Australierinnen Leanne Guenea und Jessica Fox. Michaela Grimm aus Augsburg wurde zehnte.


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