Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Länder, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU-Mitarbeiter Falk Bruder paddelt mit und berichtet.
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Der TID-Report, Teil 5: Halbzeit in Serbien
Schon in Ingolstadt habe ich Julia aus Friedrichshafen kennengelernt. Sie paddelt die komplette Strecke der TID vom beschaulichen Bayern bis in den wunderbaren Naturraum des Donaudeltas. Kurz vor Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, ist für die Komplett-Paddler Halbzeit. Nicht nur deswegen habe ich Julia in Belgrad zum Eiskaffee eingeladen und nach ihren Abenteuer auf der ersten Hälfte gefragt.
KANU: Julia, Du paddelst seit Ingolstadt mit und bist jetzt schon fast sechs Wochen unterwegs. Macht's noch Spass?
Julia: Ich hatte mal zwei kleine Tiefpunkte, aber es macht auf jeden Fall total viel Spass. Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch, aber dann merkt man erst richtig, wie es einem besser geht. Meist passiert auch genau da etwas, etwas ganz besonderes oder man trifft richtig nette Menschen. Die Hochs dominieren aber auf jeden Fall.
Hier in Serbien, vor Belgrad, war Halbzeit. Was gehört bisher zu deinen Highlights?
Oh, so viel... Ich war wirklich überrascht von der Landschaft in Österreich. Ich hatte mir vorgenommen, nach Osteuropa zu paddeln, da war ich bisher noch nie. Aber schon die Wachau hat mich total begeistert. Und je weiter man kommt, desto spannender wird das noch. Die Städte Esztergom und Budapest in Ungarn, herrlich. Gutes Essen in Kroatien; Sandstrände, die an eine andere Welt erinnern; nette, offene Menschen die man trifft. Ein Highlight am anderen.
Du gehörst zu den (leider) wenigen jungen Teilnehmern. Die meisten könnten Deine Grosseltern sein... Was sollte getan werden, um mehr jüngere Paddler auf die Donau zu locken?
Gute Frage. Ich weiss es nicht. Aber vielleicht mehr Werbung, die TID bekannter machen. Es gibt Trends für junge Leute nach Neuseeland oder Südamerika zu reisen. Manche kennen die Fremde besser als Deutschland oder die Länder, die direkt neben dran liegen. Das Tourenpaddeln an sich müsste in der Jugend verbreiteter werden. Dann würde es vielleicht auch viel naheliegender sein, mit der TID zu paddeln.
Über welches Ausrüstungsteil bist Du besonders glücklich? Was hast Du dabei, was bisher nicht zum Einsatz kam?
Meine 3-Euro-Fleecedecke, die im Zelt über der Isomatte liegt und somit das „Schlafzimmer“ sehr kuschelig macht. Ausserdem funktioniert sie als Schmutzfänger, am Morgen wische ich damit Laub und Sand aus dem Zelt. Ausschütteln, fertig. Und Flip-Flops sind ein absolutes Muss.
Was ich nicht gebraucht habe, habe ich gleich weggeschmissen: alte Badelatschen. Ansonsten habe ich eigentlich nur richtig coole Sachen dabei.
Die 2.500 Kilometer zwischen Ingolstadt und dem Schwarzen Meer gehen wohl an niemand spurlos vorrüber. Was lernst Du hier noch fürs Leben?
Ich glaube, ich werde noch offener sein, obwohl ich sonst schon zu den kontaktfreudigen Menschen gehöre. Man paddelt jeden Tag mit soviel unterschiedlichen Menschen, die trotz ihrer wechselnden und manchmal etwas schrulligen Eigenschaften auf ihre Art interessant sind. Meist täuscht der erste Eindruck gewaltig.
Was fehlt dir bislang am meisten?
Prinzipiell fehlt es mir an gar nichts und es ist schön, festzustellen, dass man mit einem Boot voller Sachen so gut durchs Leben kommen kann. Mein ganzes momentanes Leben steckt in diesem Kajak.
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