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Szene

Freie Fahrt – Sperre der Alz ist aufgehoben

04. Juli 2011 von Andreas Bosina

Nach einem Jahr Sperre ist die Alz ab 1. Juli 2011 nun wieder offiziell für Kanuten geöffnet. Das Landratsamt Traunstein setzt auf die Eigenverantwortung der Wassersportler/innen.

Nach einem Jahr Sperre ist die Alz ab 1. Juli 2011 nun wieder offiziell für Paddelboote freigegeben. Das Landratsamt Traunstein setzt auf die Eigenverantwortung der WassersportlerInnen.
Ab sofort wieder möglich: Paddeln auf der idyllischen Alz
Foto: Manuel Arnu

Vor allem für Touring-Fans stellt die Alz ein sehr beliebtes Ausflugsziel dar. Zwischen Seebruck und Altenmarkt ist sie ein wasserreicher Wanderfluss, eingebettet in eine idyllischer Voralpenlandschaft. Seit 1. Juli 2010 war jedoch in einer Allgemeinverfügung des Landratsamts Traunstein eine Befahrung des Streckenabschnitts zwischen Truchtlaching und Altenmarkt untersagt worden. Die Dauer der Sperre betrug zumindest ein Jahr. Grund dafür waren die starken Strömungsverhältnisse sowie zahlreiche Gefahrenstellen, die durch umgestürzte Bäume verursacht wurden – diese blockierten entweder die Durchfahrt mit den Booten oder lagen nur knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Deren Äste wurden somit gerade für Schlauchboote zu gefährlichen Schlitzwerkzeugen. Im Bereich Offling kam es 2007 zu einem tödlichen Unfall.

Nach einem Jahr Sperre ist die Alz ab 1. Juli 2011 nun wieder offiziell für Paddelboote freigegeben. Das Landratsamt Traunstein setzt auf die Eigenverantwortung der WassersportlerInnen.
Nicht immer bleibt der Fluss so ruhig. Nun bleibt es jedem Paddler selbst überlassen, wie weit er die Alz befahren will.
Foto: Manuel Arnu

In einer Aussendung des Landratsamt wurde nun die offizielle Entscheidung der Behörden verkündet. Demnach soll der umstrittene Streckenabschnitt zwischen Truchtlaching und Altenmarkt wieder für den Paddelverkehr freigegeben werden. Maßgabe für die Entscheidung des Landratsamt waren die Zusagen der Gemeinden, dass vor den Gefahren im besagten Unterlauf ausdrücklich gewarnt wird. Bauliche Maßnahmen zur Beseitigung der Gefahrenstellen wurden noch nicht umgesetzt, stattdessen soll eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt werden. Im Zuge dessen hat die Gemeinde Altenmarkt ihre Mithilfe des Bauhofs bei der Beschilderung sowie bei der Koordination der erforderlichen Baumbergungen zugesagt. Auch die Gemeinde Seeon-Seebruck bot ihre Mithilfe an bei Aufklärung und Beseitigung von offensichtlichen Risikostellen. Die Gemeinde plant außerdem, für diesen Flussabschnitt geführte Fahrten für Ungeübte anzubieten.

»Ich bin sehr froh darüber, dass unter Maßgabe der von vielen Seiten zugesicherten Unterstützung die Alz heuer freigegeben werden kann«, so Landrat Hermann Steinmaßl. Fast alle beteiligten Stellen sprachen sich gegen eine Fortführung der Streckensperre aus. Der Kanuverband stufte den Streckenabschnitt zwischen Truchtlaching und Altenmarkt als Wildwasser ein - umso höher liege deswegen die Eigenverantwortung des Bootsführers, sich mit entsprechender Ausrüstung und nötiger Erfahrungswerte den besonderen Anforderungen zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass ungeübte Wassersportler die entsprechenden Warnhinweise beachten und eine wohlüberlegte Selbsteinschätzung treffen werden.

Aktuelle Gefahrenstellen

Paddeln in Bayern

Im Zweier auf dem Ammersee.

Ammersee

Der Ammersee ist der drittgrößte See in Bayern, übertroffen nur vom Chiemsee und dem Starnbergersee und er ist der Voralpensee, der sich am weitesten nach Norden erstreckt. Mit seiner länglichen Form und der großen Herrschinger Bucht erinnert der See aus der Vogelperspektive an eine Okarina, dem tönernen italienischen Instrument. Bei guter Kondition und ruhigem Wetter vorausgesetzt, lässt sich der See in sechs bis acht Stunden umrunden. Auch Querungen sind möglich.
Paddler trifft auf Tauer im Walchensee.

Walchensee

Der Walchensee ist ein 16 qkm großer und bis zu 191 m tiefer Bergsee. Der wichtigste Zufluss ist die Obernach, die gepumptes Wasser von Isar und Rißbach mit sich führt. Natürlicher Abfluss ist der Jachen, das meiste Wasser des Walchensees wird aber in die Rohre des Walchenseekraftwerks geleitet. Am Nordwestufer führt die B11 entlang, am Südufer eine Mautstraße Richtung Isartal, allein das Nordostufer ist autofrei. Die Ufer sind teils Kiesstrände, teils felsige Steilufer.
Paddeltricks auf dem Starnberger See.

Starnberger See

Mit einer Wasserfläche von 36 qkm und einer maximalen Wassertiefe von 121 m ist der Starnberger See nach dem Bodensee der wasserreichste deutsche See. Er hat eine Länge von 20 km und eine maximale Breite von 4,6 km. Der See speist sich aus kleineren Fließgewässern (Ostersee-Ach) und unterirdischen Quellen. Der einzige Abfluss ist die Würm. Aufgrund des kleinen Einzugsgebietes (314 qkm) dauert es 21 Jahre, bis das Wasser des Sees einmal komplett ausgetauscht ist. Der See zählt dennoch zu den fünf saubersten Seen Bayerns.

Chiemsee

Der Chiemsee östlich von Rosenheim ist der größte See Bayerns und nach Bodensee und Müritz der drittgrößte See Deutschlands. Paddler finden auf dem »Bayerischen Meer« ein breites Port­folio.
Mit Kanu und Kajak auf dem Inn.

Inn - Von Wasserburg bis Mühldorf

Flussinfo Inn: Wasserreicher Voralpenfluss mit guter Strömung, einzelne Sohlschwellen bis WW II.
Das steile Betonwehr der Sachsenmühle.

Wiesent

Flussinfo Wiesent: Wiesenbach mit einigen flachen Abschnitten, leichte Schwälle (WW I+), keine Verblockung. Auch für Anfänger geeignet. Der »Dooser Katarakt« wenige Meter oberhalb des regulären Einstiegs ist WW II.

Donaudurchbruch

Flussinfo Donaudurchbruch: Der Donaudurchbruch ist ein flottes Fließgewässer mit Wirbeln, bei höherem Wasserstand für An­fänger ungeeignet, in den Sommermonaten reger Ausflugsschiffverkehr, der hohe Wellen verursacht. Oberhalb Weltenburg offene Landschaft, reizvoll zu jeder Jahreszeit.

Zusätzliche Informationen und Links

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