Erstbefahrungen, WM-Medaillen, technische Quantensprünge: Ob mit Tatkraft an der Werkbank, mit Ausdauer und Muskelkraft im Rennboot oder mit gefalteter Stirn am Skizzentablett – hinter bahnbrechenden Entwicklungem im Kanusport steckt stets ein heller Kopf, der genau weiß, was er will. Auf der Branchenmesse Paddle-Expo zeigen sich die Menschen hinter den Firmen, deren Namen auf der ganzen Welt für hochwertige Kajaks und Kanus stehen. Messechef Horst Fürsattel hat 15 bekannte Namen zum Gruppenfoto zusammengetrommelt und in ihrem liebsten Element in Szene gesetzt.
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Szene
Legenden am Paddelschaft
von links ...
Vincent Mas (DAG)
Alles begann 1975 mit der Produktion laminierter Kajaks, die bei Wettkämpfen auf nationaler wie internationaler Ebene sehr erfolgreich waren. Daraus entstand Anfang der 90er Jahre die Firma DAG, die mit guten wie preisgünstigen PE-Kajaks den Markt aufmischte.
Toni Prijon (Prijon)
1987 wurde der Rosenheimer Weltmeister im Kanuslalom, seit 1992 leitet der studierte Kunststoffingenieur die Geschicke des elterlichen Betriebes. Dank eines speziellen Herstellungsverfahrens (das PE wird geblasen, nicht rotiert) genießen die Kajaks vom Inn weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Am Rande: Die Wurzeln Prijons liegen übrigens nicht im Französischen, wie die Aussprache des Firmennamens manchmal vermuten lässt, sondern an der slowenischen Soca.
Tim Miller (Nova Craft Canoe)
Der Präsident von Nova Craft Canoe sagt von sich selbst, dass er ein eher traditioneller Paddler ist. Dies spiegeln auch die Kanadier von Nova Craft Canoe wider: historische und bewährte Designs, behutsam an heutige Ansprüche angepasst und mit modernsten Materialien und Techniken hergestellt.
Nigel Foster
Englische Seekajaklegende. Mit allen Wassern gewaschen. Designt Kajaks für seine eigene Marke und für Point65. Paddelte 1977 als erster Mensch um Island. Schreibt Bücher übers Salzwasserpaddeln und lehrt selbiges in seiner Kajakschule. Lebt in Seattle, USA.
Oskar Chalupsky
Ein Bär von einem Mann, der sein Gewicht stets zweifach angibt: 115 Kilo in der trainingsfreien Zeit und 100 kg mit Training. Mitgründer der Kajakfirma Epic Kayaks, die bekannt ist für ihre schnittigen Surfski und schnelle Seekajaks. In jüngeren Jahren gewann der Südafrikaner Chalupsky Paddelmarathons gleich im Dutzend, 1992 stand er zudem dem Team seines Landes bei der Olympiade in Barcelona vor.
Jacques Chassé (Esquif)
Der Chef von Esquif kommt aus Quebec, Kanada und hat mit seiner Firma viel frischen Wind in die Kanuszene gebracht. Es begann mit dem Bau eines eigenen Kanus für einen Familientrip (der heutige Présage aus der Esquif-Modellreihe) und endet noch lange nicht mit dem L'Edge – einem Wildwasserkanadier, der der von vielen totgeglaubten Szene neues Leben eingehaucht hat.
Shane Benedict (Liquid Logic)
Freestyle-Veteran aus den USA, der schon bei der ersten offiziellen WM 1993 am Ocoee mit Corran Addison, Eric Jackson und Jan Kellner durchs Hell Hole wirbelte. Chefdesigner bei Liquid Logic und verantwortlich für Boote wie Remix, Jefe und den neuen Stomper.
Mike Nelson (North Shore)
Gründete 1982 zusammen mit Richard Agar die betont konservativ auftretende Seekajakmark North Shore. Nach unzähligen laminierten Erfolgsbooten sorgen Nelsons neueste PE-Shapes wie etwa der Atlantic PE auch beim Breitenpaddler für Begeisterung.
Olaf Gatz (Gatz)
Sein Vater Arno machte das »Indianerboot« salonfähig, nachdem er zunächst mit im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Flugzeugtanks rumexperimentiert hatte. Heute sind Gatz-Kanus allerdings nicht mehr aus Alu, sondern aus PE, Royalex oder feinem Handlaminat und die Geschicke der Firma führt Sohn Olaf seit über einem Jahrzehnt. 2012 knallen zudem die Sektkorken, wenn Olaf und Arno das 50jährige Firmenjubiläum begehen.
Graham Mackereth (Pyranha)
1971 gründete Graham das Unternehmen und stattete etwa die Dudh-Kosi-Expedition von Mike Jones mit Laminatbooten aus. 1982 war er mit Perception die erste Company, die ein serienreifes PE-Boot auf den Markt brachte: der Freestyle. Bis heute folgten zahlreiche Klassiker wie Mountain Bat, Inazone, Micro und Burn für eine imaginäre »Hall of Fame« des Kajakbaus. Und anstatt sich wie andere Kajakcompanys von großen Firmen kaufen zu lassen, vergrößerte sich Pyranha lieber selbst durch Zukäufe wie P&H und Venture.
Klaus Lettmann (Lettmann)
Fuhr in den Sechsziger Jahren zusammen mit Toni Prijon senior Wildwassserrennen und wurde 1963 in dieser Disziplin sogar Weltmeister. Konstruiert und baut seit damals mit Vorliebe hochtechnische Paddel und Wettkampfboote, die ihren Athleten bestimmt schon hundertfach zu Weltmeistertiteln und olympischen Gold verholfen haben. Ist offiziell zwar »zurückgetreten« und hat die Firma seinen Kindern Martina und Jochen Lettmann übertragen, mischt hinter den Kulissen aber noch kräftig mit.
Eric Jackson (Jackson Kayaks)
Es gibt im Kanusport derzeit wohl niemanden, der das Prädikat »Lebende Legende« derart ausfüllt. Er gewann 1993, 2001, 2005, 2007 (!) die Weltmeisterschaft im Freestyle, nahm 1992 im Kanusalom an den Olympischen Spielen teil, setzte drei Kinder in die Welt, von denen zwei bereits selbst Weltmeisterwürden erlangt haben, und gründete nach einen Gastspiel bei Wave Sport Jackson Kayak, um auch anderen Athleten mit seinem gelungenen Booten zu Titeln zu verhelfen.










