Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Laender, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU Mitarbeiter Falk Bruder paddelt mit und berichtet.
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Szene
TID – die zweite Etappe
Angekommen in Mohács
Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit der TID nach Mohács in Ungarn zu kommen. Entweder paddelt man Ende Juni in Ingolstadt los und auf der Donau durch Deutschland, Österreich, die Slowakei und Ungarn. Dazu braucht man aber gut vier Wochen Zeit.
Ich habe diesesmal aus Zeitmangel die andere Möglichkeit gewählt und bin mit dem TID-Shuttlebus gefahren.
Hundldorf, ein kleines beschauliches Nest im tiefsten Niederbayern. Morgennebel hängt über den satten Wiesen und über der nahen Donau. Ein komfortabler Reisebus. Verschlafene Gestalten, die noch mit Bettwärme ausgestattet in der kühlen Morgenluft zittern. Der Bus wird beladen, der große Kanuanhänger angekuppelt. Es ist kurz vor sechs Uhr und das Abenteuer startet.
Zwölf Stunden dauert die Fahrt, inklusive eines längeren Verkehrsstaus irgendwo in Österreich und den regelmaessigen P-Pausen. Schliesslich sind alle froh, als wir kurz vor 18 Uhr an der Uferpromenade von Mohács vorrollen und von den schon anwesenden Paddlern begrüßt werden. Die Stimmung im Zeltlager vor Ort ist großartig, ich fühle mich sofort wohl. Das Ende der ungarischen Etappe der TID wird mit einem Fest und leckerem Gulasch gefeiert. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich aufs Wasser geht. Vorerst ist jedoch ein Ruhetag angesetzt, an dem nebst Erholung, Einkauf und Sightseeing auch die Grenzformalitäten abgewickelt werden.
Die 57. TID werde ich auf der Strecke durch Serbien und Kroatien begleiten. Von Mohács, der letzten Station in Ungarn aus, bis nach Kladovo, am Ausgang des eisernen Tors in Serbien gelegen. Diesesmal warten zwei neue Herausforderungen auf mich, die ich bei meiner letzten TID (2005) so nicht hatte:
1. habe ich mich vom TID-Verein dazu überreden lassen, die Leitung der deutschen Gruppe in Serbien zu übernehmen und bin somit das Bindeglied zwischen der serbischen Organisatoren und den deutschen Teilnehmern. Beim ersten Teil werde ich zwischen Mohács und Novi Sad meine Lehre und Reifeprüfung beim erfahrenen Donau-Max ablegen, ab Novi Sad bin ich dann auf mich alleine gestellt.
2. ist dieses Jahr das erste Mal Kroatien als achtes TID-Land neu hinzugekommen. Zwei Stationen, in Aljmas und in Vukovar, werden angefahren. Noch weiss keiner, was die TID-Gruppe dort erwartet, die Kontakte zur kroatischen Fahrtenleitung sind eher spärlich. Dejan Jovanovic, der Organisator der serbischen Strecke, sagte bei der Besprechung am heutigen Morgen: »Ihr seid die Versuchskaninchen. Aber mit eurer Mithilfe und etwas Kompromissbereitschaft werden wir das gut über die Bühne bringen.«
Ich freue mich auf diese Herausforderungen und werde, sobald ich wieder einen öffentlichen Internetzugang unterwegs finde, davon berichten.
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