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Szene

EM-Studio Lienz: And the Winner is...

06. Juli 2012 von Judith Prechtl

Joaquím Fontané (ESP) holte sich am Samstag bei der ECA Kanu-Freestyle-Europameisterschaft in Lienz den Sieg in der Königsklasse der K1-Herren. Marléne Devillez (FRA) verteidigte ihren Titel und die jungen Briten stu?rmten das Podest bei den Junioren.

Bren Orton(GBR) setzt zum Loop an.
Foto: Judith Prechtl

Europas beste Kanu-Freestyler lieferten am Samstag im Lienzer Draupark eine wahrlich beeindruckende Demonstration ihrer Sportart ab. Hunderte Zuschauer verfolgten bei strahlendem Sonnenschein und tropischen Temperaturen am späten Nachmittag das Herzschlagfinale der Kajak-Einer-Herren: Zum Auftakt setzte der junge Spanier Joaquím Fontané seinen Konkurrenten einen Traumlauf vor die Nase, an dem sich die Finalisten bis zuletzt die Zähne ausbissen: 1170 Punkte, den absoluten Höchstpunktestand dieser Europameisterschaft und ein Score, der nur durch die flu?ssige Kombination von perfekt ausgefu?hrten Höchstschwierigkeiten zustande kommt. Kein Zögern, kein Zaudern erlaubte sich der junge Spanier, der bei der WM im Vorjahr noch bei den K1 Junioren am Start war. Trotz absolut hochkarätiger Attacken gelang keinem seiner Konkurrenten ein derart perfekter Lauf. Insgesamt hatten die Finalisten drei Mal die Möglichkeit ihr Können unter Beweis zu stellen. Sebastien Devred erreichte mit 926,667 Punkten Rang 2 vor dem amtierenden Weltmeister James Bebbington (GBR). Platz vier geht an James Weight (GBR) vor EMTitelverteidiger Peter Csonka (SVK), der heute aufgrund seiner Muskelverletzung deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb.

Auf Tauchgang: Lukas Cervinka (CZE) checkt mal, wie tief die Walze ist.
Foto: Judith Prechtl

Bei den K1-Damen fackelte Titelverteidigerin Marléne Devillez (FRA) nicht lange: Die Französin sammelte in ihrem ersten Lauf ordentlich Huge-Bonus fu?r besonders hoch ausgefu?hrte Moves und setzte sich an die Spitze. Im zweiten Durchgang konnte sie ihren Score noch einmal verbessern: Mit 306 Punkten bestätigte sie ihren EM-Titel. Zweite wurde Nina Csonkova (SVK), die in ihrem ersten Lauf ihre ganze Wettkampf-Routine zeigte. Knapp abgeschlagen mit einem Ru?ckstand von nur 180 Punkten ist Maria Lindgren (SWE) auf Rang 3. Die Norwegerinnen Kari Olnes und Tora Heggem belegen die Plätze 4 und 5. Knapp viel die Entscheidung im C1-Finale (Canadier Einer) aus. Lukas Cervinka (CZE) gelang ein sensationeller erster Lauf mit absoluten C1-Höchstschwirigkeiten wie Lunar-Orbit und Back-Loop. Auch hier konnten seine Konkurrenten in den verbleibenden zwei Runden nichts mehr ausrichten. Vize-Weltmeister Philipp Hitzigrat gelang zwar noch ein hervorragender Run im dritten Durchgang, doch dem Deutschen fehlen 45 Punkte auf den Titel. Platz 3 geht an den Spanier Aitor Goikoetxea vor Sören Kohnert (GER) und Jan Choutka (CZE).

Marlene Devillez(FRA) beim Backloop.
Foto: Judith Prechtl


Hart gekämpft wurde im Finale der K1 Junioren, allen voran die beiden jungen Briten Bren Orton und James Benns. Beiden gelang im ersten Durchgang ein exzellenter Lauf mit Höchstschwierigkeiten wie Tricky Woo und Lunar Orbit. Äußerst knapp viel die Entscheidung aus: Europameister Bren Orton siegte 1,667 Punkte vor seinem Team-Kameraden James Benns. Auch Rang drei geht an Großbritannien: Trotz starker Attacken konnte Sam Stephenson seine Verfolger Lane De Meulenaere (BEL) und Sindre Slalien (NOR) auf Distanz halten.
Bei den K1-Juniorinnen konnte sich Nuria Fontané (ESP) in ihrer Favoritenrolle beweisen. Routiniert zeigte die junge Spanierin bereits im ersten Lauf satte Loops und Helixe. Ihren Titel bereits in der Tasche setzte sie im dritten Lauf mit einem sauberen McNasty noch eins drauf: 200 Punkte fu?r die neue Junioren-Europameisterin. Stark zeigten sich heute die Deutschen Mädels: Lisa Hasselwander – erst seit zwei Monaten im Freestyle-Boot – gelang im zweiten Lauf ein sauberer Loop. Leider verletzte sich die junge Teilnehmerin und konnte im dritten Durchgang nicht mehr teilnehmen. Ihr zweiter Platz wurde dadurch nicht mehr gefährdet. Jana Groß aus Deutschland bugsierte sich in Runde drei mit einem soliden Lauf auf den dritten Platz. Knapp dahinter landete die starke Britin Kimberlee Aldred vor Julia Spaaij (GER), Jennifer McGaley (GBR) und Jeromine Hervo (FRA). Aufgrund eines Punktegleichstandes in den Vorläufen hatten sich sieben Teilnehmerinnen fu?r das Finale qualifiziert.

Knapp unter der Wasseroberfläche: Ben Aldred kämpft gegen den Auftrieb.
Foto: Judith Prechtl

Im Squirt der Herren tauchte Ben Aldred (GER) mit einem satten Mystery-Move unter seinen Konkurrenten hindurch. Der Brite startete im klassischen Squirt-Boot und zeigte exzellente Screwing-Manöver und Trophy-Moves. Platz zwei geht an den Polen Tomasz Czaplicki, der eine tolle Flachwasser-Freestyle-Show bot. Sein Landsmann Bartosz Czauderna (POL) belegt Platz 2 vor Michal Wrzal (POL) und Helmut Wolff aus Deutschland. Bereits am Freitag fiel die Entscheidung in den Squirt-Wettkämpfen der Damen: In einer faszinierenden Parade aus Mystery- und Trophy-Moves, Screwing und Stalling, machte Clair O’Hara (GBR) ihren Konkurrentinnen deutlich, worum es beim Squirten wirklich geht. Mit 1.072 Punkten liegt sie mit nur einem Lauf u?ber 800 Punkte vor der Zweitplatzierten, Eva Filová (SVK). Platz 3 ging an die junge Spanierin Nuria Fontané vor Andrea Kaspers (GER) und Lucie Horka (CZE).

Ebenfalls am Freitag setzte sich Philipp Hitzigrat (GER) im OC1-Finale (Open Canoe) mit einem Paukenschlag an die Spitze: In seinem Open Canoe gelang dem jungen Deutschen ein perfekt ausgefu?hrter Loop – eine Figur, die in der Klasse der offenen Kanadier zu den Höchstschwierigkeiten zählt. Nicht ganz so sauber war der Loop von Aitor Goikoetxea (ESP), der sich deshalb mit Platz zwei begnu?gen muss. Dritter wurde Paul King (GBR) vor Tobias Hu?ther (GER) und Josh Wedgwood (GBR).
Nach einer heißen Woche geht die ECA Kanu-Freestyle-Europameisterschaft zu Ende. Dank gilt der Stadt Lienz, Osttirol Tourismus, der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG), Stohlquist Waterwear, LaOla Kanushop, Teva und nicht zuletzt den fleißigen Helfern vom Osttiroler Kajak Club, die diese spannenden Wettkämpfe u?berhaupt möglich gemacht haben.


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