Am 30. April starteten 24 Sportler zu einem der härtesten Staffelrennen: »Peak to Creek« führte die drei Mannschaften in acht Disziplinen an ihr Limit – vor allem bei den Paddlern sorgte der hohe Wasserstand der Ötz für erschwerte Bedingungen.
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Rennen am Limit: Peak to Creek
Die ehemaligen Profisportler Günther Mader, Jan Ullrich und Markus Kröll vereint auf den ersten Blick nicht allzu viel mit Mountainbike-Pro Charly Markt, Kletter-Ass Stew Watson und Paragleiter Paul Guschlbauer. Das Ötztal hingegen machte es möglich und führte 24 Athleten aus acht Sportarten beim »Peak to Creek« 2012 zusammen. Insgesamt mussten für dieses Extrem-Staffelrennen die acht Disziplinen Ski, Mountainbike, Berglauf, Klettern, Rennrad, Skibergsteigen, Paragliden und Kajak einzeln absolviert werden, bevor beim Rafting das gesamte Team im gleichen Boot saß. In einem schwierigen Rennen konnte sich das Team rund um den zweifachen Ötztal-Radmarathon Sieger Antonio Corradini durchsetzen. Die strahlenden Gewinner entstiegen der Ötztaler Ache nach 05:09:14 Stunden.
Bei traumhaftem Wetter führte »Peak to Creek« die Athleten von der Schwarzen Schneid bis zum Wildwasser der Ötztaler Ache und sprichwörtlich vom Winter in den Sommer. Gestartet wurde um 10 Uhr auf 3.367m bei Minusgraden, etwas mehr als fünf Stunden später wurden die erschöpften, aber glücklichen Teilnehmer im Ziel am sandigen Flussufer an der Mündung der Ötztaler Ache in den Inn beklatscht. Aufgrund der starken Schneeschmelze bei den hohen Temperaturen im Ötztal, stieg der Wasserpegel der Ache enorm an. Das Hochwasser hatte besonders für die Kajak-Athleten Severin Häberling, Ron Fischer und Jakobus Stenglein extreme Bedingungen zur Folge. Auch die Rafting-Teams bekamen die erschwerten Verhältnisse zu spüren: Im führenden blauen Team ging der Kletterer Elias Holzknecht über Bord und konnte nur mit Mühe wieder ins Raft geholt werden.
85 Kilometer und 7.067 Höhenmeter standen insgesamt auf dem Plan – entschieden wurde das Rennen aber von den Paraglidern, die aufgrund der herrschenden Windbedingungen 1.200 Höhenmeter bergab laufend bewältigen mussten. »Der Lauf war das Heftigste, was ich je in meinem Leben gemacht habe«, berichtete Paul Guschlbauer nach der Übergabe an Paddler Sven Häberling. Als Letzter war er unterhalb des Rosskopfes gestartet, übergeben hat der Österreicher als Erster. Mit dieser grandiosen Leistung bereitete er den Weg seines Teams zum Sieg.
Zu Beginn des Rennens sah alles noch ganz anders aus: Günther Mader, der kurzfristig für den verletzten Axel Naglich eingesprungen war, übergab fast zeitgleich mit seinen Mitstreitern Christoph Nösig und Frank Wörndl den Staffelstab. Aufgrund eines Reifenplatzers beim Mountainbiker Wolfgang Eysholdt bekam das spätere Gewinnerteam eine fünfminütige Zeitstrafe aufgebrummt. Bergläufer Martin Mattle machte allerdings gut sechseinhalb Minuten wett und überzeugte so in der Aufholjagd.
»Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl sehr langsam zu sein, aber die anderen scheinen auch nicht schneller gewesen zu sein, denn ich habe als Erster übergeben«, keuchte Jan Ullrich direkt nach der Übergabe an Tourenskigeher Alexander Fasser und spracht vom Anstieg zum Haiminger Sattel, als er sagte: »Nach dem Winter war das ein äußerst knackiger Berg.«
Abenteuerlich gestaltete sich auch die Berglauf-Etappe, die sich über knapp 1.000 Höhenmeter erstreckte und bei der am Stuibenfall kurzfristig sogar der Klettergurt angelegt werden musste. »Das habe ich in meiner ganzen Konzentration gar nicht wirklich realisiert«, so der Österreicher Markus Kröll.
TEAM BLAU 05:09:14.55
Ski Christoph Nösig (AUT)
Mountainbike Wolfgang Eysholdt (GER)
Berglauf Martin Mattle (AUT)
Klettern Elias Holzknecht (AUT)
Rennrad Antonio Corradini (ITA)
Skibergsteigen Filippo Beccari (ITA)
Paragleiten Paul Guschlbauer (AUT)
Kajak Severin Häberling (SUI)
TEAM SCHWARZ 05:16:35.69
Ski Andre Arnold (AUT)
Mountainbike Charly Markt (AUT)
Berglauf Stefan Tassani-Prell (GER)
Klettern Lukas Ennemoser (AUT)
Rennrad Gilberto Simoni (ITA)
Skibergsteigen Alessandro Follador (ITA)
Paragleiten Michael Gebert (GER)
Kajak Ron Fischer (SUI)
TEAM ROT 05:23:00.62
Ski Günther Mader (AUT)
Mountainbike Simon Scheiber (AUT)
Berglauf Markus Kröll (AUT)
Klettern Stew Watson (GBR)
Rennrad Jan Ullrich (GER)
Skibergsteigen Alexander Fasser (AUT)
Paragleiten Thomas DeDorlodot (BEL)
Kajak Jakobus Stenglein (GER)
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