Viel Sonne, wenig Wasser, Wettkampfgeist und eine Menge Spaß: Am 7. Mai fanden sich Deutschlands beste Kanu-Freestyler an der Isarwelle in Plattling ein, um die Kräfte zu messen. Neben der Deutschen Meisterschaft entschieden die Läufe auch über den Einzug zur WM, die im Juni an der Welle abgehalten wird.
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Kurzreport: Freestyle-DM und WM-Quali Plattling
Strahlender Sonnenschein und ein stark schwankender Wasserstand der Isar bildeten den Rahmen des wichtigsten, nationalen Freestyle-Events des Jahres 2011. All jene, die Kajak-Freestyle seit Jahren als marginale Disziplin in der Profi-Nische sehen, wurden in Plattling eines Besseren belehrt: Immerhin 80 Sportler meldeten sich zur Deutschen Meisterschaft an und kämpften um einen Platz auf dem Treppchen sowie um das begehrte Ticket zur WM Ende Juni.
Wurde schon im Vorfeld der Pegelstand der Isar kritisch verfolgt, offenbarte der Schwellbetrieb durch mehrere Kraftwerke in Kombination mit der dürftigen Schmelze in den Alpen seine Tücken. Während alle Vorläufe noch bei akzeptablem Wasserstand stattfanden und im Session-Format gefahren wurden, fiel der Pegel ab 14 Uhr rasant bis auf 1,42 m. Statt, dass wie bisher in einer Art Rundlauf fünf Paddler zehn Minuten lang abwechselnd die Welle stürmten und somit etwa sechsmal an die Reihe kamen, blieben im Semifinale jedem Fahrer nur noch 2 x 45 Sekunden. Zudem ist die Walze bei niedrigerem Pegel deutlich kleiner und hält weniger gut.
Als weitere Konsequenz des Wasserrückgangs wurde entschieden, die Vorläufe der C1- und K1-Juniorinnen als Endergebnisse zu zählen. Open Canoe-Fraktion und Squirter starteten ohne Vorläufe direkt ins Finale. Bei den K1-Damen, K1-Herren und K1-Junioren galten die Resultate aus dem Halbfinale als Gesamtergebnis. Anne Hübner und Andrea Kaspers bestätigten ihre Präsenz in den Top-3 bei den K1 Damen. Allein Sandra Sebelin kam nicht mit der kleinen Walze zurecht und musste ihren Platz auf dem Podium an Sandrina Hornhardt abgeben. Anne Rist kämpfte sich auf den ersten Platz bei den Juniorinnen. Für eine Überraschung gut war auch Philipp Hitzigrath. Der 20-jährige Ulmer holte Gold im C1 und Silber im offenen Kanadier. Ganz oben auf dem Treppchen in der Disziplin Open Canoe stand Tobias Hüther.
Eric Walter und Heiko Stiebing verloren ihre Teamplätze bei den Junioren im Niederwasser-Semifinale – sie gingen auf volles Risiko, konnten die großen Moves jedoch leider nicht stehen und finden sich mit null Punkten nur auf den hinteren Plätzen. Das war die Chance für Marvin Gauglitz, der die Basis-Moves beherrschte und so auf Platz 2 kam. Der 16-jährige Nils Sommer, nach den Vorläufen Führender, war clever und sammelte wenigstens ein paar Spin-Punkte, was ihm den dritten Rang sicherte. Michel Hasselwander fuhr trotz des schlechten Pegels einen fulminanten Lauf und holte sich DM-Gold.
Bei den K1-Herren musste sich Simon Strohmeier nur mit fünf Punkten von Martin Koll geschlagen geben, der im nagelneu geshapten Eigenbau »Vollkorn« (Wortwitz!) antrat. In den Vorläufen fuhr Simon als einziger über 1000 Punkte. Bis auf Thomas Hinkel konnten die ersten Fünf der Vorläufe ihre Ränge im Semifinale bzw. Finale bestätigen. Das Niveau von Simon, Seppi (übrigens der einzige Topplatzierte im Serienkajak) und Martin war eine Klasse für sich und schürt die deutsche WM-Hoffnung.
Im Folgenden die Sieger der Deutsch Meisterschaft (der Rangfolge entsprechend) und das Team für die WM:
K1 Men: Martin Koll, Simon Strohmeier, Seppi Strohmeier, Christoph Kleemann, Philipp Vorbohle (Ersatz: Max Münchow)
K1 Women: Anne Hübner, Andrea Kaspers, Sandrina Hornhardt (Ersatz: Sonja Jankowfsky)
K1 Junior Men: Michel Hasselwander, Marvin Gauglitz, Nils Sommer (Ersatz: Simon Gegg)
K1 Junior Women: Anne Rist, Julia Spaaij (Ersatz: Melinda Schwarzer)
C1: Philipp Hitzigrath, Jonas Unterberg, Markus Hummel (Ersatz: Sören Kohnert)
OC: Tobias Hüther, Philipp Hitzigrath (Ersatz: Fabian Krummreich)
Squirt Men: Christoph Schuhmacher, Helmut Wolff, Jochen Eickhoff
Squirt Women: Sandra Sebelin



























