Sandrina Hornhardt und Fabian Krummreich holten bei der Kajak-Freestyle-Europameisterschaft in Lienz Gold für Deutschland. Peter Csonka gewinnt bei den K1-Herren, Marlène Devillez bei den K1-Damen. Bronze für Markus Hummel und Anne Grüb.
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Szene
Freestyle-EM: 2 x Gold, 2 x Bronze
Was für ein Finale! Am Samstag um Schlag 17:03 erlebte die Kajak-Freestyle-Europameisterschaft in Lienz in Osttirol ihren absoluten Höhepunkt. Pünktlich zum Finale der K1-Herren fand Peter Csonka zu seiner gewohnten Form und spulte 45 Sekunden lang einen präzise ausgeführten High-Score-Move nach dem anderen ab. McNasty links, rechts, Lunar Orbit links, rechts, Phoenix Monkey... Sprecher Arnd Schäftlein überschlug sich, die Juroren schwitzen, das Publikum tobte – und der angekündigte Zweikampf um den EM-Titel wurde plötzlich zur Verfolgungsjagd.
In den vergangenen Tagen hatte es bereits so ausgesehen, als hätte Peter »the machine« sein Schmieröl vergessen. Es lief einfach nicht rund für den Slowaken, doch heute zeigte er, dass man die Rechnung nicht ohne den Ex-Vizeweltmeister machen sollte. Nach seinem Lauf sahen sich Sebastian Devred (FRA) und die beiden Top-Favoriten Mathieu Dumoulin (FRA) und James Bebbington (GBR) mit einer Kampfansage von 985 Punkten konfrontiert. Eine unlösbare Aufgabe. Bebbington reduzierte Csonkas Vorsprung im dritten Lauf zwar noch auf knapp 100 Punkte, musste sich am Ende aber doch nur mit Platz 2 begnügen. Platz 3 ging an Mathieu Dumoulin vor Sebastian Devred und Sam Anderson.
Nicht lange gefackelt hat Marlène Devillez im Kampf um den K1-Damen-Titel. Die junge Französin eröffnete ihren ersten Lauf mit einem spektakulären Entry-Move und setzte einen satten Air-Loop direkt dran. Das war die Führung, in gerade mal drei Sekunden. Der Top-Score von 303,333 Punkten, bei den Freestyle-Damen eher selten gesehen, wurde für ihre Angreiferinnen zur unüberwindbaren Hürde. Den Britinnen Clair Ohara und Fiona Jarvie blieb nur der Kampf um Rang 2, den Ohara für sich entschied. Platz 4 ging an Martina Wegmann (NDL) vor Ekaterina Kulkova (RUS).
Bis zur Halbzeit ließ die Entscheidung im C1 auf sich warten. Igor Juanikorena Etxeberria (ESP) eröffnete das Finale mit einem ersten Paukenschlag: 346 Punkte, eine Ansage an der sich die Konkurrenten zunächst die Zähne ausbissen. Bis Lukas Cservinka (CZE) sich in seinem zweiten Lauf mit enormen Loops den Huge-Bonus abholte und die Führung des Spaniers pulverisierte: 526,6 Punkte. Um diesen Punktestand einzustellen war ein fehlerfreier Lauf nötig. Unter dem Jubel der Fans stellte sich Markus Hummel der Herausforderung, konnte seine 260 Punkte aus dem ersten Lauf aber nicht mehr verbessern. Rang 3 für den Augsburger. Rang 4 belegte Stue Parry (GBR) vor Jordi Demenjó i Cadafau (ESP).
Joaquim Fontané i Masó heißt der frisch gebackene Junioren-Europameister. Mit einem Weltklasse-Lauf packte der Spanier in Runde 3 seine Führung fulminant in trockene Tücher. Angesichts des Traum-Score von 560 Punkten sah sich der letzte Starter des Juniorenfinales, Juuso Karttunen, im Kehrwasser vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt. Nach zwei Flushes gab der Finne chancenlos w.o. und verzichtete damit auch auf den Angriff auf die Britische Luftwaffe, James Benns und Brendon Orton. Beide Jungs sorgten beim Publikum mit ihren satten Air-Loops für Begeisterung. Rang 5 belegte Fiete Junge aus Deutschland.
Zwei EM-Titel für Deutschland
Spannend verlief das Finale der K1-Juniorinnen. Nach einem Loop ging zunächst die Norwegerin Thora Heggem in Führung. Der Gegenschlag von Titelverteidigerin Sandrina Hornhardt ließ auf sich warten. Erst in den letzten Sekunden ihres zweiten Laufes gelang der jungen Deutschen ein Lehrbuch-Loop. Nachdem die Norwegerin im dritten Lauf nicht mehr zum Zug kam, konnte Sandrina ihren letzten Lauf bereits als Junioren-Europameisterin 2010 genießen. Die Bronzemedaille geht ebenfalls nach Deutschland. Anne Grüb konnte mit einer sauberen Spin-Performance in Lauf 3 Leonie Häberling (SUI) und Julia Cuchi Vila (ESP) vom Podest schubsen.

Foto: Judith Prechtl
Den OC-Titel holte Fabian Krummreich für Deutschland, ebenfalls mit seinem ersten Lauf. Mit Loop und einer Reihe Cartwheels machte der Augsburger den Sieg klar. Seine 83.6 Punkte deklassierten die Konkurrenz. Astaburuaga Goikoetxea (ESP) spinnte sich auf Rang 2, sein Landsmann Adrià Bosch i Roca belegte Platz 3 vor Philipp Hitzigrath aus Deutschland. Nicht am Start war heute Jan Liska. Der Tscheche hatte allem Anschein nach sein Boot vergessen...
Nach der »freestylemäßig«-feierlich gehaltenen Siegerehrung direkt am Wettkampfspot im Draupark erklärte ECA-Präsident Albert Woods die Kajak-Feestyle-Europameisterschaft 2010 offiziell für beendet. Woods lobte Veranstalter Thomas Zimmermann und sein Team für die perfekte Organisation und die herausragende Gastfreundschaft in Osttirol. Zu recht, denn mit der EM hier in Osttirol hat der europäische Kajak-Freestyle-Sport in den vergangenen Tagen ein spannendes und stimmungsvolles Fest erlebt. Vielen Dank!








































































































































