Strömender Regen, Orkanböen und eine tobende Zuschauertribüne: Das Setting für die Viertelfinals am späten Mittwochabend war an Dramatik kaum zu überbieten. Auch die Athleten bewiesen, dass das Rennen längst noch nicht gelaufen ist. So musste nicht nur Top-Favorit Eric »EJ« Jackson das Kehrwasser räumen, sondern auch die Deutschen, allen voran Simon Strohmeier, zeigten, dass mit ihnen zu rechnen ist. Die Sensation jedoch schaffte der Slowake Peter Csonka, der sich mit zwei Wahnsinnsläufen vom letzten Platz an die Spitze des Feldes katapultierte.
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Szene
Plattling: Große Überraschung in den Viertelfinals
Die Resultate am Abend des zweiten Wettkampftages der ICF Kanu-Freestyle WM waren genauso unvorhersehbar wie das Wetter während der Viertelfinalläufe der Frauen und Männer im K1.
Für eine Sensation sorgte der Slowake Peter Csonka, der sich gerade noch als 25. für das Viertelfinale im K1 der Männer qualifiziert hatte. Mit sagenhaften 1763 Punkten setzte sich Csonka an die Spitze des Teilnehmerfeldes und überraschte seine Mitstreiter und die zahlreichen Zuschauer an der Plattlinger Isarwelle. Stephen Wright (USA), Führender nach den Vorläufen, landete mit 1268 Zählern auf Rang vier.
Ähnlich überraschend war das Ausscheiden des vierfachen Weltmeisters Eric »EJ« Jackson (USA). Jackson, der als Zweitplatzierter hinter Wright in das Viertelfinale ging, zeigte einen spektakulären dritten Run, in dem er 630 Punkte verbuchte. Dies reichte allerdings nicht, um seine beiden ersten schwächeren Rides auszugleichen. Ab dem Viertelfinale haben die Athleten insgesamt drei Versuche, von denen die zwei besten in die Wertung eingehen. Jacksons Gesamtpunktzahl von 1093 reichte nur für Platz elf hinter Martin Koll (GER), der mit fünf Punkten Vorsprung die Qualifikation für die Runde der letzten zehn geschafft hat.
Orkanböen drohten Judges-Zelt ins Wasser zu reißen
Koll richtete einen großen Dank an die vielen Fans vor Ort, die ihn und die beiden anderen deutschen Viertelfinalteilnehmer, die Brüder Seppi und Simon Strohmeier, frenetisch anfeuerten. Simon schaffte mit einem guten fünften Platz den Einzug in das Halbfinale, während Seppi diesen verpasste. Wright und Koll waren sich einig, dass die trotz etlicher Platzregen gut gelaunten Zuschauer zusätzliche Energien bei den Athleten freisetzten. »Es ist einfach großartig, wenn zu dieser späten Uhrzeit noch so viele Menschen vor Ort sind und uns unterstützen«, sagte Wright kurz nach seinem letzten Run um halb zwölf nachts.
Zuvor zeigte beim Kajak-Viertelfinale der Frauen die Natur bereits ihre Krallen. Orkanartige Windböen und starker Regenfall drohten, das Zelt der Kampfrichter kurzerhand in die Isar zu befördern. Dank dem beherzten Eingreifen der Richter und einiger Volunteers konnte dies aber verhindert werden.
Squirt-Weltmeisterin O'Hara auch im Kajak auf Platz 2
»Ich glaube, dass das kurze Chaos direkt vor unserem Heat uns alle sogar beruhigt hat, wir dachten, dass das Zelt ins Wasser fliegt«, lachte Ruth Gordon Ebans (CAN), die in ihrem letzten Run sagenhafte 710 Punkte erzielte. Mit insgesamt 1105 Zählern führt sie das Klassement an. »Der niedrigere Wasserstand kam mir entgegen«, analysierte Ebans den im Vergleich zum Vormittag leicht gesunkenen Wasserpegel. »Ich denke, alle Frauen haben heute eine großartige Leistung gezeigt.«
Einen hervorragenden Tag erwischte auch Claire O’Hara (GBR), eigentlich eine Squirt-Spezialistin. Mit 1083 Punkten landete sie auf dem zweiten Platz vor Ihrer Landsmännin Emily Wall, die 1000 Wertungspunkte einfuhr. Die amtierende Weltmeisterin Emily Jackson hingegen konnte nicht ihre Bestleistung abrufen, schaffte dennoch als viertplatzierte mit 920 Zählern den Sprung in die nächste Runde. »Das waren nicht meine besten Rides heute«, sagte Jackson. »Meine Phonix Monkeys und McNastys haben nicht die erhofften Punkte eingebracht, ich muss mich steigern.«
Anne Hübner schafft Sprung ins Halbfinale
Eine Überraschung aus lokaler Sicht schaffte Anne Hübner. Als einzige deutsche Athletin im Viertelfinale verbuchte sie Dank drei guter Runs insgesamt 523 Punkte und qualifizierte sich somit als neunte für das Halbfinale am Donnerstag. »Ich würde mich nicht unbedingt als Freestyle-Spezialistin bezeichnen, aber heute haben meine Moves einfach gepasst. Ich bin überglücklich, dass ich unter den besten Zehn dieser WM bin«, zeigte sich Hübner sichtlich stolz.
Den Livestream zu den aktuellen Wettkämpfen findet ihr hier.


































