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Szene

Sam Sutton ist Mr. Sickline 2010

02. Oktober 2010 von Judith Prechtl

Zwei Mal war der Neuseeländer Sam Sutton bereits bei der Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft im Ötztal auf Erfolgskurs, doch erst im dritten Anlauf schaffte er es ganz nach oben - und deklassierte seine Verfolger mit über zwei Sekunden Vorsprung. Rang 2 für Michele Ramazza (ITA), Lukas Kalkbrenner aus Augsburg wurde Dritter.

Finaltag bei der 4. Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft im Ötztal 2010.
Mit Barbie im Pool: Mit Bestzeit in der Tasche genießt Sam Sutton die Zeit des Wartens.
Foto: Andy Klotz

Ready to rumble? Pünktlich um 10 Uhr wurden am Samstag bei der Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft die besten 48 der gestrigen Qualifikationsläufe aufs wilde Wasser der Ötztaler Ache gebeten. Im Head-to-Head-Modus startete auf der Wellerbrücken-WM-Strecke zunächst der Langsamste gegen den Schnellsten des Vortages, und so weiter. Der jeweils Schnellere würde sich für die nächste Runde qualifizieren bis am Ende 13 Head-to-Head Sieger und zwei »Lucky Looser«, die beiden schnellsten Verlierer, für den alles entscheidenden Finallauf gefunden waren.


Als ob die Organisatoren für ihr perfektes Event auch einen Sponsoring-Vertrag mit der Sonne unter Dach und Fach gebracht hätten, warf diese pünktlich zur Live-TV-Übertragung des Superfinales die Strahler an. Basti Lexa, heute zweifelsfrei einer der größten Glückspilze, eröffnete um 13 Uhr die letzte Runde. Als Lucky Looser hatte sich der Bayer ins Finale der besten 26 gerettet und kämpfte in diesem Head-to-Head gegen Thomass Marnics (LAT), der ebenfalls einen Freifahrtschein erhalten hatte. Nach einem verpatzten Lauf samt Rolle im oberen Bereich sah es nach einem leichten Spiel für  Marnics aus. Doch der Lette patzte im Hauptkatarakt, ritt eine Walze ab und erreichte mit über 20 Sekunden Rückstand auf Halbfinal-Sieger Mike Dawson (NZL) das Ziel – und Lexa kletterte nach Rang 15 im Halbfinale als erster Führender des Superfinales zu Miss Tirol 2008 Christina Keil in den heißen Whirlpool.

Finaltag bei der 4. Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft im Ötztal 2010.
Lukas Kalkbrenner paddelt als bester Deutscher auf Rang 3.
Foto: Michael Neumann

Sam Sutton legt vor

Die Bestzeit des Bayern (1:08,47) hielt trotz einiger kleinerer Fehler den folgenden beiden Läufern stand. Eneko Yarza Arabolaza (ESP) und Fabrice Poueyto (FRA) erhöhten mit spektakulären Linien im Kernstück den Unterhaltungsfaktor und ließen so wertvolle Zeit auf der Strecke. Kurzfristig übernahm Paul Böckelmann, Deutscher Meister im Kanuslalom, den Hotseat (1:07,73) ehe Michele Ramazza mit 1:00,99 die Messlatte auf Spitzen-Niveau anhob. Vier Fahrten lang konnte der Italiener sein Bad in der lauschigen Wanne entspannt genießen, dann krachte das Neuseeländische Duracell-Männchen Sam Sutton mit sensationeller Tagesbestzeit die Wellerbrücke hinunter: 0:58,85 - zwei Sekunden Vorsprung und eine enorme Herausforderung für die letzten fünf Finalteilnehmer. Hradilek Vavrinec (CZE) und Gerd Serrasolses rutschten nach größeren Fehlern weit zurück. Lukas Kalkbenner und Thilo Schmitt, Sickline-Champion 2008 und Führender nach dem Head-to-Head der Top 48, bissen sich an den Spitzenzeiten von Sutton und Ramazza die Zähne aus.

Finaltag bei der 4. Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft im Ötztal 2010.
Würdige WM-Strecke: Die Wellerbrücke
Foto: Michael Neumann

Vor dem letzten Teilnehmer war klar: Der Titel der diesjährigen Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft geht ins ferne Neuseeland. Ganz unten badete bereits gemütlich Sam Sutton, ganz oben scharrte als Führender nach dem Halbfinale Top-Favorit Mike Dawson in den Startlöchern. Wie Sutton fand auch Dawson im oberen Streckenabschnitt eine schnelle Linie, allerdings mit minimalen Schönheitsfehlern. Herzschlagfinale? Nein! Was mit kleineren Fehlern begann entwickelte sich im kniffligen Hauptkatarakt zu einem völligen Desaster, aus dem Dawson nur im Rückwärtsgang entkommen konnte. Somit stand Sutton als neuer Sickline-Weltmeister fest. Michele Ramazza kam dem Sieg nach Rang 3 2008 heute zumindest einen Schritt näher und belegt Platz 2. Dritter wurde der Augsburger Lukas Kalkbrenner.

Finaltag bei der 4. Adidas Sickline Extremkajak-Weltmeisterschaft im Ötztal 2010.
Voller Einsatz: die °hf-Safety-Crew packt an.
Foto: Judith Prechtl

Neben dem zahlreichen Publikum bekamen an diesem spannenden Finaltag auch die Fische einiges geboten. Besonders das Kernstück im unteren Streckenabschnitt sorgte für zahlreiche haarsträubende Manöver und Linien. Ötztal-Local Max Siech ließ den Zuschauern den Atem stocken als er beinahe den gesamten Katarakt kopfüber nahm, doch die °hf-Safety-Crew hatte die Situation unter Kontrolle und Max dank perfekt positionierter Springer-Sicherung sofort am Trockenen.

Nach der Flower-Ceremony auf dem Expo-Gelände in Ötz blickt nun alles gespannt der heutigen Partynacht bei der Area 47 entgegen. Erstmals feiert die Sickline-Community nicht in Ötz, sondern im neu errichteten Outdoor-Funpark nahe der Ötz-Mündung bei Haiming. Los geht es ab 19 Uhr mit dem Zipfelbob-Big-Air. Ja, man darf gespannt sein....

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Foto zum Sickline-Training am 27.9.2010.
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