Am 24. Juni fand auf der Koritnica die erste offizielle Tubing Weltmeisterschaft der Geschichte statt. Insgesamt 48 Teilnehmer aus Deutschland, Tschechien, Österreich und England wagten die Teilnahme in den für den gemeinen Paddler doch recht gewöhnungsbedürftigen Sportgeräten.
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Reife(n)prüfung – Schickline Tubing WM in Slowenien
Austragungsort war ein Abschnitt auf der Koritnica in Höhe des Camps Liza. Der hohe Wasserstand der Soca, um 130 cm in Zaga, zwang die Organisatoren zu einer kurzfristigen Änderung der Wettkampfstätte. Statt des Mündungskatarakts der Koritnica wurde kurzerhand der Abschnitt oberhalb bis zur Hängebrücke genutzt. Die Testläufe am Vortag hatten gezeigt, dass der ursprünglich geplante Abschnitt einen zu hohen Blutzoll unter den Teilnehmern gefordert hätte. Auch so konnten die etwa 120 Zuschauer verzweifelt hinter den Tubes her schwimmende Sportler, einige Flips und bis kurz vor die Besinnungslosigkeit um sich selbst kreiselnde Aspiranten beklatschen.
Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt, das Alter reichte von 12 – 70 Jahren. Der deutsche Peter Kompalla (Team KV-Nürnberg) sicherte sich im Finale den Weltmeistertitel vor Wolfgang Scholz (Team Gammelfleisch) und seinem Teamkollegen Torben Trinkel (Team KV-Nürnberg). Erst auf Platz 4 war mit Miles Ewans vom Team Astonbeaveas aus England der erste nicht-deutsche Starter zu finden.
Im Anschluss an die Wertungsläufe fand dann im Biergarten von Camp Liza die Siegerehrung und die anschließende Tombola statt, bei der einige von Stohlquist, Zölzer, °hf und Pyranha gestiftete Sachpreise im Teilnehmerfeld verlost wurden. Bei der relaxten Party am Abend gab es zum Abschluss Live-Saxophon-Musik und das eine oder andere Bier. Die Moderation übernahm gewohnt lustig und unterhaltsam Andreas Stöneberg von der Essener Kanuschule.
Organisiert und ausgerichtet wurde die Tubing WM im Rahmen der Kajakchallenge, die dieses Jahr 26 Wochen lang durch Europa tourt und an diesem Wochenende Ihr Bergfest zur Halbzeit bestritt.
Nach dem großen Erfolg der Tubing WM und der positiven Resonanz der Teilnehmer steht bereits jetzt fest das es im nächsten Jahr eine Folge-Veranstaltung geben wird, möglicherweise auf der Wellerbrücken-Strecke der Ötz ...?!?
Interview mit dem Weltmeister der Schickline Tubing WM 2011
KAJAKCHALLENGE: Hallo Peter. Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Weltmeistertitel.
Peter: Vielen Dank.
KAJAKCHALLENGE: Bist Du das erste Mal Weltmeister?
Peter: Das ist, soweit ich zurückdenken kann, wirklich das erste Mal.
KAJAKCHALLENGE: Das erste Mal? Unglaublich, dann nochmal herzlichen Glückwunsch.
Peter: Danke, danke, ich kann es auch kaum glauben.
KAJAKCHALLENGE: Und wie bist darauf gekommen beim Tubing Deine Erfüllung zu suchen, als Hauptsportart gewissermaßen?
Peter: Also ich muss ehrlich gestehen, ich habe gar nicht so lange vorher davon gehört. Das war über Facebook, ich war dann aber auch sofort total begeistert und es war klar, da müssen wir hin. Wir, also mein Kumpel Torben, der ja auch dritter geworden ist, und ich. Wir haben da einfach unsere Stärken gesehen.
KAJAKCHALLENGE: Aha. Wie oft trainierst Du so pro Woche, also Tubing?
Peter: Das Tubing haben wir jetzt noch nicht so oft trainiert, also eigentlich nur einmal direkt davor, am Vortag.
KAJAKCHALLENGE: Also tatsächlich nur einmal? Unfassbar. Und wie lange paddelst Du schon im Kajak?
Peter: Also das ein oder andere mal im Kanupolo-Boot, eher Flachwasser und weniger im Wildwasser. Aber offensichtlich ist das die entscheidende Technik die man beherrschen muss.
KAJAKCHALLENGE: Du paddelst wirklich kaum Wildwasser?
Peter: Also ab und zu schon, mit Freunden, aber eben eher leichte Sachen.
KAJAKCHALLENGE: Unglaublich, Du hast immerhin heute 47 Mitbewerber hinter Dir gelassen, darunter einige langjährige Wildwasserfahrer.
Peter: 47? Wirklich? Ich kann dass immer noch nicht richtig fassen, dass ich jetzt Weltmeister bin, das kommt wahrscheinlich erst morgen früh wirklich bei mir an.
KAJAKCHALLENGE: Glaubst Du, Du wirst jetzt abheben?
Peter: Ja, also ich habe das heute schon so ein bisschen gemerkt, dass Freunde anfangen mich zu Siezen und mich hier auf dem Camp Leute grüßen, die ich gar nicht kenne, also die Gefahr besteht schon. Ich habe aber ein tolles Team um mich herum, die mich dann auch immer wieder runter holen.
KAJAKCHALLENGE: Ich wäre auch gerne mal Weltmeister.
Peter: Das ist auf jeden Fall total empfehlenswert, allein das ganze Geld das jetzt hoffentlich durch die ganzen Werbeverträge reinkommen wird, das verändert Dein Leben total.
KAJAKCHALLENGE: Was wirst Du damit anstellen?
Peter: Also ich denke das wäre jetzt mal eine tolle Sache, auch mal eine eigene Tube zu haben, also zum Training für nächstes Jahr. Ich habe jetzt ja diesen riesigen Wander-Pokal gewonnen, wo wir ja auch noch gar nicht wissen, wie wir den nach Hause kriegen sollen. Und wenn wir den im nächsten Jahr behalten wollen, schon allein um den nicht wieder nach hier verschiffen zu müssen, da muss ich jedenfalls doll trainieren. Bei entsprechender Vorbereitung und gutem Training kann ich dann den Pokal vielleicht direkt zu Hause lassen und einfach wieder gewinnen. Da spare ich jedenfalls das Hin- und Her-Gefahre.
KAJAKCHALLENGE: Super Idee. Noch zu etwas anderem. Ihr seid ja hier heute als Team angetreten. Woran lag es, dass Dein Teamkollege hier heute nicht so toll abgeschnitten hat? Vielleicht will er ja auch selber etwas sagen, Torben?
Torben: Was heißt denn hier nicht so gut? Zwei Tage Wildwasser Erfahrung und trotzdem Dritter geworden.
Peter: Also ich hab gestern Abend noch gesagt, so bei fünf bis sechs Bier, und da sag ich noch: »Torben, jetzt trink das Bier noch.« und da hat er gesagt »Nein.« und da wusste ich schon, das kann nichts werden, wer so verkrampft an die Sache ran geht ...
Torben: Ich war auch schon im Vorfeld sehr aufgeregt und konnte die Leistung dann nicht so wie gewohnt abrufen. Nächstes Jahr werde ich am Vorabend auf jeden Fall mehr Bier trinken, ich denke dann klappt es auch besser.
Peter: Ich wollte mich auch nochmal bei Dennis bedanken (Anmerkung: der Zeitnehmer am Start), mein persönliches Maskottchen hier bei dieser WM. Der hat mir noch vor dem Start eine Zigarette gegeben und das hat dann bei mir die Nervosität total gemindert, daran lag es dann sicher auch.
KAJAKCHALLENGE: Äh, so so. Möchtest Du vielleicht abschließend noch etwas sagen, vielleicht Dein persönliches Highlight beim Rennen?
Peter: Also, als ich so ins Ziel gesprintet kam da wusste ich, es passt. Außerdem wollte ich mich nochmal bei den Organisatoren von der Kajakchallenge bedanken, es hat wirklich richtig Spass gemacht.
KAJAKCHALLENGE: Ja, dann vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Titelverteidigung im nächsten Jahr!




































