Zwei Siege für Deutschland beim Straight Down Striit in der Schweiz. Jakobus Stenglein und Anne Hübner waren die Schnellsten beim Boatercross auf der Sernf.
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Fotos, Video & Report: Straight Down Striit 2010
Wo müssen wir eigentlich hin? An die Weiße Lütschine?! Nein, nach Elm, das ist irgendwo am Weg ins Tessin. Aja, und wie heißt der Bach? Ähhh... – Der Bach heißt Sernf, liegt nicht ganz am Weg ins Tessin sondern im Kanton Glarus und die Weiße Lütschine hat mit dem Straight Down Striit gar nichts zu tun. Soweit die grundsätzlichen Erkenntnisse nach einem spannenden Rennwochenende in der Zentralschweiz. Und sonst?
Auch wenn die Sernf im Ganzen gesehen nicht zu den meist beachtesten Wildwasserperlen der Schweiz gehört, der gefällstarke Abschnitt des »Striit« ist eine Rennstrecke wie aus dem Bilderbuch. Etwa 150 Meter Wildwasser im fünften Schwierigkeitsgrad lockten von 28. bis 30. Mai 2010 über 60 Paddler, darunter viele internationale Topathleten, und zahlreiche Zuschauer zum Extremrennen ins abgelegene Örtchen Elm. Zum dritten Mal ging es dort nach einjähriger Pause beim Straight Down Striit zur Sache. Erst im Einzelzeitfahren, dann Mann gegen Mann im Boatercross-Modus. Die beste Quali-Marke setzte der Neuseeländer Johann Roozenburg, der die Strecke in unter einer Minute bewältigte.
Mann gegen Mann
Schon die ersten Läufe im Achtelfinale machten deutlich, dass auch der stärkste Favorit ohne das nötige Quäntchen Glück auf der Strecke bleibt. Ex-Slalom-Weltmeister Fabian Dörfler (GER) und Honza Lasko (CZE) sind bei Extremrennen meist im Spitzenfeld zu finden. Auf der Sernf wurden beide von ihren Konkurrenten Florian Fischer (GER) und Florian Zaczek (GER) regelrecht ausgebremst und schieden trotz verbitterter Überholversuche vorzeitig aus dem Rennen. Über Glück oder Unglück entschied in den meisten Fällen der Start: Im Idealfall bugsierte die linke Startrampe die Paddler in Führung, im Nicht-Idealfall – der ungefähr genau so häufig eintrat – führte sie zu ungewolltem »Parkieren« im Kehrwasser.
Das prominenteste Opfer der Startfalle war Titelverteidiger Ron Fischer (SUI). Er saß im Finale Kaiserklammtrophy-Sieger Jakobus Stenglein (GER) gegenüber. Während Stenglein bereits mit gewohnt kräftigem Schlag auf Idealline die ersten Stufen des Striit hinunter pflügte, drehte Fischer noch eine Ehrenrunde im Kehrwasser. Ob des großen Rückstandes gab der Schweizer vorzeitig w.o. und fuhr für seinen Lauf als Showeinlage für das tobende Publikum zu Ende. Platz drei ging an den Neuseeländer Mike Dawson.
Anne gegen Anna
Bei den Damen stand schon vor dem Finale fest, dass die Siegerin aus Deutschland kommt. Mit Anne Hübner und Anna Jankowfsky saßen zwei Top-Favoritinnen auf der Rampe. Hübner erwischte den Start besser und ging als Führende ins Rennen. Trotz einer starken Verfolgungsjagd musste sich Jankowfsky mit Platz zwei zufrieden geben. Auf Platz drei paddelte Helga Lehner aus Österreich.
Neben dem »Creek Race« wurden auf der unteren Streckenhälfte zwei Spaßbewerbe ausgefahren. Zwölf Teilnehmer, die Hälfte davon Damen, kämpften auf der gemäßigten Wildwasserstrecke im gleichen Rennmodus wie die Extrempaddler beim »Fun Race«. Den Sieg holte Timo »Elvis« Trauth aus Deutschland. Für Spaß und Unterhaltung sorgte das chaotische Chinese-Race bei dem weit über 20 Paddler gleichzeitig auf die untere Strecke starteten, um am Ende vorwärts, rückwärts oder seitwärts aber keinesfalls als Erster oder Letzter über die Ziellinie zu paddeln. Die goldene Mitte traf Florian Hartmann aus Österreich. Geehrt und gefeiert wurden die Sieger am Gelände des »Zirkus Mugg«, wo am Abend die »Clowns« die Manege rockten und eine lange, legendäre Partynacht ihren Lauf nahm...





































